Sieg der Vernunft
Berliner Kindern wird der konfessionelle Religionsunterricht erspart bleiben. Die Volksabstimmung der Gegner des Ethik-Unterrichts scheiterte trotz Materialschlacht deutlich. Zeit, auch in Österreich den Religionsunterricht zu hinterfragen.
Es war eine Ohrfeige für alle, die Kindern konfessionellen Religionsunterricht aufzwingen wollen. Mehr als die Hälfte der Berlinerinnen und Berliner, die ihre Stimme abgaben, entschieden sich dafür, dass das den Kindern erspart bleiben soll. Die Verfechter der Plattform "pro reli" schafften nicht einmal einen symbolischen Sieg. Nicht einmal bei einer Wahlbeteiligung von von 29 Prozent konnten sie eine Mehrheit erringen. Angesichts der Materialschlacht und der breiten Debatte in der Öffentlichkeit eine schmähliche Niederlage, die "pro reli" und Bischöfe trotzig in einen Sieg uminterpretieren wollen.
http://www.pro-reli.de/volksentscheid/
25 Prozent der Wahlberechtigten hätten den Volksentscheid unterstützen müssen, um den Berliner Ethikunterricht zu kippen - vorausgesetzt, sie hätten eine Mehrheit der abgegeben Stimmen dargestellt. "pro reli" kam nicht einmal in die Nähe dieser Hürde.
Ein ermutigendes Signal für alle, die Kinder nicht hauptsächlich als Angehörige von Religionsgemeinschaften sehen, denen sich nicht einmal selbst beigetreten sind. Es ist Augenauswischerei zu behaupten, erst Religionsunterricht würde sie befähigen, mit Kindern anderer Religionsbekenntnisse zu kommunizieren. Das Prinzip des konfessionellen Religionsunterrichts ist es erst, das ein Bewusstsein dafür schafft, dass die Religionsbekenntnisse der Eltern (Unmündigen aufgezwungen) etwas Trennendes sind. Hat man ihnen erst einmal aufgedrängt, dass Katholiken, Protestanten und Muslime so grundverschieden sind, dass sie unterschiedlich unterrichtet werden müssen, wird es wirklich schwierig, diesen Unterschied zu verwischen. Man schafft zuerst willkürlich Trennendes, das man zu überwinden vorgibt. Nicht umsonst kämpfen Freidenker und Humanisten seit Jahrzehnten gegen diesen Unfug.
http://www.humanismus.de/
http://www.freidenker-oesterreich.at
Berlin macht Mut
Eine Art von Segregation, die auf der Logik "separate but equal" basiert. Wozu das geführt hat, hat man in den USA gesehen, wo der Oberste Gerichtshof diese (in diesem Fall auf "Rassen" basierende) Doktrin 1954 aufgehoben hat. (Brown vs. Board of Education). "Separate" und "equal" schließen einander aus. Wer Kinder nach willkürlichen Kriterien wie Hautfabre oder Religion beurteilt, verhindert, dass sie die bestmögliche Ausbildung bekommen und zu mündigen Menschen erzogen werden. Ob es getrennte Schulen sind wie früher in den USA oder einzelne Unterrichtsstunden bestimmt das Ausmaß der Segregation, ändert aber nichts daran, dass Segregation vorliegt. In den Teilen der USA hat die Politik rassstische Ressentiments aufrecht erhalten und geschürt.
In Deutschland und in Österreich wird hartnäckig an diesem Prinzip festgehalten, allen vernünftigen Argumenten zum Trotz. Auch aus Angst vor den Wählerinnen und Wählern. Das Berliner Beispiel zeigt, dass das unnötig ist. Zumindest in aufgeklärten urbanen Gebieten. Auch in Wien sollte es möglich sein, den konfessionellen Religionsunterricht auf die Müllhalde der Geschichte zu kippen. Es wäre auch ein Anknüpfungspunkt an das Rote Wien, auf dessen Traditionen sich die SPÖ beruft. Die Sozialdemokraten traten 1919/1920 in ihrem Verfassungsentwurf dafür ein, Religion aus den Schulen herauszuhalten.
Dazu bräuchte es aber Mut, der Kirche entgegenzutreten. Berlin zeigt, dass es möglich ist.
