Runter mit den Fetzen

Frankreich und Belgien verbieten es, dass Burkas bzw. Niqabs in Schulen, Behörden etc. getragen werden. Ein richtige Entscheidung, wenn auch keine unproblematische.
Bild: Jean Fabien















Würde ein jüdischer Österreicher einen gelben Stern tragen, man würde ihn auf seinen Geisteszustand prüfen. Erst recht, wenn er das mit seinem Recht auf Religionsfreiheit argumentieren würde. Trägt eine Muslima einen Niqab oder eine Burka, muss man sie zuerst fragen, ob sie das nicht möglicherweise freiwillig tue. Auch wenn Judenstern und die zwangsweise Ganzkörperverhüllung nur bedingt vergleichbar sind, haben sie vieles gemeinsam. Beide haben das Ziel, die TrägerInnen so weit wie möglich aus dem öffentlichen Raum auszuschließen. Beide kennzeichnen die TrägerInnen als minderwertig bis unerwünscht. Den einen aufgrund der Herkunft, die andere aufgrund des Geschlechts. Dass der Judenstern nicht freiwillig aufgenäht wurde, ist bekannt.


Mit Freiwilligkeit hat das nichts zu tun

Und bei Burka oder Niqab? Natürlich wird es Frauen geben, die sie tragen, ohne dass direkter Druck des Vaters oder Ehemanns dahinter steckt. Nur, ist es freiwillig, wenn der Druck von der Schwägerin kommt oder das Resultat jahrzehntelanger sexistisch-ideologischer Indoktrination ist? Wohl kaum.

Burka und Niqab sind mobile Gefängnisse, wie Frauenorganisationen schreiben. Und sie sind so gedacht. Aus diesen Gefängnissen müssen die Frauen befreit werden. Wie viele es in Österreich sind, ist unerheblich. Dass es kaum mehr als ein paar Dutzend sind, macht diese Befreiung nicht unnötig, wie manche Organisationen meinen, die befürchten, es könne zu xenophober Hetze führen, wenn man ein Verbot diskutiert, das nur wenige Menschen betrifft. Die Furcht vor der Hetze ist nicht unbegründet. Ein Grund, die betroffenen Frauen in ihren Gefängnissen zu belassen, ist das nicht.

Es ist egal, wie viele Frauen Burka tragen (müssen)

Auch die vergleichsweise geringe Zahl ist es nicht. Jeder einzelne Fall, in dem eine Frau aufgrund ihres Geschlechts in Niqab oder Burka gesteckt wird, rechtfertigt ein solches Verbot. Jede andere Entscheidung würde bedeuten, die Rechte der Betroffenen für zweitrangig zu erklären. Das wäre eines modernen und demokratischen Rechtswesens unwürdig. Und erst recht der Organisationen, die ansonsten Menschenrechte auf ihre Fahnen heften. Opfern sie selbst das Recht auch nur eines einzelnen Menschen tagespolitischen Überlegungen, verlieren sie nicht nur ihre Glaubwürdigkeit – sie stellen auch die Idee der allgemeinen Menschenrechte infrage.

Wobei man sagen muss: Diese KritikerInnen haben selbstverständlich recht, wenn sie ein Verbot von Burka und Niqab nicht in einer Breite diskutiert haben wollen, als hinge der demokratische Rechtsstaat allein von dieser Frage ab. Den gefährden eher die Gruppierungen, die mit scheinfeministischen Argumenten das Verbot unterstützen um ihr Profil als Anti-MigrantInnen-Partei zu schärfen.

Ein Verbot ohne Hilfestellungen wäre Unfug

Natürlich muss man sehr kritisch hinterfragen, ob ein Verbot die Frauen aus ihren mobilen Gefängnissen befreien kann. Das wird auch damit zu tun haben, welche Rahmenbedingungen man schafft. Wer auf Opferschutz verzichtet, wird höchstens sicherstellen, dass aus den mobilen Gefängnissen immobile werden. Wenn es nur um Geldstrafen geht, werden manche Frauen zuhause bleiben (müssen) statt ohne Burka aufs Amt zu gehen.

