Nichts tun lohnt sich
Heute ist der Sozialbericht präsentiert worden. Er zeigt klar: Nichts tun lohnt sich. Wenn man Geld hat. Wer arbeiten muss oder will, hat es immer schwerer.
Wer genug Geld hat, um von der Arbeit anderer zu leben, lebt gut. Und immer besser. Die Vermögen sind in den vergangenen Jahren deutlich stärker gewachsen als die Löhne und Gehälter. Das zeigt der Sozialbericht, der heute vorgestellt wurde. Zehn bis zwanzig Prozent der Bevölkerung haben de facto das gesamte Vermögen. Der Rest hat nichts.
Auch innerhalb der Beschäftigten hat sich eine deutliche Verschiebung zugunsten der Bessergestellten ergeben. Das sind etwa Geschäftsführer, Vorstandsmitglieder oder leitende Angestellte. Diese 20 Prozent bekommen beinahe die Hälfte der Lohnsumme. Vor wenigen Jahren waren es nur 40 Prozent. Menschen, die besonders harte und schlecht bezahlte Jobs haben, verdienen immer weniger. DIe untersten 20 Einkommensprozent kommen auf 2,1 Prozent der Lohnsumme.
Anders ausgedrückt: Anschaffen lohnt sich, hart arbeiten müssen oder keine Chance auf eine Vollzeitstelle zu haben wird bestraft. Das ist eine Pervertierung des Leistungsprinzips - so wie es jeder vernünftig denkende Mensch verstehen müsste. Leistung ist die geleistete Arbeit - nicht, wie rechts des gesunden Menschenverstandes behauptet wird, ein Synonym für hohes Einkommen.
Die Entwicklung ist eine Armutsspirale, deren politische Konsequenzen die Armut weiter verschärfen könnten. Gerade jene Parteien, die behaupten, "Leistung" belohnen zu wollen, wollen Sozialleistungen streichen und/oder wie die FPÖ per Flat Tax die schlechter Verdienenden noch schlechter stellen. Leider gehen ihnen viele Menschen immer noch auf den Leim. Die Angst vor dem sozialen Abstieg ist stärker als die Analysekraft.
Das führt tendenziell auch dazu, dass sich Betroffene von solidarischen Interessenvertretungen verabschieden. Je weniger Menschen in den schlecht bezahlten Jobs organisiert sind, desto schlechter die Ausgangsposition für die Gewerkschaften, desto schlechter häufig die Lohn- und Gehaltsabschlüsse. Was dazu führt, dass sich noch weniger Betroffene organisieren und so weiter.
Eine Entwicklung, die weniger den Gewerkschaften anzulasten ist. Sie ist Resultat eines Diskurses, der geprägt ist von Auslagerungen und oft genug von Druck auf ArbeitnehmerInnen, die sich organisieren wollen. Dazu die systematische Diffamierung all jener, die wenig verdienen als "Minderleister". Nicht direkt, aber durch Umkehrschluss. Wer Leistung mit guter Bezahlung gleichsetzt, propagiert, dass, wer wenig verdient, wenig leistet.
Die Steuerpolitik verstärkt diesen Diskurs. Nur wer hat, dem wird geschenkt. Steuern auf Vermögen existieren in Österreich nicht. auch im Sparpaket finden sich nur zarte Ansätze. Dass es nicht mehr war, ist denen zu verdanken, die ständig von Leistungsgerechtigkeit schwafeln - und das Gegenteil meinen. Es ist an der Zeit, dass die Menschen das begreifen und dagegen kämpfen. Etwa indem sie sich Gewerkschaften anschließen und eine vernünftige Steuerpolitik fordern. Und jene politischen Kräfte stärken, die eine solche Politik auf ihre Fahnen geheftet haben. Nur wenn diese stark genug sind, können sie etwas gegen die Armutsspirale tun.
Wer genug Geld hat, um von der Arbeit anderer zu leben, lebt gut. Und immer besser. Die Vermögen sind in den vergangenen Jahren deutlich stärker gewachsen als die Löhne und Gehälter. Das zeigt der Sozialbericht, der heute vorgestellt wurde. Zehn bis zwanzig Prozent der Bevölkerung haben de facto das gesamte Vermögen. Der Rest hat nichts.
Auch innerhalb der Beschäftigten hat sich eine deutliche Verschiebung zugunsten der Bessergestellten ergeben. Das sind etwa Geschäftsführer, Vorstandsmitglieder oder leitende Angestellte. Diese 20 Prozent bekommen beinahe die Hälfte der Lohnsumme. Vor wenigen Jahren waren es nur 40 Prozent. Menschen, die besonders harte und schlecht bezahlte Jobs haben, verdienen immer weniger. DIe untersten 20 Einkommensprozent kommen auf 2,1 Prozent der Lohnsumme.
