"Für mich ist der Mann ein Nazi"

Schulz_Martin_349x531Viel deutlicher als Martin Schulz, Vorsitzender der Sozialdemokraten im Europäischen Parlament (PSE), kann man den FPÖ-Wahlkampf vermutlich nicht beschreiben. Aus seiner Sicht benutzen die Blauen die "Sprache des Dritten Reiches", der Wahlkampf sei antisemitisch und Strache nennt Schulz kurz und knapp "Nazi". (Bild: www.spd.de)

"Auch wenn ich damit ein Gerichtsverfahren riskiere. Für mich ist der Mann ein Nazi", sagt Schulz über FPÖ-Chef Bumsti Strache. Es ist nicht irgendjemand, von dem der Vorwurf kommt. Der Deutsche ist Vorsitzender der sozialdemokratischen Fraktion im EU-Parlament. Er gilt als Politiker, der sagt, was er sich denkt. Das hat ihm unter anderem heftige Attacken durch Italiens Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi eingetragen, der mit Kritik nicht so gut umgehen kann. Die FPÖ-Wahlkampagne spricht für Schulz "die Sprache des Dritten Reiches".

http://www.ftd.de/politik/europa/:Scharfe-T%F6ne-vor-Europawahl-Schulz-nennt-FP%D6-Politiker-Nazi/522254.html

GrafMan darf gespannt sein, wie die FPÖ auf das Interview mit Schulz in der Financial Times Deutschland reagiert. Die Kampagne gegen Ariel Muzicant, Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeine, spricht eher nicht für Kritikfähigkeit. Der Dritte Nationalratspräsident Martin Graf hatte ihn als "Ziehvater des antifaschistischen Linksterrorismus" bezeichnet. Mal sehen, welche Bezeichnungen er für den wichtigsten Sozialdemokraten im EU-Parlament finden wird.

P.S.: Bei einer Lesung vor dem Parlament forderten gestern unter anderem Doran Rabinovici und Franzobel den Rücktritt Martin Grafs. Im Internet haben mittlerweile etwa 28.000 Menschen bekundet, dass sie Graf für rücktrittsreif halten.
(Bild: Martin Graf mit einer blauen Kornblume, auch Erkennungssymbol illegaler Nazis in Österreich)
Michael (Gast) - 4. Jun, 13:00

Ich versteh das einfach nicht. Wir haben das FPÖ-Problem jetzt praktisch seit 1989. Man müsste doch annehmen, dass die Leute jetzt langsam was gelernt haben. Wie kannst Du nur auf die Idee kommen, dass es einen gute Sache ist, wenn 4 Tage vor einer Wahl ein deutscher Politiker die FPÖ so massiv kritisiert. Hätte man mit dem ganzen Graf-Abwahl Theater nicht überhaupt bis nach der Wahl warten können? Ich seh nicht ein, dass sich jetzt ausgerechnet vor einer Wahl alle linken Politiker, die vorher nie einen Piep gesagt haben plötzlich als Antifa-Helden positionieren müssen und dabei aller Voraussicht nach massenhaft FPÖ-Wähler an die Wahlurnen treiben - FPÖ-Wähler, die sonst nie und nimmer zur Wahl gegangen wären, weil sie die EU nicht interessiert.

Und können wir bitte endlich mit den Nazi-Vergleichen aufhören? Ja, Strache ist scheiße, Graf ist scheiße - aber Goebbels war dann doch eine ganz andere Kategorie.

Francis (Gast) - 4. Jun, 14:59

Naja, Herr Genosse Schulz hat sich selbst noch fürchterlich aufgeregt und fühlte sich gar zu betroffen, als Silvio Berlusconi ihn halb scherzhaft mit einem Aufseher aus der Zeit des National-Sozialismus verglichen hat.
Nun ja, sachliche Arbeit ist im Wahlkampf von den etablierten Parteien nicht mehr zu erwarten. Und die relativ sachliche Arbeit einiger Kleinparteien bekommen nur sehr wenige, sehr interessierte Leute mit.

cursor (Gast) - 7. Jun, 19:42

Die verlorenen Kinder/WÄHLER der SPÖ_______Was mich SO wundert ist immer , wieder die verblüffend naive art der Österreicher im umgang mit der FPÖ und ihrer Führungsebene .Diese Partei mit Nazis in Verbindung zu bringen ,ist ja fast schon ein Frevel ,in etwa so als wie Kirche und Kreuz in eintracht zu sehen/verstehen (Augenzwinker ) .Da ich selbst lang genug für diese Partei gearbeitet habe , kann /darf ich bestätigen __-ES ist So , ohne einer Rechten Einstellung gibt es kein Vor/Weiterkommen in dieser, DER Partei .War es nun eine Ablehnung der Rechten , ein Befürworten der EU ein Sieg der Schwarzen ein verlieren der Roten ein Fiasko der Grünen oder ,oder ,oder ....; Die Möglichkeiten der Parteien ES , dass Erfolgserlebnis zu vermitteln sind wohl so unbegrenzt , wie die Berechnung eines Lottosechser`s . .Ob es Burschenschaften oder gewisse Verbindungen/Netzwerke sind , immer ja immer ob auf Parlaments-Landtags-Rathausebene werden einschlägige Positionen nur an """AUS_ERWÄHLTE"""""VER/geben .Die heutige EU-WAhl ist wieder einmal mehr ein Zeichen wie einseitig/eigenwillig man seine Erfolge interpretieren Kann /Darf/Soll.


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Mein Name ist Christoph Baumgarten und bin seit mehr als einem Jahrzehnt im Journalismus. Dieser Blog soll meine Sicht auf die politischen Entwicklungen in Österreich wiedergeben. Wobei im Moment der Ausdruck Zustand angebrachter wäre, wenn man an die heimische Politik denkt. Politwatch zeigt gerne vergessene Zusammenhänge auf und soll den Menschen eine Stimme geben, die auch angesichts der zunehmenden geistigen Verwahrlosung in diesem Land ihre fünf Sinne zusammen haben und nicht vergessen haben, was bei Politik im Mittelpunkt stehen sollte: Der Mensch mit seinen Bedürfnissen. Ein Hinweis für InhaberInnen eines Accounts auf twoday.net: Es gibt einen e-mail-Abodienst für neue Beiträge und Kommentare.

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