Diese Frauen brauchen Instrumente, sich zu wehren. Es muss strafbar sein, Frauen zu zwingen, eine Burka zu tragen. Oder zuhause zu bleiben, wenn sie sich weigern. In beiden Fällen ist es Gewalt und muss als solche geahndet werden. Und man muss für Betroffene die an sich schon inhumanen Fremdengesetze außer Kraft setzen. Es ist etwa denkbar, dass sich ein Mann scheiden lässt, wenn eine Frau die Burka nicht trägt. Ist er österreichischer Staatsbürger und sie erst seit kurzem im Land, führt das nach aktuellen Regelungen dazu, dass sie in ihre Heimat zurückkehren muss. Das schafft die Abhängigkeiten, die ein Burka-Verbot zumindest teilweise aufheben sollte. Wahrscheinlich wird man auch eigene Anlaufstellen für die Frauen schaffen müssen. Aufklärung innerhalb der Teile der Community, die sich als religiös verstehen, tut ebenfalls Not. Ein solches Verbot braucht breite Unterstützung.

Wenn das nicht geklärt wird, ist ein Verbot nicht mehr als ein populistisches Menschenrechts-Placebo, mit dem man bequemerweise auch den rechten Rand ins Boot holt. Das schadet den Frauen eher als es ihnen nützt.

Dieser Kommentar erscheint auch in der aktuellen Ausgabe der freidenkerIn bzw. auf freidenker.at

Und hier geht's zu einer Abstimmung. Burka-Verbot Ja oder Nein?
Erich (Gast) - 10. Aug, 09:44

Bei der vielen häuslichen Gewalt gegen Frauen, die in den sogenannten zivilisierten westlichen Ländern stattfindet, ist es schon erstaunlich Frauen
einer anderen Kultur vorzuschreiben welche Kleidung sie nicht tragen dürfen
und dies mit Gewalt oder Unterdrückung gegen das weibliche Geschlecht zu rechtfertigen.

ZITAT:
Auch wenn Judenstern und die zwangsweise Ganzkörperverhüllung nur
bedingt vergleichbar sind, haben sie vieles gemeinsam. Beide haben das
Ziel, die TrägerInnen so weit wie möglich aus dem öffentlichen Raum
auszuschließen.
ZITATENDE:
Judenstern und Burka sind nicht einmal annähernd vergleichbar. Werter Christoph, ich würde Dir empfehlen Geschichte zu lernen. Die unsinnige Aussage mit dem Judenstern sucht ihresgleichen, auch wenn Du nachher zurückruderst und schreibst:
ZITAT:
Dass der Judenstern nicht freiwillig aufgenäht wurde, ist bekannt.
ZITATENDE:

Falls Du den Judenstern - Burkavergleich ernst meintest, hast Du in meinen Augen jede Berechtigung verloren H.C. Strache, oder von Dir auch liebevoll "Bumsti genannt", für seine rechten populistischen Aussagen zu kritisieren.

Bernhard Kraut (Gast) - 10. Aug, 15:51

Es sollte wohl ein origineller Vergleich werden, aber nicht jeder Vergleich macht aus einem gleich auch einen originellen Denker.

Ein Verbot der Kleidung, gleicher welcher Art, ist nicht nur problematisch, sondern unrichtig. Wenn es hier gesetzliche Bestimmungen geben kann, dann nur eine, nämlich das Zwingen zum Tragen beispielsweise einer Burka zu ahnden, und damit verbunden die breite Aufklärung; daß es gegen das Gesetz verstößt, eine Frau zum Tragen der Burka zu zwingen. Und wer dagegen verstößt, mit einer einer entsprechenden Verurteilung zu rechnen hat.

