Sie hängen!

PassantenSeit heute hängen sie. Die Sujets der Atheistenkampagne in Wien. Auf drei City Lights in der Bundeshauptstadt sind Slogans wie „Es gibt keinen Gott. Gutes tun ist menschlich. Auf uns kommt es an“ oder „Gott ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein tschechischer Schlagersänger. Entspann dich. Er wird dir nichts tun“ zu lesen. Die Proponenten der Kampagne zeigen sich erleichtert, dass nach den Konflikten der vergangenen Wochen die Sujets hängen - und erfreut, dass die Kampagne auf großes Medienecho gestoßen ist

Mariahilferstraße 1A, vor einem der drei City Lights mit den Sujets der Atheisten-Buskampagne. Zahlreiche Mitglieder der Vereine Freidenkerbund, AG-ATHE und AHA sind zur Präsentation der Sujets gekommen. Niko Alm, Geschäftsführer der Agentur Super-Fi, die die Kampagne kostenlos abwickelt, hat fast dauernd irgendein Mikrofon vor dem Gesicht um interviews zu geben. JournalistInnen von Wienweb.at, ATV, Okto, Ö1 etc. sind gekommen.
Interview-Alm
Auch von der Facebook-Gruppe "Für ein laizistisches Österreich" sind einige Mitglieder gekommen.
http://www.facebook.com/editpicture.php?success=1#/group.php?gid=81456871081

Die Stimmung ist locker. Die Mitglieder der verschiedenen Vereine scherzen, Passanten fragen nach, Autoaufkleber werden ausgeteilt, Visitkarten und e-mail-Adressen ausgetauscht.
Niko_Rudi
Luksan_Alm1
Beliebtes Fotomotiv: Mein T-Shirt mit den Original-Slogans, das ich bei der britischen Kampagne bestellt habe.
Moi

„Wir freuen uns, dass die Kampagne auf so große öffentliche Aufmerksamkeit stößt“, sagen Martin Luksan (Freidenkerbund) und Karl Linek (AHA). „Das zeigt, dass das Thema Atheismus öffentlich wahrgenommen wird. Immerhin CityLightleben in Österreich eine Million Menschen ohne Religionsbekenntnis. Andererseits zeigt die große Aufregung, dass es immer noch nicht gesellschaftlich akzeptiert ist, wenn jemand sagt, dass er nicht an Gott glaubt. Das ist immer noch ein Tabu-Thema, hier gibt es immer noch Diskriminierung“.

Werberat bleibt Kritik nicht erspart
Wie groß das Tabu ist, zeigt der Werberat. Der hatte die Sujets der Atheisten-Kampagne zum Anlass genommen, um sich für politische Kampagnen zuständig zu erklären. "Es hat in der jüngsten Vergangenheit Beispiele gegeben, wo man Menschen absichtlich beleidigt und gegeneinander ausgespielt hat. Für Abendland in Christenhand hat sich der Werberat nicht zuständig gefühlt. Wenn wir öffentlich sagen, es gibt keinen Gott, gibt man uns zu verstehen, dass man uns gnadenhalber Religionsfreiheit zuspricht – aber nur, solange sich niemand beleidigt fühlt. Das kommt uns etwas scheinheilig vor“, sagt Luksan.

Eigenartig sei auch, dass die Religionsgemeinschaften gelassener darauf reagierten als der Werberat. „Die wollen natürlich vermeiden, uns zu viel Widerstand entgegenzusetzen, weil uns das Aufmerksamkeit und Sympathien bringen würden. Dass da der Werberat sprichwörtlich päpstlicher sein will als der Papst, mutet eigenartig an“. Wenn sich das Gremium für derartige Werbekampagnen zuständig fühle, solle es in Zukunft auch auf die Kampagnen von Religionsgemeinschaften Acht geben: „Wir werden sicher keine Beschwerde einlegen sondern höchstens darauf hinweisen, dass da ein religiöses Märchen verbreitet wird. Aber ich wäre mir nicht sicher, ob nicht einige Angehörige anderer Religionen genauso intolerant sind wie manche Katholiken und sich vor den Kopf gestoßen fühlen“.
Fotos: Anna Paseka
http://www.buskampagne.at
davidneuner (Gast) - 16. Jul, 18:36

das erklärt einiges

Kim (Gast) - 17. Jul, 09:33

Hmm... kann ich auch ohne Auto einen Aufkleber kriegen? ;)

