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Neues vom Wunder von Allhartsberg

NOEN_YbbstalIm Fall des doppelten Bürgermeisters auf einem NÖN-Foto gibt es neue Entwicklungen. Auch wenn der Umstand nicht restlos geklärt wurde. Mit der Pressestelle der Diözese St. Pölten hat sich ein sehr amüsanter e-mail-Verkehr entwickelt, den ich der Öffentlichkeit nicht vorenthalten möchte.

Sehr geehrte Damen und Herren,
Soeben fand ich folgendes Bild im "Boten von der Ybbs", Ausgabe der vergangenen Woche, das den Allhartsberger Bürgermeister Anton Kasser auf dem gleichen Foto zweimal zeigt. Einmal als Landtagsabgeordneten und einmal als Bürgermeister.

Fürwahr ein seltenes Kunststück, das mir noch nie untergekommen ist. Der Mann scheint die Gabe der Bilokation zu besitzen.

Kann man so etwas als ein Wunder bezeichnen?
Und wenn ja, so scheint außer Zweifel zu stehen, dass es mit göttlicher Hilfe geschah. Herr Kasser ist immerhin Mitglied und Funktionär der ÖVP. Was gedenkt die Diözese in Bezug auf dieses Wunder zu tun?
Wird es eine päpstliche Untersuchung geben?
Werden Sie ein Seligsprechungsverfahren nach dem Ableben von Herrn Kasser einleiten?
Sollte sich das Foto nicht als Wunder herausstellen, welche Erklärung haben Sie dann dafür?

Ich schreibe Ihnen, weil sich die katholische Kirche ja seit langem mit solchen Phänomenen beschäftigt. Außerdem ist es ja im Gebiet Ihrer Diözese passiert und die NÖN stehen ja mehrheitlich in Ihrem Besitz, sodass man von einer großen Wahrhaftigkeit der Berichte ausgehen muss.

Ich danke für Ihre Antwort.

Mit freundlichen Grüßen,
Christoph Baumgarten


Sehr geehrter Herr Baumgarten,

Danke für Ihr Mail an die Diözese St. Pölten. Wir von der Pressestelle danken für den Hinweis auf die Bilokation - da wir Katholiken ja jedes Wunder glauben, haben wir natürlich sofort nach Rom geschrieben. Wir warten gespannt auf die Antwort.

Unsere euphorische Stimmung wurde allerdings von einem etwas skeptischeren Mitarbeiter getrübt; der vertritt die Ansicht, daß der offensichtlich hohe Alkoholpegel der Bieranstichfeier die Kamera des Photographen dazu gebracht haben könnte, doppelt zu sehen? Wir haben ihn sofort abgewürgt - dann wären ja auch die anderen Personen doppelt. Er hat seinen Fehler dann eingesehen.

Mindestens ebenso gespannt bin ich aber, wie es dazu kommt, daß ein gestandener Atheist und Sozialist wie Sie so etwas gefährliches wie die NOEN in die Hand nehmen. Fürchten Sie denn nicht, sich mit gefährlichem katholisch-ÖVP-nahem Gedankengut zu infizieren? Welche Schutzrituale hat da ein Atheist?

Wir Katholiken müssen eine lange Reihe von Gebeten sagen und Weihwasser einsetzen, bevor wir Politwatch oder, Gott bewahre, freidenkerIn lesen.

In Erwartung Ihrer Antwort
E. Habsburg
Pressestelle Diözese St. Pölten

Lieber Herr Habsburg,

Danke für Ihre rasche und nette Antwort. Wie es aussieht, werden wir beide gespannt auf die Antwort aus Rom warten. Vermutlich geben Sie mir recht, dass die etwas dauern wird. Dort untersucht man ja solche Erscheinungen sehr gründlich. Die Marienerscheinungen von Medjugorje - wie die meisten Marienerscheinungen überhaupt - sind ja seit Jahrzehnten nicht anerkannt. Ich fürchte, wenn man bei der Heiligen Jungfrau so lange braucht, um zu einem Urteil zu kommen, wird die Bilokation eines Bürgermeisters aus dem Mostviertel nicht so dringend sein. Andererseits: Immerhin ist sie fotografisch dokumentiert.