Rolf Wittwer (Gast) - 11. Aug, 14:20

Dauernd stehen diese und andere schreckliche Kleidungsstücke im Brennpunkt der Diskussion. Niemand nimmt sich den oft auferzwungenen, unangenehmen Gefühlen der "Ungläubigen" (Nichtmuslime) an; ich fühle mich beim Anblick von islamischen zur Schau gestellter Kleidung erniedrigt, beleidigt, provoziert oder verhöhnt. Genau so, wie viele europäisch gekleidete Mädchen/Frauen als Schlampen und Huren von vielen "Gläubigen" bezeichnet werden. Hat nichts mit Toleranz, aber viel mit Ueberheblichkeit und "..wir-sind-die-Besseren!" zu tun.

Eduard Habsburg (Gast) - 12. Aug, 11:43

Eine Bekannte, die die islamische Welt gut kennt, sieht solche Verbote skeptisch. Sie sagt, wenn man in der Öffentlichkeit keine Burqua tragen dürfe, würden die Ehemänner, die so was wollten, ihre Frauen einfach gar nicht mehr aus dem Haus lassen.

hermann graf (Gast) - 12. Aug, 12:16

Sind wir jetzt dafür auch noch haftbar?

Darkdidi (Gast) - 18. Aug, 01:32

Ich bin positiv überrascht von ihnen, ich hätte nicht gedacht, daß sie bei diesem Thema so vernünftig denken. Ich stimme ihren Ausführungen daher weitestgehend zu.
Einige Punkte fehlen aber noch.
Ein Burkaverbot ist auch eine klares Zeichen, daß in Europa im Namen der Religionsfreiheit nicht alles möglich ist. So werden wichtige Grenzen aufgezeigt.
Bleibt außerdem zu erwähnen, daß es eine Burka einer Migrantin unmöglich macht am gesellschftlichen Leben zu partizipieren, geschweige dem sich zu integrieren.
Zudem stellt eine Burka sowohl in verkehrstechnischer als auch in krimineller Hinsicht ein Sicherheitsrisiko dar.

Joachim Losehand (Gast) - 24. Aug, 18:18

Ihr Beitrag fordert in ein und demselben Text sowohl freiheitlich-liberale (nicht im Sinne parteipolitischer Begrifflichkeit), als auch anti-freiheitlich/anti-liberale, d.h. staatlich-dirigistisches Vorgehen.

Einerseits fordern Sie zu Recht, daß die Gesellschaft die individuelle Freiheit schützen und damit Zwänge gegenüber dem Individuum und seiner Entfaltung verhindern soll (wie den Zwang zum Tragen bestimmter traditioneller Kleidungsstücke). Andererseits setzen Sie auf die Einführung von Zwängen, die prinzipiell darauf abzielen, individuelle Lebensgestaltungen auch von und in Gruppen zu verhindern.

Die erste Reaktion ist durchaus geeignet, eine allgemeine Handlungsmaxime zu sein (Ermöglichung von Freiheit durch Sanktionierung von Zwang), die zweite hingegen wird nur eine "Lex Burka" sein können.

Es gab die Diskussion über die Befreiung aus den "Stoffgefängnissen" in unserer Gesellschaft schon vor fünfzig Jahren - da ging es um die Priester- und Ordenstrachten, die ja nicht nur in der Selbstdefinition ein Zeichen eines radikal praktizierten Glaubens sind, sondern die Ordensleute und Weltkleriker durch die Sichtbarmachung ihres Standes in der individuellen zu freizügigen Handlungsfreiheit einschränken sollten. Konsequent wäre also ein analoges staatliches Verbot von Ordenstrachten in der Öffentlichkeit mit eben derselben bzw. einer ähnlich lautenden Argumentation.

Es ist inzwischen allgemein bekannt, daß die Burka kein genuin religiöses, sondern ein "traditionelles" Kleidungsstück ist, zu dem es zwar einen religös-moralischen Begründungskanon gibt, der aber, wie eine aktuelle Fatwa bekräftigt, keine religiöse Notwendigkeit für muslimische Frauen darstellt (anders als bei orthodoxen Juden, deren Erscheinung das Straßenbild in manchen Bezirken Wiens und bekanntermaßen auch New Yorks selbstverständlich prägt. Ein als Handlungsmaxime verstandenes Kleidungsverbot müßte auch hier regulierend wirksam werden.)