Christoph Baumgarten - 17. Jul, 10:16

Liebe Kim,
Selbstverständlich geht das. Einfach bestellen unter
http://www.buskampagne.at/shop
Kostet drei Euro (inkl. 1 Euro Spende für die Kampagne).

icemaster (Gast) - 17. Jul, 14:17

Wurde ja auch langsam mal Zeit. :D

Kim (Gast) - 18. Jul, 20:30

Danke Christoph!!! :)

Michael Tfirst (Gast) - 20. Jul, 14:19

Ich fordere:

Ich fordere, dass für diese Atheismuskampagne ebenfalls mindestens 600 Citylights unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden und tausende Plakatflächen, damit diese erfolgreich unters Volk gebracht wird, so wie Herr Prof. Dkfm. Armin G. Fehle, ehem. Vorsitzender Euro RSCG Österreich, vorher Doorland, die Plakatkampagne: "Zu Weihnachten wurde Jesus geboren" sehr zur Freude von Kardinal Graf Schönborn unentgeltlich verbreiten konnte (Fehle ist wie Schönborn aus dem Ländle). Die Plakatflächen und 600 City Lights wurden kostenlos vom Außenwerbeunternehmen Epamedia bereitgestellt.


Mit freundlichen Grüßen

http://www.michaeltfirst.blogspot.com/

Michael Tfirst

Jakob (Gast) - 20. Jul, 15:32

1. Was haben diese Plakate bewirkt?
Nichts. Man redet nun nicht darüber, ob Gott existiert sondern über diese pietätlosen Plakate.

2. Islam
Jetzt soll mal diese "Organisation" versuchen, Anti-Allah Plakate in der Türkei oder ähnlichen Ländern zu präsentieren.

3. Frechheit
Hätten die das mal vor 10-20 Jahren versuchen sollen.

4. Kommerziell
Angeblich hat das ganze keinen kommerziellen Hintergrund, aber wie ich schon hier in den Kommentaren lese werden sogar Produkte verkauft, die diese Aktion unterstützen. Das Geld für Plakate auf den Bussen hätten die gehabt, aber für ein paar Autoaufkleber muss man zahlen? Das wird immer fragwürdiger...

5. Religion
Der Atheismus ist einfach keine Religion. Wenn ich an einen oder mehrere Götter glaube, oder an das gute, das ist Religion. Der Atheismus denkt aber anders und glaubt, dass er besser sei, nur weil er anderst denkt, als der größte Teil der Weltbevölkerung. Irrtum, er ist es nicht!

6. Österreich
Die Initiatoren haben die Hose voll und fangen mal mit den Ländern an, bei denen jeder weis, dass er nicht verfolgt wird und viele "Gut-Menschen" sitzen.
Über die teils verweichlichten Politiker könnte man noch Stunden reden.

Christoph Baumgarten - 20. Jul, 16:20

@jakob: Und hast du auch was, was einem Argument irgendwie ähnlich sieht oder nur dumpfe Gefühle?

Jakob (Gast) - 20. Jul, 20:41

Was meinst du mit Argumenten?
Einen Beweis, das es Gott gibt? Kann ich dir leider nicht geben, und auch zugegeben habe ich mit der Kirche eher wenig am Hut, doch es spricht, wie oben erwähnt, niemand den ich kenne über Gott, sondern über diese Plakate, die nicht die Meinungsfreiheit dabringen, sondern Empörung und Wut fordern.

Als diese EU-Höschen Plakate kamen waren alle empört und sie mussten gleich wieder entfernt werden, aber solch geschmacklose "Werbung" wird geduldet? Österreich ist anders und lässt sich alles gefallen. Im Gegensatz zur Schweiz. Das dort alles anders und teils besser ist könnte man lange Romane schreiben.

