Wenn Dummheit zum Talent wird

fpoe_logoÖ 3 hat heute die neue Meisterin der unfreiwilligen Komik Österreichs gekürt. Die FPÖ-Jugendreferentin von Wels schlägt selbst Kaliber wie Stefan Petzner, Peter Westenthaler und Gerhard Dörfler.



Wer's nicht glaubt, hier gibt's das Interview zum Download.
Oe3-Interview (mp3, 641 KB)
Wenn Dummheit zum Talent wird, fällt es selbst Politwatch schwer, Worte zu finden. Noch ein, zwei Leute dieses Kalibers und die heimische Kabarett-Szene ist arbeitslos. Wer will dafür zahlen, zum Lachen gebracht zu werden, wenn das öffentlich-rechtliche Radio das (zugegebenermaßen in einer Glanzstunde) frei Haus liefert? Andererseits sollte vielleicht die junge Dame auf Tournee gehen. Mit ihrer allumfassenden Ahnungslosigkeit füllt sie sicher auch größere Häuser. Stefan Petzner, Peter Westenthaler und Gerhard Dörfler, die ich bislang für unübertreffbar geniale Vertreter des Talents zur unfreiwilligen Komik gehalten habe, verblassen neben dieser Frau. Und von Dörfler sagt sogar die Staatsanwaltschaft, er sei zu deppert, um angeklagt zu werden. Ernsthafte Konkurrenz erwächst erstmals auch dem mittlerweile legendären FPÖ-Landtagsabgeordneten Karl Schwab aus Niederösterreich, wie Oliver Ritter feststellt.

Bei der Betreffenden empfindet man es schon als positive Überraschung, dass sie überhaupt weiß, bei welcher politischen Partei sie ist. Ob ihr bewusst ist, dass am 25. April gewählt wird, bleibt eher der Spekulation überlassen. Dass sie nicht weiß, wer bzw. was gewählt wird, darf angesichts dieses Interviews als sicher gelten. Da reicht nicht mal die Ausrede von "mit den Gedanken wonaders gewesen zu sein".

Dieses Ausmaß an Nichtwissen bei einer FPÖ-Jugendreferentin überrascht sogar mich (wobei es durchaus als Erklärung geeignet scheint, warum die Frau gerade bei der FPÖ gelandet ist). Und dass ich die FPÖ und ihre Funktionäre weder für sonderlich intelligent noch für geneigt halte, die Realität zur Kenntnis zu nehmen (vorausgesetzt, sie sind dazu befähigt), setze ich als bekannt voraus. Abseits des zweifelsohne unterhaltsamen Charakters der jungen Dame gewinnt die Vorstellung dieser zum Talent gewordenen Dummheit auch etwas Erschreckendes.

Man kann davon ausgehen, dass diese Verkörperung der Bildungsmisere in der FPÖ-Jugend in Wels noch eine der intelligenteren und gebildeteren ist. Sonst würde man sie nicht mit einer verantwortlichen Position betrauen. Wenn diese junge Frau für Jugendfragen- und Jugendbetreuung zuständig ist, wie muss es erst um die geistigen Fähigkeiten der von ihr Betreuten aussehen? Das Vorstellungsvermögen jedes halbwegs vernunftbegabten Menschen versagt bei diesem Gedanken.

Was bitte bereden die denn, wenn sie Treffen haben? Wenn sie keine Ahnung haben, wer die eigenen Spitzenrepräsentanten sind, welches die höchsten Funktionen der Republik sind, wer dort welche Politik macht - was reden die dann bitte bei politischen Zusammenkünften? "Patriotisch sein" - in der österreichischen Ausprägung heißt das, einen mehr oder weniger stark ausgeprägten Hang zum offenen Rassismus zu haben - reicht offenbar um sich bei dieser politischen Partei zu engagieren und verantwortliche Posten zu bekleiden. Und leider auch um gewählt zu werden.

Das ist das Erschreckende an dieser Partei. Sonst könnte man sie ja als recht unterhaltsam finden in dieser fleischgewordenen intellektuellen Anspruchslosigkeit. Aber die Vorstellung, dass solche Leute jemals in diesem Land irgendetwas zu sagen haben werden, löst bei mir Panikattacken aus. Da helfen nicht einmal die Lachanfälle über die Ahnungslosigkeit dieser jungen Frau.

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Mein Name ist Christoph Baumgarten und bin seit mehr als einem Jahrzehnt im Journalismus. Dieser Blog soll meine Sicht auf die politischen Entwicklungen in Österreich wiedergeben. Wobei im Moment der Ausdruck Zustand angebrachter wäre, wenn man an die heimische Politik denkt. Politwatch zeigt gerne vergessene Zusammenhänge auf und soll den Menschen eine Stimme geben, die auch angesichts der zunehmenden geistigen Verwahrlosung in diesem Land ihre fünf Sinne zusammen haben und nicht vergessen haben, was bei Politik im Mittelpunkt stehen sollte: Der Mensch mit seinen Bedürfnissen. Ein Hinweis für InhaberInnen eines Accounts auf twoday.net: Es gibt einen e-mail-Abodienst für neue Beiträge und Kommentare.

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