Auch ist die im leicht apodiktischen Ton vorgetragene Forderung ("Aus diesen Gefängnissen müssen die Frauen befreit werden") nicht zu Ende gedacht: Was passiert mit jenen Menschen, die sich nicht "befreien" lassen wollen? Sind das dann jene, die "nicht integrationswillig" sind - und folglich in der Vorstellung mancher Zeitgenossen abgeschoben werden sollten?

Und wie geht die Gesellschaft dann mit Besuchern (Touristen) aus jenen von äußeren Traditionen stark geprägten Kulturkreisen um? In der Inneren Stadt begegne ich häufig Frauen in den unterschiedlichsten Stadien der Verschleierung, wobei die Qualität und der Schnitt der Stoffe sowie weitere Accessoires Rückschlüsse darauf zulassen, daß die Damen wohl nur in seltenen Fällen "mit Mitgrationshintergrund" anzusehen sind.

Eine multikulturelle, freie Gesellschaft kann den vielen Äußerungen der in ihr lebenden Kulturen nicht bevormundend begegnen, sondern muß die Freiheit des Individuums vor Zwang schützen- und zwar im Zweifel vor dem Zwang des Staates und der Vielen gegenüber den Wenigen.

Es kann keinen Zwang zur Freiheit geben, nur die Ermöglichung von Freiheit.

Christoph Baumgarten - 27. Aug, 22:01

Ich behaupte nicht, dass es mir leicht gefallen ist, diese Forderung aufzustellen. Ich habe hier lange mit mir selbst gerungen, bis ich eine Meinung hatte. Mir ist bewusst, dass diese Forderung widersprüchlich ist. Sie nicht zu stellen, wäre es ebenso. Der liberale Rechtsstaat gerät an seine Grenzen, wenn seine Grundlagen offenkundig abgelehnt werden.
Der Unterschied zwischen einer Burka und der traditionellen Kleidung etwa von jüdischen Mitbürgern besteht vor allem im ausgesprochen sexistischen Charakter der Burka. Insofern halte ich einen Vergleich für sehr problematisch.
Ich denke, dass Befreiung mitunter mit Zwang erfolgen muss. Genau genommen ist jede Emanzipation von staatlich durchgesetzten religiösen Vorschriften/Wertvorstellungen auch bei denen auf Widerstand gestoßen, die von ihrer Abschaffung profitierten - und tut es noch. Man denke etwa an den Widerstand gegen den Ausbau der Kinderbetreuung gerade von vielen Frauen, sogar die Einführung des Frauenwahlrechts, in Einzelfällen sogar die Unter-Strafe-Stellung der Vergewaltigung in der Ehe. Man denke auch daran, wie viele Frauen keinen Gebrauch von den Möglichkeiten machen, sich vor prügelenden Lebensgefährten/Ehemännern zu schützen.
Jede/r von uns schüttelt angesichts dieser Fälle bedauernd den Kopf. Niemand von uns würde allerdings auf die Idee kommen, deswegen die zu Grunde liegenden Gesetze abzuschaffen.
Man kann auch vielleicht überspitzt sagen: Auch in den USA wollten nicht alle Sklaven befreit werden. Hätte man sie weiter in Sklaverei belassen sollen?
Wobei meine Forderung durchaus nicht einseitig zu verstehen ist: ich habe in der Vergangenheit immer wieder öffentlich gefordert, sichtbare religiöse Symbole aus amtlichen Gebäuden zu entfernen. Ich habe diesmal als Platzgründen darauf verzichtet, diese Forderung zu wiederholen. Aus meiner Sicht wäre es langfristig auch sehr verlogen, wenn etwa sich etwa ein Richter hinter einem Kreuz verschanzt und eine Angeklagte zwingt, die Burka abzulegen. (Im Fall Mona M. etwa habe ich dieses richterliche Verhalten für unerträglich gehalten)
Wie gesagt: der freiheitlich-demokratische Rechtsstaat gelangt bei solchen Fragen an seine Grenzen. Wer hier leichten Herzens eindeutige Antworten zu geben vermag (und ich denke, das habe ich nicht) hat sich aus der Debatte rauszuhalten. Mir ist es alles andere als leicht gefallen, diesen Stanpunkt einzunehmen. Ich halte ihn aber für notwendig.

