Pariser Mief

Erika5Die Ehrung der Stadt Wien für die Klinik am Fleischmarkt bringt christliche Fundamentalisten in ganz Europa zum Rotieren. Auch die Pariser "Europageschäftsstelle der Union der Nationen Europäischer Christen" fühlt sich bemüßigt, eine Stellungnahme abzugeben.

"Ehemalige Kulturstadt verleiht Morddiplom" titelt die Fundi-Seite kreuz.net aufgeregt. Steigt dieser neue Dachau-Rauch nicht bis in die Büros der Wiener Stadtverwaltung, in die Wohnzimmer der dortigen Sozialisten und in deren Gewissen? fragt sich ein gewisser Winfried Wuermeling, angeblich Generalsekretär der Sektierergruppe. Welch passender Name für einen katholischen Fundamentalisten. Und es ist davon auszugehen, dass der stimmt. Selbstironie ist die Stärke der selbst ernannten Kreuzritter nicht. Die setzt Reflexionsfähigkeit voraus.

Dass er die nicht hat, beweist dieser Wuermeling den ganzen Text hindurch.
http://www.kreuz.net/article.9753.html
Wir stehen heute vor Zuständen, die weit schlimmer sind als zu Adolf Hitlers Tagen.
Möge statt egoistischer Frauenrechte die Gnade im Wiener Rathaus Einzug halten.
Sollte diese Feier dort tatsächlich stattfinden, werden wir die Wiener Sozialisten genauso wie die Nationalsozialisten als zu bekämpfende Feinde der Menschheit betrachten.

Wie es diesem bedauernswerten Menschen gehen wird, wenn er erfährt, dass die Feier stattgefunden hat, ist eine Frage für sich. Man sollte sämtliche Pariser Notärzte vorwarnen.

Es ist nicht ein "Dachau-Rauch" der über Wien schwebt. Der Mief von Verbohrten und Ewiggestrigen weht durch die Stadt. Der Mief derer, die vor dem Rathaus aufmarschiert sind um den Frauen in Österreich ihren Willen aufzuzwingen. Und derer, die sich in Paris verkrochen haben. Wenigstens der Salzburger Mief ist uns erspart geblieben. Diesmal. Andreas Laun, sonst nicht verlegen um Auftritte vor den Fundis, ist am Donnerstag nicht erschienen. Angeblich hat sich Christoph Schönborn diese Peinlichkeit ersparen wollen, wie Laun laut einem weiteren Artikel auf kreuz.net behauptet.
http://www.kreuz.net/article.9776.html

Schönborn setzt lieber auf mehr oder weniger diskrete Schützenhilfe für die Fundis. Dass sich ein rechter Bischof, dem rassistische Haltungen nicht fremd sind, einer Demonstration anschließt, die eine derartige öffentliche Aufmerksamkeit erhält, kann er da nicht brauchen.

Eigenartig die NS-Fixierung der Fundis. Ein klassischer Fall von Schuldumkehr. Waren es doch ihre ideologischen Vorfahren, die sich Heil-rufend freudestrahlend in die braunen Massen einreihten. Sofern sie nicht einem klerikal-faschistischem Regime nachtrauerten. Die politischen Nachfahren der katholischen Widerstandskämpfer haben mit diesen Fundis nichts zu tun. Andererseits: Mit Realität haben diese Menschen wenig im Sinn. Mit einer Neu-Interpretation der Geschichte oder der heutigen Welt lebt es sich viel leichter.

Man fragt sich, ob so viel Angst, Hass und Realitätsverzerrung und eine gesunde Psyche miteinander vereinbar sind. Bei gewissen psychischen Krankheiten erscheint zumindest ein Internetverbot anzudenken.
Christoph Baumgartner (Gast) - 5. Sep, 03:53