Christoph Baumgarten - 20. Jul, 20:53

Sorry, auf eine Mischung zwischen FPÖ-Diffamierung und Kindergarten lass ich mich nicht ein. Komm wieder, wenn du Meinungsfreiheit und Demokratie buchstabieren kannst.

Jakob (Gast) - 21. Jul, 08:10

Das ist doch keine Demokratie, sondern Protest, den die Atheisten starten.
Damit haben die FPÖ und Demokratie wenig zu tun.

Übrigens: Auch in mehreren Tageszeitungen wird der Wunsch stark, auch in muslimischen Ländern Anti-Allah Plakate zu sehen, also bitte, ich steh euch dabei nicht im Weg, wenn ihr euch traut...

Christoph Baumgarten - 21. Jul, 09:22

Ein Protest hat nichts mit Demokratie zu tun? Das Recht, öffentlich seine Meinung kundzutun bzw. zu bekennen (lat.: protestare) auch nicht? Ich denke, du solltest nachsehen, was man gemeinhin unter einer modernen Demokratie versteht.
Und ja, wie die gestrige Presseaussendung der FPÖ beweist, hat das sehr viel mit den Freiheitlichen zu tun. Die gebrauchen so konfuse Argumente wie du und wollen uns ebenfalls den Mund verbieten.
Der Hinweis, wir sollten doch die Plakate anderswo anbringen: Dir ist schon klar, dass es zwischen demokratischen und nicht-demokratischen Ländern einen Unterschied gibt? Im übrigen gibt es zahlreiche nicht-demokratische Länder mit christlicher oder andersreligiöser Bevölkerungsmehrheit. Diktaturen sind keine muslimische Spezialität, weder historisch noch aktuell. Das Argument, Menschenrechte einzuschränken, weil sie anderswo auch nicht gelten, ist nichts anderes als der dumpfe Wunsch nach Faschismus. In deinem Fall nach Klerikalfaschismus. Das sei dir unbenommen. Misch dich aber nicht in Debatten von Menschen ein, die Demokratie und Menschenrechte verteidigen wollen. Auch vor Leuten wie dir.

Jakob (Gast) - 21. Jul, 10:31

Entweder willst du es nicht verstehen oder du kannst nicht. Es geht darum, dass mit dieser Aktion nur Unmut erzeugt, aber keine Gespräche hervorgerufen werden. Wenn das der Sinn der Kampagne ist, dann herzlichen Glückwunsch, ihr habt es geschafft.
Da ihr euer Ziel erreicht habt könnt ihr ja ins nächste Land weiterziehen. Und sucht euch diesmal eins mit Politikern, die sich sowas nicht gefallen lassen. Danach können wir mal ernst drüber reden! Irland? Genau, versucht es doch mal dort!

Christoph Baumgarten - 21. Jul, 11:12

Ach so, demokratisch ist es deiner Meinung nach nur dann, wenn man alles in der süßelnden Harmonie ersticken kann. Demokratisch ist es nur dann, wenn sich keiner aufregt. Demokratisch ist nur, was keinen Unmut erzeugt.
Es ist mir völlig unbegreiflich, wie jemand einer Million Menschen ein Artikulationsverbot auferlegen will, nur weil sich ein Frömmler, Angsthasen und sonstige Kleingeister vielleicht gestört fühlen könnten. Am meisten fühlen sich doch diese Menschen durch unsere bloße Existenz gestört. Den Gefallen werden wir ihnen tun, uns vielleicht missionieren zu lassen, nur weil jemand aufgrund unserer Existenz Unmut empfindet. Das hättet ihr wohl gerne. Oder vielleicht auch noch dahin gehen, wo keine Demokratie herrscht oder nur eine eingeschränkte. Damit unsere Existenz in diesem ach so harmonischen und pseudodemokratischen Land endlich ein Ende hat. Den Gefallen werden wir euch tun.
Wenn du ein Problem mit meiner bloßen Existenz hast, ist mir das ziemlich wurscht. Noch mehr wurscht ist mir, ob du mir und einer Million Menschen in diesem Land den Mund verbieten willst. Dagegen wehren wir uns. Und wie notwendig das ist, zeigen nicht zuletzt deine Postings.

