Partielle Blindheit
Die FPÖ wirft sich wieder mal schützend vor gewalttätige Rechte, Burschenschafter und NSDAP-Mitglieder. Und hetzt gegen Andersdenkende. Kurz nachdem das Verhetzungsurteil das OLG Graz das Verhetzungsurteil gegen Susanne Winter bestätigt hat.Johann Gudenus, "Bildungs"sprecher der FPÖ Wien tut sich wieder mal besonders wacker im Kampf gegen alles jenseits des rechten Randes bzw. seines geistigen Horizonts hervor. Er attestiert der SJ in einer Presseaussendung am Donnerstag "Gefährlichkeit, Aggression sowie hohe Gewaltbereitschaft". Es sei zu erwarten, dass "diese in ihrem blanken Hass gegen jeden, der nichts links denke, auch vor weiteren, viel massiveren Gewalltaten nicht zurückschrecken und es zu schwerwiegenden Verletzungen unschuldiger Bürger komme".
Tatsächlich ist zu befürchten, dass unschuldige Menschen bei SJ-Veranstaltungen schwer verletzt werden. Wenn Gesinnungsfreunde oder Sympathisanten von Johann Gudenus wieder einmal maskiert solche Veranstaltungen attackieren. Es ist nicht garantiert, dass es Menschen, die es als Ehre ansehen, einander das Gesicht aufzuschlitzen und sich durch die schiere physische Existenz Andersdenkender zu Gewalttätigkeiten hinreißen lassen, es immer bei Wasserbomben und Eiern bleiben lassen wie Samstag vergangener Woche.
http://www.politwatch.at/stories/wie-konnte-ich-mich-so-irren/
Gudenus, selbst Mitglied der pennalen Burschenschaft Vandalia, vergisst geflissentlich, aus welchem Eck die Gewalt zuletzt gekommen ist. Er verdammt jeden Akt demokratischer und antifaschistischer Gruppen in Grund und Boden und stellt ihn als unmittelbar bevorstehenden Bürgerkrieg dar. Das exkulpiert präventiv jene, die immer schon auf alles, was ihnen links oder demokratisch vorgekommen ist, eindreschen wollten. Die Aufrufe des Neonazi-Forums "Alpen-Donau-Info" sind mir in frischer Erinnerung.
http://www.ots.at/presseaussendung.php?schluessel=OTS_20090618_OTS0237&ch=politik
Gudenus und die NPD
Paradoxerweise kommt mir als Atheisten das Bibelzitat mit dem Splitter im Auge des Bruders und dem Balken im eigenen Auge in den Sinn. Was die höfliche, juristisch abgesicherte, Erklärungsmöglichkeit ist. Interessant ist, dass der selbsternannte Saubermann Johann Gudenus auch kein Problem hat, mit Politikern der NPD gemeinsam Interviews zu geben, in denen mit dem NS-Jargon nicht mehr nur gespielt wird.
http://patriotischesforumsueddeutschland.wordpress.com/2008/09/20/im-gesprach-johann-gudenus-fpo-und-jurgen-gansel-npd/
Nicht zu vergessen, seine Aussage im Wiener Gemeinderat, der Faschismus von heute sage, "ich bin der Antifaschismus". Dass der Mann angesichts seiner regelmäßigen wütenden (und oft genug vor Fehler strotzenden) Aussendungen gegen jegliche Art von Andersdenkenden Worte wie Meinungsfreiheit und Demokratie in den Mund nimmt, zeugt von beachtlicher Chuzpe. Das muss man ihm lassen.
FP-Abgeordnete verteidigt NSDAP-Mitglied
Die FPÖ-Nationalratsabgeordnete Dagmar Berlakowitsch-Jenewein (wie herrlich eingedeutsch die Schreibweise doch ist) hat am Donnerstag nichts besseres zu tun gehabt, als das eingetragene NSDAP-Mitglied Josef Weinheber zu verteidigen. Die Grünen in Ottakring hatten gefordert, einen Platz, der den Namen des umstrittenen verstorbenen nationalen Dichters trägt, umzubenennen. Für Berlakowitsch-Jenewein kommt das einem Sakrileg gleich.
http://de.wikipedia.org/wiki/Josef_Weinheber
http://www.ots.at/presseaussendung.php?schluessel=OTS_20090618_OTS0201&ch=politik
Christoph Baumgarten - 18. Jun, 14:14


