Unterstützung für Buskampagne

gewista_buskampagne_90526Die Unterstützung für die atheistische Buskampagne wird immer breiter. Nur ein Beispiel von vielen aufmunternden Statements ist auf http://www.feuerhaken.org zu finden. Thomas hat dort - auf meine Anregung hin - festgehalten, warum er die Kampagne für eine gute Idee hält.

…weil Religion nicht den öffentlichen Diskurs kontrollieren und bestimmen darf
…weil niemand Gott bewiesen hat
…weil “verletzte religiöse Gefühle” genauso Privatsache sind, wie verletzte “ästhetische Gefühle” verursacht durch eine hässliches Haus oder verletzte “intellektuelle Gefühle” wegen öffentlich zur Schau gestellter Dummheit oder verletzte “humanistische Gefühle” wegen Papst Benedikt, etc…
…weil ich auch religiöse Symbole und Werbung im öffentlichen Raum aushalten muss
…weil es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keinen Gott gibt
…weil Meinungs-, Rede- und Informationsfreiheit fundamentale Menschenrechte sind und es wichtig ist, dass diese auch in Anspruch genommen werden
… weil Atheisten in Österreich bisher kaum wahrgenommen wurden
… weil mir der Gedanke, sich mehr um die Menschen als um einen möglichen Gott zu kümmern, gefällt
… weil Gott es so will (Totschlagargument, unwiderlegbar, allmächtig)

Nachzulesen auf: http://www.feuerhaken.org

Dort findet sich übrigens auch ein herrlicher Kommentar auf das Urteil gegen Peter Westenthaler, den man seit Donnerstag als gerichtlich verurteilten Lügner bezeichnen darf.
NU (Gast) - 19. Jun, 16:15

Es ist höchste Zeit, dass das Thema "Gott" einmal in der breiten Öffentlichkeit diskutiert wird. Zuviele hängen sich an diesen Begriff, um eine Machtlegitimation für ihr Tun zu finden.

Stauni (Gast) - 19. Jun, 18:39

Hallo Christoph !
Da die Unterstützung immer "breiter" wird, hätte ich eine "breite" Frage.
Würdest Du einer Dir nahestehenden Person die im sterben liegt, auf's Nachtkästchen neben das Sterbebett, das Plakat "ES GIBT KEINEN GOTT" hinstellen ? ? ?
MfG
Stauni

Christoph Baumgarten - 19. Jun, 18:55

Hi Stauni,
Würdest du einem dir nahe stehenden Atheisten, der im Sterben liegt, ein Kreuz aufs Nachtkästchen stellen bzw. ins Zimmer hängen?
Sowas passiert ständig und sich dagegen zu wehren ist sehr schwierig. Oder ist es einem Atheisten/Juden/Muslim/Buddhisten zuzumuten, bei einer Strafverhandlung vor dem Kreuz am Richtertisch zu stehen?
Alles liebe,
Christoph

Stauni (Gast) - 19. Jun, 21:17

Hallo Christoph
Du verwechselst andauernd Gott mit einer Religion. Gott hat mit einem Kreuz, Davidstern, Buddastatue oder sonstigen religiösen Ikonen nichts zu tun.
Versuche einmal Gott, von egal welcher Religion zu trennen.
Zu Deiner Frage, nein das würde ich nicht tun, weil ich die Einstellung dieses Menschen akzeptiere. Deshalb finde ich ja diese Kampagne unmoralisch.
Aber Du hast mir meine Frage nicht beantwortet, sondern bist mit einer Gegenfrage ausgewichen.
MfG
Stauni

Christoph Baumgarten - 19. Jun, 21:40

Nein, lieber Stauni. Das war kein Ausweichen. Das war ein bloßes Aufzeigen, dass mit zweierlei Maß gemessen wird. Ich habe das gleiche Recht wie jeder andere, meine Weltanschauung zu äußern. Es geht hier um Außern und nicht wie du mit deiner Frage gestellt hast, um Missionieren auf Aufdrängen.