Ihre Rituale vor dem Lesen renommierter Zeitschriften wie der freidenkerIn sind auf mein großes Interesse gestoßen. Welche Gebete müssen Sie denn da aufsagen? Muss man die jedes Mal durchführen, bevor man die Zeitschrift aufschlägt oder ist man mit einer Weihwasserkur und einigen Gebeten quasi pauschal für die jeweilige Ausgabe gewappnet? Gut, dass wir Ihnen hier mit unserem bloß vierteljährlichen Erscheinen in dieser Hinsicht entgegenkommen. Nicht auszudenken, wenn wir als Wochenzeitschrift erscheinen würden! Man käme gar nicht mehr nach mit dem Weihwasser weihen. Andererseits würde das den Verkauf von Gebetsbüchern ankurbeln, die sich ja wegen des häufigen Gebrauchs wesentlich schneller abnutzen würden. Da sollten wir vielleicht eine Kooperation andenken. Sie kurbeln unseren Verkauf an und wir unterstützen solcherart die katholische Kirche. Wär doch was.

In dem Zusammenhang gleich eine weitere Frage: Sind Ihre Rituale auch für Priester verpflichtend oder sind die kraft ihres Amtes und ihrer Weihe immun gegen die Versuchungen skeptischen Gedankenguts?

Ich kann da ja nur für mich sprechen, aber ich tue mir ja relativ leicht mit dem Studium anderer Medien. In Österreich kommt man ohnehin nicht herum um eher konservative und kirchennahe Zeitungen und Zeitschriften. Da kriegt man als Atheist im allgemeinen eine dicke Haut. Was vielleicht erklärt, warum unsere Gefühle nicht extra gesetzlich geschützt sind, im Gegensatz zu den zarten religiös empfindender Menschen. Nach den von Ihnen geschilderten Ritualen erscheint der Paragraf 188 StGB um einiges nachvollziehbarer. Ich muss im Vorstand des Freidenkerbunds diskutieren lassen, ob wir im Licht dieser neuen Erkenntnisse die Kritik daran noch aufrecht erhalten können.
Vor einer möglichen Infektion hab ich ja keine Angst. Meine intellektuelle Skepsis immunisiert mich von Tag zu Tag mehr. Aber Danke für Ihre Sorge.

Mit wirklich freundlichen Grüßen,
Christoph Baumgarten
P.S.: Die Antwort hat mich wirklich amüsiert, gratuliere. Leider viel zu selten, dass man auf ein Gegenüber mit Humor trifft. Ich hoffe, Sie haben nichts dagegen, dass ich unseren bisher sehr unterhaltsamen Mailwechsel gegebenfalls in der nächsten Zeitschrift abdrucke.


Sehr geehrter Herr Baumgarten (ich verkneife mir hier mal aus Respekt das obligatorische "Grüß Gott"...:),

Hehe, das war eine komische Reaktion auf meine Reaktion! Gerne können Sie meine Wortmeldung verarbeiten -  weitere witzige Spekulationen können wir gerne mal bei einem Kaffee machen.

Schön, daß wir im Kontakt stehen; ich schaue regelmäßig auf Politwatch rein (nein, kein Weihwasser, das nehme ich lieber beim "Profil") und lese mit Genuß Ihre Kolumnen. Intelligent, mit viel Ideal und vor allem Humor geschrieben; wenn mehr Katholiken sich so intensiv für ihren Glauben einsetzen würden wie Sie für Ihren (Nicht)-Glauben, wäre ich begeistert.
Überhaupt, freidenkerIn...daß es noch Menschen gibt, die Rerum Novarum (oder die Wirtschaftsenzyklika) akribisch lesen und sich damit auseinandersetzen, ist erstaunlich. Und fast jede kritische Anfrage an die Rolle der Kirche im Staat, die Sie schreiben, enthält wichtigen Denk-Stoff auch für Kirchenvertreter - und ihre Referenten. Auch die katholische Kirche muß sich ja ständig fragen, wie sie sich in der modernen und für sie zunehmend kompliziert werdenden Gesellschaft positioniert. Was 1500 Jahre selbstverständlich war, ist es nun nicht mehr. Das setzt einer Institution, die in Jahrhunderten denkt, schon zu.