Jakob (Gast) - 21. Jul, 11:39

Anscheinend hat es keinen Sinn, mit dir zu sprechen, da du mein vorheriges Posting nur überflogen und nicht gelesen hast. Bevor du nicht verstehst, worauf ich hinauswill hat dieses Gespräch reht wenig Sinn.
Fühl dich von mir aus bis dahin unterdrückt, oder als Märtyrer, ist mir egal. Aber schreib nicht zeilenweise Käse, der mit meinen Postings nichts zu tun hat.

Christoph Baumgarten - 21. Jul, 11:44

Oh, ein armer MIssverstandener, dem nichts besseres einfällt, als dieselben dummdreisten "Argumente" zu gebrauchen wie die Leserbriefschreiber in "Heute".

Jakob (Gast) - 21. Jul, 11:51

Zu deiner Info: Ich lese keine "Heute", sondern den "Kurier", also red nicht solchen Schwachsinn.

Christoph Baumgarten - 21. Jul, 13:16

Und? Die Argumente unterscheiden sich aber nicht sonderlich.

Jakob (Gast) - 21. Jul, 19:04

Was für Argumente hast du denn dafür, anderen Leuten einreden zu wollen, dass es keinen Gott gibt?

Michael Tfirst (Gast) - 22. Jul, 15:37

Etwas zum Abendland in Christenhand (ich finde folgendes als reine Blasphemie):

In den mehrmalig stattfindenden Chorgebeten der Klosterbrüder im christl. Abendland beten (singen) sie täglich (Auszüge):

Gott wird zerschmettern das Haupt seiner Feinde….Gepriesen sei der Herr, der meine Hände unterweist zum Kampf….meine Finger zum Krieg….meinen Feinden jagte ich nach und erreichte sie, und ich kehrte nicht um, bis ich sie aufgerieben hatte...vor ihm zittern die Völker, alle Gesichter erglühen…wer wird für mich aufstehen gegen die Übeltäter.......ich will sie zerschmettern; sie sollen mir nicht widerstehen und müssen unter meine Füße fallen…der Gott, der mir Rache gibt und zwingt die Völker unter mich …damit du sie zerschmetterst, damit dein Fuß im Blut watet, damit die Zunge deiner Hunde ihr Teil bekommt von den Feinden!

Unendlich wäre die Liste fortzusetzen!

MfG

http://www.sexualabusebychurchmen.blogspot.com/

http://www.michaeltfirst.blogspot.com/

Michael Tfirst


P.S. Ich denke, alle anderen Religionen werden in keiner Weise mit ähnlichen Wortkreationen hinten nach hinken…

P.P.S. Die armen Mönche, die die tägliche Gehirnwäsche zur Blutrünstigkeit über sich ergehen lassen müssen und dann sagen sie über sich selber auch, das alles ist so schön und so besinnlich, so friedlich ist es im Kloster, wir sind so gute Menschen…………


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Mein Name ist Christoph Baumgarten und bin seit mehr als einem Jahrzehnt im Journalismus. Dieser Blog soll meine Sicht auf die politischen Entwicklungen in Österreich wiedergeben. Wobei im Moment der Ausdruck Zustand angebrachter wäre, wenn man an die heimische Politik denkt. Politwatch zeigt gerne vergessene Zusammenhänge auf und soll den Menschen eine Stimme geben, die auch angesichts der zunehmenden geistigen Verwahrlosung in diesem Land ihre fünf Sinne zusammen haben und nicht vergessen haben, was bei Politik im Mittelpunkt stehen sollte: Der Mensch mit seinen Bedürfnissen. Ein Hinweis für InhaberInnen eines Accounts auf twoday.net: Es gibt einen e-mail-Abodienst für neue Beiträge und Kommentare.

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