Joachim Losehand (Gast) - 30. Aug, 19:21

Die Argumentation schwächelt vor allem in den illustrierenden Beispielen und offenbart damit leider logische Kurz-Schlüsse, allerdings auch die wohl zugrundeliegende Haltung, daß es legitim sei, Menschen auch gegen ihren Willen zu einem von Dritten definierten Glück zu zwingen.

Zunächst müssen wir festhalten, daß der Ausbau der Kinderbetreuung, das Frauenwahlrecht und die strafrechtlichen Sanktionen gegen Vergewaltigung in der Ehe keinen Zwang für die betroffenen Frauen darstellen. Weder ist eine Frau staatlich verpflichtet, Kinderbetreuung in Anspruch zu nehmen, noch - hierzulande - zur Wahl zu gehen, noch, den eigenen Parter bei sexueller Gewalt in der Ehe anzuzeigen bzw. gegen ihn bei einer Ermittlung von Amts wegen auszusagen.

Insofern gibt es zu den genannten verbrieften Rechten keine Parallele zu der Frage "Burka - Ja oder Nein?", denn wir verhandeln ja weder das Recht, eine Burka zu tragen, noch das Recht, keine Burka zu tragen. Sondern die Pflicht, keine Burka zu tragen.

Das Recht, handeln oder nicht handeln zu dürfen, stellt immer eine Erweiterung der prinzipiellen Handlungsfreiheit dar, während eine Pflicht immer eine Einschränkung des Individuums darstellt.

Der Hinweis auf den "sexistischen Charakter der Burka" ist sicherlich plausibel, allerdings sollte dann konsequent jede Form von traditionell-religiös begründeter Verfüllung für den weiblichen Kopf und Körper untersagt werden (gläubige musliminsche und jüdisch-orthodoxe Frauen gehen nur mit verhülltem Haupt in die Öffentlichkeit) - allerdings auch jede Form der öffentlichen Teil-Enthüllung. Das Sexismus-Argument läßt genauso ein Verbot von Miniröcken und allzutief ausgeschnittenen T-Shirts und Blusen zu, eine Mode, die die Frau in gleicher Weise auf ihren Körper reduziert. 16-66-jährige Frauen der westlichen Kultur haben ja ebenso ein Recht auf Befreiung vom zweifelhaften Geschmacks-Diktat der chauvinistischen Männerwelt.

Sklaverei ist in der Neuzeit per definitionem eine durch Dritte (maximal) eingeschränkte Handlungsfreiheit gegen den Willen des Betroffenen. "Befreiung" aus der "Sklaverei" bedeutet also, das Individuum in den Stand zu setzen, frei aufgrund gewählter eigener Prämissen zu handeln. Tatsächlich haben einige ehemaligen Sklaven ihre neu erlangte Handlungsfreiheit dazu genutzt, weiterhin im Dienst ihres früheren Herren zu verbleiben und eine gewachsene Verbundenheit nicht aufgeben wollen.

Die Gründe sind vielschichtig und kein Argument gegen die Befreiung der Sklaven vom Zwang, der ihrer Handlungsfreiheit auferlegt wurde. Im Gegenteil: Handlungsfreiheit ist nur dann
"echt", wenn ihr keine Beschränkungen auferlegt werden, also Erwartungen an die Art und Weise in der Nutzung dieser Freiheit gerichtet werden.