Natürlich habe ich in einigen Bereichen andere Ansichten als Sie, aber das hindert mich nicht daran, neugierig mitzulesen. Ein wenig müssen Sie verständlicherweise ein Feindbild aufbauen, wenn es um Katholiken geht; ganz so miefig-rückwärtsgewandt sind zumindest die meisten, die ich kenne, nicht, und daß es durchaus möglich ist, daß es keinen Gott gibt, wird Ihnen auch jeder halbwegs normale Kathole zugestehen; nur trifft er eben eine Entscheidung für "Ja" und Sie für "Nein", aus höchst-eigenen Gründen, und keiner von beiden kann sich bei dieser Entscheidung auf eine erdrückende Beweislast stützen.

Wenn Sie Zeit finden, sich wieder zu melden, freue ich mich.
Bis irgendwann
E. Habsburg-Lothringen

Exklusiver geht's nimmer

NOEN_Leitner4Die von der NÖN wissen echt alles. Zuerst das Wunder von Allhartsberg - Politwatch-Leserinnen -und Leser wissen, das war der doppelte Bürgermeister. Und jetzt die Sache mit dem Spindelegger und dem Leitner. Das wisst ihr noch nicht? Dann aber flogs die NÖN kaufen. Oder Politwatch lesen.

Die NÖN scheint sich zu DEM Exklusivmedium der Republik entwickeln. Seit Wochen bringt das Blatt Geschichten, die sonst keiner hat. Die Redakteure der Wochenzeitung, die mehrheitlich der katholischen Kirche gehört, wissen etwa, dass der nö. Landesvorsitzende der SPÖ, Sepp Leitner, die Partei gewechselt hat. Und wenn es im Landesteil der NÖN steht, muss es stimmen. Oder überhaupt sonst wo in der Zeitung.
NOEN_Leitner4
Den plötzlichen und in Niederösterreich völlig nachvollziehbaren Wechsel zur "Volks"partei bestreitet die niederösterreichische Sozialdemokratie - ja, diese Verwirrten gibt es - bis heute. Wobei der Verdacht im Raum steht, die Partei hätte sich geschlossen dem Landeskaiserwahlverein ÖVP angeschlossen. Ein verständliches Manöver. Alles andere würde im Reich unter Giebelkreuz und Glatze als sicheres Zeichen von Geisteskrankheit gewertet werden. Wer braucht politische Parteien, wenn man die "Volks"partei hat? Die überparteiliche, superpatriotische und überhaupt superste Partei von allen. Vielleicht hat auch das Wunder von Allhartsberg die chronischen Ketzer, Vernaderer und Landesverräter endgültig bekehrt.

Des Kaisers Minister
Ebenfalls mit Erstaunen habe ich dem Landesteil der aktuellen Ausgabe entnommen, dass Michael Spindelegger (ÖVP) eine weitere Funktion übernommen hat.
NOEN_Spindelegger
Es mir bislang nicht bekannt, dass Niederösterreich einen eigenen Außenminister hat. Ja, überhaupt, dass es im Bundesland ein Kabinett mit Ministern gebe, ist meiner Aufmerksamkeit bislang entgangen. Wahrscheinlich zieht Erwin Pröll nach seinem nicht ganz freiwilligen Verzicht auf die Hofburg einfach andere Saiten auf. Wenn er es von Wien aus nicht machen kann, macht er es einfach vom St. Pöltner Landhaus aus. Mit dem Segen der NÖN und dem des Vatikans. Immerhin hängt am niederösterreichischen Landhaus noch das Kreuz vom Papstbesuch in St. Pölten. Bleibt die Frage, ob das in einer Unabhängigkeitserklärung mündet oder Pröll einfach unwichtige Details der Bundesverfassung ignoriert. Wie die Tatsache, dass Außenpolitik Bundessache ist.