Es war eine Ohrfeige für alle, die Kindern konfessionellen Religionsunterricht aufzwingen wollen. Mehr als die Hälfte der Berlinerinnen und Berliner, die ihre Stimme abgaben, entschieden sich dafür, dass das den Kindern erspart bleiben soll. Die Verfechter der Plattform "pro reli" schafften nicht einmal einen symbolischen Sieg. Nicht einmal bei einer Wahlbeteiligung von von 29 Prozent konnten sie eine Mehrheit erringen. Angesichts der Materialschlacht und der breiten Debatte in der Öffentlichkeit eine schmähliche Niederlage, die "pro reli" und Bischöfe trotzig in einen Sieg uminterpretieren wollen.
http://www.pro-reli.de/volksentscheid/
25 Prozent der Wahlberechtigten hätten den Volksentscheid unterstützen müssen, um den Berliner Ethikunterricht zu kippen - vorausgesetzt, sie hätten eine Mehrheit der abgegeben Stimmen dargestellt. "pro reli" kam nicht einmal in die Nähe dieser Hürde.
Ein ermutigendes Signal für alle, die Kinder nicht hauptsächlich als Angehörige von Religionsgemeinschaften sehen, denen sich nicht einmal selbst beigetreten sind. Es ist Augenauswischerei zu behaupten, erst Religionsunterricht würde sie befähigen, mit Kindern anderer Religionsbekenntnisse zu kommunizieren. Das Prinzip des konfessionellen Religionsunterrichts ist es erst, das ein Bewusstsein dafür schafft, dass die Religionsbekenntnisse der Eltern (Unmündigen aufgezwungen) etwas Trennendes sind. Hat man ihnen erst einmal aufgedrängt, dass Katholiken, Protestanten und Muslime so grundverschieden sind, dass sie unterschiedlich unterrichtet werden müssen, wird es wirklich schwierig, diesen Unterschied zu verwischen. Man schafft zuerst willkürlich Trennendes, das man zu überwinden vorgibt. Nicht umsonst kämpfen Freidenker und Humanisten seit Jahrzehnten gegen diesen Unfug.
http://www.humanismus.de/
http://www.freidenker-oesterreich.at
Berlin macht Mut
Eine Art von Segregation, die auf der Logik "separate but equal" basiert. Wozu das geführt hat, hat man in den USA gesehen, wo der Oberste Gerichtshof diese (in diesem Fall auf "Rassen" basierende) Doktrin 1954 aufgehoben hat. (Brown vs. Board of Education). "Separate" und "equal" schließen einander aus. Wer Kinder nach willkürlichen Kriterien wie Hautfabre oder Religion beurteilt, verhindert, dass sie die bestmögliche Ausbildung bekommen und zu mündigen Menschen erzogen werden. Ob es getrennte Schulen sind wie früher in den USA oder einzelne Unterrichtsstunden bestimmt das Ausmaß der Segregation, ändert aber nichts daran, dass Segregation vorliegt. In den Teilen der USA hat die Politik rassstische Ressentiments aufrecht erhalten und geschürt.
In Deutschland und in Österreich wird hartnäckig an diesem Prinzip festgehalten, allen vernünftigen Argumenten zum Trotz. Auch aus Angst vor den Wählerinnen und Wählern. Das Berliner Beispiel zeigt, dass das unnötig ist. Zumindest in aufgeklärten urbanen Gebieten. Auch in Wien sollte es möglich sein, den konfessionellen Religionsunterricht auf die Müllhalde der Geschichte zu kippen. Es wäre auch ein Anknüpfungspunkt an das Rote Wien, auf dessen Traditionen sich die SPÖ beruft. Die Sozialdemokraten traten 1919/1920 in ihrem Verfassungsentwurf dafür ein, Religion aus den Schulen herauszuhalten.
Dazu bräuchte es aber Mut, der Kirche entgegenzutreten. Berlin zeigt, dass es möglich ist.
Christoph Baumgarten - 26. Apr, 21:14



Tatsächlich bezahlt die Kirche nichts oder nur sehr wenig an kirchliche Krankenhäusern, Altenheimen und Kindergärten.