Wie das Recht zur Ehescheidung von der Gesellchaft nicht als Pflicht zur Ehescheidung interpretiert wird, können wir aus dem Recht, keine Burka zu tragen, nicht die Pflicht ableiten, keine Burka zu tragen. Ähnlich zuzeiten der Sklavenbefreiung kann der Staat Zwang ausüben, daß einzelne Menschen auf andere Menschen keinen Zwang ausüben. Wie aber die Menschen, auf die vordem Zwang ausgeübt wurde, die gewonnene Freiheit nutzen, darf nicht beschränkt werden, ohne in einen gravierenden Widerspruch zu verfallen.

Ich kann also nicht erkennen, daß der freiheitlich-demokratische Rechtsstaat da an irgendwelche Grenzen stößt. Denn Aufgabe einer solchen Gesellschaft ist es, die Freiheit des Einzelnen zu schützen und zu verteidigen, und zwar unabhängig von weltanschaulich-kulturellen Einzel- oder Gesamtinteressen.

Freiheit ist nicht nur "Freiheit von etwas", sondern immer auch "Freiheit zu etwas", es kann also nicht nur eine "Befreiung vom Minirock" geben, sondern auch eine "Freiheit zum Minirock" - und damit auch eine "Freiheit zur Burka".
logo

Politwatch

Blog für alle, die sich nicht länger für dumm verkaufen lassen wollen

Über Politwatch

Christoph Baumgarten

Mein Name ist Christoph Baumgarten und bin seit mehr als einem Jahrzehnt im Journalismus. Dieser Blog soll meine Sicht auf die politischen Entwicklungen in Österreich wiedergeben. Wobei im Moment der Ausdruck Zustand angebrachter wäre, wenn man an die heimische Politik denkt. Politwatch zeigt gerne vergessene Zusammenhänge auf und soll den Menschen eine Stimme geben, die auch angesichts der zunehmenden geistigen Verwahrlosung in diesem Land ihre fünf Sinne zusammen haben und nicht vergessen haben, was bei Politik im Mittelpunkt stehen sollte: Der Mensch mit seinen Bedürfnissen. Ein Hinweis für InhaberInnen eines Accounts auf twoday.net: Es gibt einen e-mail-Abodienst für neue Beiträge und Kommentare.

Free Text (2)

Christoph Baumgarten

Letzte Kommentare

Ist das dein Ernst?
Ist das jetzt Ironie ? Zumindest ist es nicht gut!
Hannes (Gast) - 17. Jan, 23:48
lange nacht
oder stell doch wenigstens deinen bericht über...
tscheh (Gast) - 9. Okt, 20:25
politwatch, quo vadis?
ich mag das nicht, wenn ein guter blog monatelang verwaist...
tscheh (Gast) - 13. Sep, 23:08
siehe Wirtschaftsfaschismus...
bzw. http://wirtschaftsfaschism us.wordpress.com/2011/02/1 5/hello-world/...
Peter (Gast) - 28. Jun, 12:23
Ja, ja
Von aussen kann man gut kommentieren aber so einfach...
bld (Gast) - 8. Jun, 17:16
Man darf nur keine Gelegenheit...
Man darf nur keine Gelegenheit versäumen, gegen...
Gerald (Gast) - 7. Jun, 18:28
Schlechte Idee..
Meiner Meinung nach der falsche Ansatz. Das führt...
anonym (Gast) - 7. Jun, 12:51
@ Max
Eine offene Diskussion sollte man wohl führen...
Umberto (Gast) - 6. Jun, 20:22
Andere Bezirke, andere...
Der 21.Bezirk war schon immer ein rauhes Pflaster....
Erich Reder (Gast) - 6. Jun, 20:05
Angreifer weiter unbekannt
Die Rechtsradikalen, die mich vor einer Woche verprügelten,...
Christoph Baumgarten - 6. Jun, 19:41

Suche

 

RSS Feed

vi knallgrau GmbH

powered by Antville powered by Helma


Creative Commons License

xml version of this page
xml version of this page (summary)
xml version of this page (with comments)

twoday.net AGB

Web Counter-Modul

Alle Links in Popups öffnen

alle Links auf der aktuellen Seite in einem neuen Fenster öffnen 

Profil
Abmelden
Weblog abonnieren