Unterhaltungstherapie für Kärnten
Die Spatzen pfeifen es seit Wochen von den Dächern. Seit Donnerstagabend ist es offiziell. Stefan Petzner tritt als BZÖ-Generalsekretär zurück.Die Bewohnerinnen und Bewohner des krisengeschütteltsten Bundeslandes dürfen hoffen. Stefan Petzner will sich vermehrt der Kärntner Politik widmen. Sinnvolle Konzepte, wie die Finanzkrise zu bewältigen ist, wird er nicht bringen. Das darf nicht verwundern: Er war jahrelang Teil der Truppe, die die Lage zu verantworten hätte -würde diese Truppe jemals Verantwortung für irgendetwas übernehmen. Dass Petzners Anwesenheit unmittelbare Auswirkungen auf die reale Lage der Kärtner Bevölkerung haben wird, ist nicht zu erwarten, von einer Verbesserung ganz zu schweigen. Aber immerhin - Petzner ist unterhaltsam. Das bringt wenigstens gute Laune. Man muss nur eines seiner Interviews hören oder lesen. Und Unterhaltung brauchen die Kärntnerinnen und Kärntner angesichts der Grauslichkeiten, die ihnen die Landesregierung zumuten wird, dringend.
Den Wienerinnen und Wienern wird er fehlen. Wer sonst hat mit originellen Ideen das Kabarett in den Wohnzimmerfernseher gebracht? Jetzt ist man auf die Lugnerschen Schrullen angewiesen. Ein matter Ersatz. Aber halt: Ein wenig wird er doch in Wien bleiben, kündigt Petzner gegenüber dem ORF an. Was sich jetzt nicht unbedingt damit vereinen lässt, dass er sich voll auf Kärnten konzentrieren will, wo er geschäftsführender Landesobmann ist. Andererseits: Derlei Unstimmigkeiten machen Petzners unvergleichlich hohen Unterhaltungswert aus.
Christoph Baumgarten - 8. Apr, 20:16