Auch der Bundesminister für Äußeres, Michael Spindelegger, muss sich einige Fragen stellen (lassen). Übt er die Funktion des niederösterreichischen Außenministers parallel aus oder ist er als Mitglied der Bundesregierung zurückgetreten? Gegen die erste Variante spricht, dass Mitglieder der Bundesregierung keiner anderen bezahlten Tätigkeit nachgehen dürfen. Das soll Interessenskonflikte verhindern. Und die bestehen in einem Fall wie diesem allemal. Was tut Spindelegger, wenn Niederösterreich Wien den Krieg erklärt? Überbringt er sich dann selber das Dokument oder schickt er einen Boten? Und wie schafft er es, bei der Überbringung der Botschaft einigermaßen unangenehm überrascht dreinzuschauen, wie das in solchen Fällen angebracht ist?

Und wenn er nur mehr Niederösterreichs Außenminister ist: Ist das ein Auf- oder ein Abstieg? Von St. Pölten aus betrachtet mit Sicherheit ersteres. Ob Spindelegger das auch so sieht? Hängt vermutlich davon ab, ob sein Herz eher für die Republik schlägt oder für ein (Landes-)Kaisertum.

Das Wunder von Allhartsberg

NOEN_YbbstalDie kirchennahe niederösterreichische Wochenzeitung NÖN belegt, dass es Wunder gibt. Auf einem Foto ihrer Ybbstaler Ausgabe erscheint ein ÖVP-Politiker zweimal. Dieses Wunder der Bilokalität war der Redaktion nicht einmal eine Zeile wert. Auch Bürgermeister und Kirche schweigen sich aus.

Als gründlicher Journalist fühle ich mich verpflichtet, diesem Wunder von Allhartsberg auf den Grund zu gehen. Allein, man macht es mir schwer. Anton Kasser sagt nichts. Wo er doch so viel Grund hätte, sich zu freuen. Er ist Allhartsberger Bürgermeister und Landtagsabgeordneter der ÖVP. Als vielbeschäftigtem Mann kommt ihm seine Gabe, an zwei Orten gleichzeitig zu sein sicher zustatten. Ob es sich auszahlt, zweimal gleichzeitig am selben Ort zu erscheinen wie er das bei einem Bieranstich zu einem Oktoberfest getan hat, ist eine andere Frage. Das hat die NÖN eindrucksvoll kommentiert. Leider hat Bürgermeister und Landtagsabgeordneter Kasser nicht auf auf meinen Fragenkatalog geantwortet, den ich ihm heute zukommen habe lassen:
Als langjähriger Journalist habe ich beinahe mit Ehrfurcht festgestellt, dass Sie im "Boten von der Ybbs" von vergangener Woche das seltene Kunststück fertig gebracht haben, am gleichen Foto zwei Mal zu erscheinen. Wie machen Sie das?
Es gibt bereits Menschen, die vom "Wunder von Allhartsberg" sprechen. Wie gehen Sie damit um?
Halten Sie es für möglich, dass das Foto retouchiert wurde?
Wenn es retouchiert wurde, warum glauben Sie, dass das passierte?
Kommt so etwas öfter vor?


Bisher hat mir der Bürgermeister nicht geantwortet. Wofür ich bis zu einem gewissen Maß Verständnis habe. Seine Gabe an zwei Orten gleichzeitig zu sein, verschafft ihm im politischen Geschäft erhebliche Vorteile. Zumal er zwei bezahlte Funktionen ausübt. Diese Geheimnisse will man nicht an die große Glocke hängen. Nicht, dass der politische Gegner das nachmacht.

Wobei nur mein Kollege Peter davon ausgeht, dass das fragliche Foto retouchiert sein könnte. Ein Scherz, den man spät in der Nacht in der Redaktion gemacht habe und den man vergessen habe, rückgängig zu machen sagt er. Und einige Kleingläubige und Nörgler vermeinen in dem Foto einen Beweis für vermutete Manipulationen in der NÖN zu sehen, die mehrheitlich der Diözese St. Pölten gehört. Dort würde man bevorzugt Politikerinnen und Politiker wegretouchieren, die nicht der ÖVP angehören.
Wo doch selbst mich als Skeptiker die Tatsache überzeugt, dass die NÖN der Kirche gehört. Bei diesen Eigentumsverhältnissen ist mit einer besonders hohen Wahrhaftigkeit der Berichte zu rechnen. Die katholische Kirche ist bekanntlich moralisch und lügt nie.

