One-Woman-Show für Strasser
Ex-Innenminister Ernst Strasser (ÖVP) hat doch ein Personenkommittee für seinen Wahlkampf gefunden. Keine Rede mehr, dass ihn keiner mag und praktisch alle Promis innerhalb der "Volks"partei bei der EU-Wahl am 7. Juni Othmar Karas ihre Vorzugsstimme geben werden und das auch öffentlich bewerben.Das Personenkommittee des gescheiterten Innenministers besteht aus - einer Person. Seine Lebensgefährtin hat eine e-Mail-Aktion gestartet, in der sie Ernst Strasser unterstützt. Sie fordert Bekannt auf, einen Steh-Empfang für den zumindest offiziellen Spitzenkandidaten der "Volks"partei bei der Wahl zum EU-Parlament auszurichten. Was auch immer das heißen mag und vor allem bewirken soll.
Zeigt jemand Interesse an einem Stehempfang mit Strasser, bietet sie an, zu versuchen, "trotz des sehr ausgebuchten Wahlkampfkalenders" noch einen Termin für einen Empfang zu finden. Rührend. Wenn der Spitzenkandidat einer nicht ganz kleinen Partei noch Zeit für spontane Mini-Termine hat, ist das natürlich ein untrügliches Zeichen für die Vielzahl seiner Auftritte.
Wenn das nicht geht, möge man bitte zur Wahl gehen und Ernst Strasser die Vorzugsstimme geben. Und vielleicht auch ein paar Freunde auffordern, das gleiche zu tun. Bei so einer professionellen Organisation wird das unzweifelhaft ein Rekord an Vorzugsstimmen werden für den Lobbyisten und Miteigentümer diverser Firmen mit Tätigkeit am Finanzmarkt. Othmar Karas, der die Unterstützung aller noch lebenden Ex-Chefs der VP hat, kann sich warm anziehen.
Kurios, dass Strassers Lebensgefährtin von einer "Richtungsentscheidung" spricht. Würde sie die ernst nehmen, müsste sie Strasser überreden, bei einer anderen Partei zu kandidieren. Und nicht bei jener, die am stärksten die neoliberale Ideologie (auch auf EU-Ebene) verfochten hat, die mit den Welt-Finanzmärkten gescheitert ist.
Christoph Baumgarten - 15. Mai, 15:12