Stauni (Gast) - 19. Jun, 22:04

Hallo Christoph
Ich habe Dir dein Recht zur freien Meinungsäußerung nicht abgesprochen und würde mir das auch bei keinem Diskussionspartner erlauben. Auch habe ich mich einer Missionierung nichts am Hut. Allerdings versuche ich schon, Dich mit meiner Frage ein wenig in die "Ringseile" zu drängen.
Also im Sinne einer fairen verbalen Auseinandersetzung nochmals meine
Frage:
Würdest Du einer Dir nahestehenden Person die im sterben liegt, auf's Nachtkästchen neben das Sterbebett, das Plakat "ES GIBT KEINEN GOTT" hinstellen ? ? ?
MfG
Stauni

Thomas (Gast) - 19. Jun, 22:07

Wer käme bitte auf die absurde Idee soetwas zu machen? Das Beispiel zeigt überhaupt nichts auf. Vor allem aber ist der Sprung zu "Deshalb find ich diese Kampagne unmoralsich" willkürlich und nicht begründbar (dh da fehlt offensichtlich einiges in der Argumentationskette)...

Aber eigentlich wollte ich mich ja nur für die Werbung bedanken :-)

Stauni (Gast) - 19. Jun, 22:24

Hallo Christoph
Dann darf ich Deine Antwort als NEIN werten. Dann bist Du eigentlich genau der anständige "Kerl" den ich aus Deinen Beiträgen herauslese.
Harte Schale jedoch weicher Kern und das finde ich persönlich gut so.
Mir ist schon klar, dass dieses Thema sehr zweischneidig ist, den es hat im eigentlichen Sinn nichts mit Politik zu tun, ausser man macht es zum politischen Thema. Eines kannst Du mir allerdings glauben, wenns wirklich eng wird, glauben die größten Atheisten und härtesten Kerle an einen Gott.
MfG
Stauni

Christoph Baumgarten - 20. Jun, 00:43

Hallo Stauni,
Mag sein, dass mein Kern weicher ist als meine Schale...
Glaub mir, in den vergangenen zwei, drei Jahren ist es für mich das eine oder andere mal emotional und psychisch wirklich kritisch geworden. Der Gedanke an Gott hat sich mir nicht aufgedrängt....
So wenig wie ich missioniert werden will, so wenig will ich missionieren. Religion muss Privatsache sein. Leider ist es das nicht. Leider ist Religion bei uns (wieder) eine politische Angelegenheit und zwar eine verdammt wichtige und heikle.
Mit dieser Kampagne wollen wir aufzeigen: Durch die Eroberung des öffentlichen Raums durch religiöse Organisationen läuft was schief. Wir werden ständig mit religiösen Botschaften konfrontiert. Das müssen wir so hinnehmen. Tun wir das nicht, werden wir ausgelacht. Das ist beleidigend. Diese Kampagne soll einen Spiegel vorhalten, nicht mehr und nicht weniger. Es geht nicht darum, andere Menschen vor den Kopf zu stoßen. Aber es geht darum, dass durch die Öffentlichkeit von Religion viele Menschen vor den Kopf gestoßen werden. Menschen, die Gefühle haben, die ebenso schützenswert sind wie die so genannten religiösen Gefühle.
Alles liebe,
Christoph

Mathias (Gast) - 22. Jun, 22:50

Ich finde die Gegenfrage durchaus berechtigt. Klar, ein Kreuz ist kein direktes Zeichen für Gott, aber ein Symbol für eine (hierzulande) sehr weit verbreitete Vorstellung eines Gottes. Wenn ich irgendwo lese "Es gibt einen christlichen Gott", ist das eine genauso deutliche Aussage wie "Es gibt keinen Gott", aber deswegen noch kein Missionieren. Das wird es erst, wenn man jemandem mit Bedrängnis oder gar Nötigung von dieser "metaphysischen Wahrheit" zu überzeugen versucht. Und das tut weder die Buskampagne, noch ein Kreuz im Spitalszimmer, wie es oftmals üblich ist. (Dass es hierbei jedoch stark darauf ankommt, ob es sich um ein staatliches oder privates Krankenhaus handelt, muss natürlich auch bedacht werden.)

Interessanterweise braucht es für die korrekte Verwendung des Terminus "Missionieren" eigentlich so etwas wie eine Mission, natürlich von oben herab diktiert. Diese ist beim Atheismus aber mitnichten vorhanden - sollten sich überhaupt Werte aus dieser ursprünglich werteneutralen Weltanschauung ergeben, sind diese einerseits subjektiv, andererseits bloß menschlich. Das sollte man sich mal durch den Kopf gehen lassen.

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