Weshalb ich auch dort dem Wunder auf den Grund gehen wollte. In einem e-mail an die Diözese St. Pölten schrieb ich:
Soeben fand ich folgendes Bild im "Boten von der Ybbs", Ausgabe der vergangenen Woche, das den Allhartsberger Bürgermeister Anton Kasser auf dem gleichen Foto zweimal zeigt. Einmal als Landtagsabgeordneten und einmal als Bürgermeister.
Fürwahr ein seltenes Kunststück, das mir noch nie untergekommen ist. Der Mann scheint die Gabe der Bilokalität zu besitzen.
Kann man so etwas als ein Wunder bezeichnen?
Und wenn ja, so scheint außer Zweifel zu stehen, dass es mit göttlicher Hilfe geschah. Herr Kasser ist immerhin Mitglied und Funktionär der ÖVP. Was gedenkt die Diözese in Bezug auf dieses Wunder zu tun?
Wird es eine päpstliche Untersuchung geben?
Werden Sie ein Seligsprechungsverfahren nach dem Ableben von Herrn Kasser einleiten?
Sollte sich das Foto nicht als Wunder herausstellen, welche Erklärung haben Sie dann dafür?

Leider habe ich von dort auch noch keine Antwort bekommen. Was mich ein wenig traurig stimmt. Als neugieriger Mensch hätte ich gerne gewusst, was die oberste Autorität in sowieso allen Dingen, vor allem im Bereich der Wissenschaften, von solchen Phänomenen hält. Andererseits geht man bei der katholischen Kirche mit Erscheinungen einer derartigen Tragweite besonders vorsichtig vor. Die Marienerscheinungen von Medjugorje etwa sind bis heute nicht anerkannt. Und die Kirche denkt bekanntlich in Jahrtausenden. Da werde ich als wissbegieriger Mensch das eine oder andere Jahrhundert übrig haben. Vielleicht hätte ich die Sache beschleunigt, wenn ich ihnen gesagt hätte, dass ich Atheist bin. Die Gelegenheit, einen Ungläubigen zu bekehren hätten sich die St. Pöltner Herren nicht entgehen lassen.

So bleibt mir nur, den bekannten Physiker Heinz Oberhummer um Rat zu fragen. Der wird sich mit den Skeptikern und den Science Busters des Phänomens annehmen.

P.S.: Dieser Artikel ist auch im Humanistischen Pressedienst erschienen.

Die Alleskönner von der ÖVP

NOEN_YbbstalDie NÖN enthüllt: Die Politiker (und -innen) von der niederösterreichischen "Volks"partei sind wahre Alleskönner. Das beweist ein Foto auf Seite 31 des "Boten von der Ybbs", Ausgabe 41/09.

Dass die Landesschwarzen im Reich unter Giebelkreuz und Glatze die Supersten sind, sagen sie Jahr und Tag. Das tut die NÖN, mehrheitlich im Eigentum der Diözese St. Pölten, auch. Und offenbar zu Recht. Den Landesschwarzen ist sogar die Gabe der Bilokalität eigen, wie ein exklusives Foto im "Boten von der Ybbs" beweist. Zumindest den Funktionären, die mehrere öffentliche Funktionen bekleiden.
NOEN_Ybbstal1
Für die NÖN-Redaktion ist diese wundersame Gabe so selbstverständlich, dass es nicht einmal mehr einen Kommentar wert ist. Andernorts würde man vom "Wunder von Allhartsberg" sprechen. Und da behaupten böse Zungen, die Fotos in der Zeitung würden retouchiert, um Angehörige anderer Fraktionen nicht vorkommen zu lassen. Speziell auf diesem Foto, sagen Kritiker, sei offensichtlich, dass Anton Kasser, ÖVP-Bürgermeister aus Allhartsberg, bei seinem zweiten wundersamen Erscheinen am linken Bildrand jemand anders verdecken könnte. Sonst wäre in diesem Foto der linke Bildrand ziemlich leer für ein Pressefoto. Kleingeister aber auch. Mit Gottes Segen, und den hat ein NÖN-Fotograf ohne Zweifel, wenn er einen ÖVP-Politiker fotografiert, geht alles.
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