Lieber Christoph,
mein Name ist zufällig auch Christoph, Dr. Christoph Baumgartner. Ich bin Chefarzt einer Gynäkologischen Station in St. Pölten.
Ich bin kein "Fundi"; ich sehe mich weder weit links noch weit rechts im "gängigen" politischen Spektrum. Ich sehe mich, wie meine Mitmenschen um mich auch, in erster Linie als Mensch.
Ich habe täglich die traurige "Gelegenheit", "abgetriebene" Neugeborene zu Gesicht zu bekommen und bin mir sicher, sie - und ihre Leser - würden ihre Meinung ändern (oder zumindest hinterfragen), wenn sie einmal zu Gesicht bekommen würden, was sie in ihrem Artikel zu gutheißen versuchen.
Davon abgesehen möchte ich ihnen vorschlagen, im Internet nach PAS (Post Abortion Syndrom) oder dem Zusammenhang von "Abtreibung" und Brustkrebs zu suchen, um ihre gegenwärtige Sichtweise zum Thema "Abtreibung" zu hinterfragen.
Nach österreichischem Recht ist es mir nicht gestattet, Fotos von hier "abgetriebenen" (besser: getöteten) Föten zu veröffentlichen. Ich bin deshalb auf Verweise im Internet beschränkt, die ich ihnen und ihren Lesern nicht vorenthalten möchte:
http://www.hli.at/content/view/89/123/ (man wähle Fotos von abgetriebenen Babys aus dem ersten oder zweiten Schwangerschaftsdrittel)
http://www.lebensgeschichten.org/abtreibung/bilder_foetus.php
http://www.pro-leben.de/abtr/uebersicht_bilder.php
Lieber Christoph,

mein Name ist zufällig auch Christoph, Dr. Christoph Baumgartner. Ich bin Chefarzt einer Gynäkologischen Station in St. Pölten.
Ich bin kein "Fundi"; ich sehe mich weder weit links noch weit rechts im "gängigen" politischen Spektrum. Ich sehe mich, wie meine Mitmenschen um mich auch, in erster Linie als Mensch.
Ich habe täglich die traurige "Gelegenheit", "abgetriebene" Neugeborene zu Gesicht zu bekommen und bin mir sicher, sie - und ihre Leser - würden ihre Meinung ändern (oder zumindest hinterfragen), wenn sie einmal zu Gesicht bekommen würden, was sie in ihrem Artikel zu gutheißen versuchen.
Davon abgesehen möchte ich ihnen vorschlagen, im Internet nach PAS (Post Abortion Syndrom) oder dem Zusammenhang von "Abtreibung" und Brustkrebs zu suchen, um ihre gegenwärtige Sichtweise zum Thema "Abtreibung" zu hinterfragen.
Nach österreichischem Recht ist es mir nicht gestattet, Fotos von hier "abgetriebenen" (besser: getöteten) Föten zu veröffentlichen. Ich bin deshalb auf Verweise im Internet beschränkt, die ich ihnen und ihren Lesern nicht vorenthalten möchte:
http://www.hli.at/content/view/89/123/ (man wähle Fotos von abgetriebenen Babys aus dem ersten oder zweiten Schwangerschaftsdrittel)
http://www.lebensgeschichten.org/abtreibung/bilder_foetus.php
http://www.pro-leben.de/abtr/uebersicht_bilder.php
Nebenbei: rund 100.000 Menschen sterben täglich (!) an Hunger oder seinen unmittelbaren Folgen, darunter rund 40.000 Kinder. Insofern ist die hier geführte Diskussion ohnehin Grotesk...


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Mein Name ist Christoph Baumgarten und bin seit mehr als einem Jahrzehnt im Journalismus. Dieser Blog soll meine Sicht auf die politischen Entwicklungen in Österreich wiedergeben. Wobei im Moment der Ausdruck Zustand angebrachter wäre, wenn man an die heimische Politik denkt. Politwatch zeigt gerne vergessene Zusammenhänge auf und soll den Menschen eine Stimme geben, die auch angesichts der zunehmenden geistigen Verwahrlosung in diesem Land ihre fünf Sinne zusammen haben und nicht vergessen haben, was bei Politik im Mittelpunkt stehen sollte: Der Mensch mit seinen Bedürfnissen. Ein Hinweis für InhaberInnen eines Accounts auf twoday.net: Es gibt einen e-mail-Abodienst für neue Beiträge und Kommentare.

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