Anders ausgedrückt: Anschaffen lohnt sich, hart arbeiten müssen oder keine Chance auf eine Vollzeitstelle zu haben wird bestraft. Das ist eine Pervertierung des Leistungsprinzips - so wie es jeder vernünftig denkende Mensch verstehen müsste. Leistung ist die geleistete Arbeit - nicht, wie rechts des gesunden Menschenverstandes behauptet wird, ein Synonym für hohes Einkommen.
Die Entwicklung ist eine Armutsspirale, deren politische Konsequenzen die Armut weiter verschärfen könnten. Gerade jene Parteien, die behaupten, "Leistung" belohnen zu wollen, wollen Sozialleistungen streichen und/oder wie die FPÖ per Flat Tax die schlechter Verdienenden noch schlechter stellen. Leider gehen ihnen viele Menschen immer noch auf den Leim. Die Angst vor dem sozialen Abstieg ist stärker als die Analysekraft.
Das führt tendenziell auch dazu, dass sich Betroffene von solidarischen Interessenvertretungen verabschieden. Je weniger Menschen in den schlecht bezahlten Jobs organisiert sind, desto schlechter die Ausgangsposition für die Gewerkschaften, desto schlechter häufig die Lohn- und Gehaltsabschlüsse. Was dazu führt, dass sich noch weniger Betroffene organisieren und so weiter.
Eine Entwicklung, die weniger den Gewerkschaften anzulasten ist. Sie ist Resultat eines Diskurses, der geprägt ist von Auslagerungen und oft genug von Druck auf ArbeitnehmerInnen, die sich organisieren wollen. Dazu die systematische Diffamierung all jener, die wenig verdienen als "Minderleister". Nicht direkt, aber durch Umkehrschluss. Wer Leistung mit guter Bezahlung gleichsetzt, propagiert, dass, wer wenig verdient, wenig leistet.
Die Steuerpolitik verstärkt diesen Diskurs. Nur wer hat, dem wird geschenkt. Steuern auf Vermögen existieren in Österreich nicht. auch im Sparpaket finden sich nur zarte Ansätze. Dass es nicht mehr war, ist denen zu verdanken, die ständig von Leistungsgerechtigkeit schwafeln - und das Gegenteil meinen. Es ist an der Zeit, dass die Menschen das begreifen und dagegen kämpfen. Etwa indem sie sich Gewerkschaften anschließen und eine vernünftige Steuerpolitik fordern. Und jene politischen Kräfte stärken, die eine solche Politik auf ihre Fahnen geheftet haben. Nur wenn diese stark genug sind, können sie etwas gegen die Armutsspirale tun.
Christoph Baumgarten - 15. Dez, 21:21



Sehr guter Artikel...
Nach dem Wegfall des Ostblocks, gab es in Unternehmerkreisen kein Halten mehr. Yes, we can! War 1990, während sich das Volk einfach nur freute, der Startschuß, die Ausbeutung voranzutreiben. Das sozialistische System, welches beweisen wollte, dass es auch ohne Kapitalismus geht, ist gescheitert. Und zwar nicht zuletzt daran, dass man dachte, man müsse alles zentralisieren und von oben lenken. Auf diesem Weg sind wir aber wieder - zumindest in Deutschland. Wie es in Österreich aussieht, kann ich nicht wirklich beurteilen, vermute aber ähnliche Entwicklungen.
Die Gewerkschaften sind aber nicht ganz schuldlos daran. Die Gewerkschaftsspitzen haben sich sehr wohl gefühlt, als man sie in die Kreise eingelassen hat. Die untere Spitze der Gewerkschaftsstellen hat sich (ich will nicht verallgemeinern) recht gut bezahlen lassen, nach dem Motto: "In der freien Wirtschaft würde ich das Gehalt für diese Managertätigkeit auch bekommen". Kurzsichtigkeit und Begehrlichkeit seitens der Gewerkschaftsbosse sind also nicht ganz unschuldig an dieser Entwicklung. Lediglich die Basis, die mittlerweile wenigen engagierten Gewerkschafter, halten noch das Fähnchen hoch, können aber nur noch zusehen, wie alles das, was sie vor Jahren schon wußten nun immer deutlicher wird.
Es ist ein düsteres Bild, das ich hier zeichne. Aber ich habe derzeit kein besseres. Sollte zu dieser gesellschaftlichen Rückwärtsrolle auch noch das Erstarken des alten, längst tot geglaubten Adelsgeschlechts hinzukommen (und die Anzeichen mehren sich), können wir die Frage, wie wir die Demokratie sehen und gestalten können, komplett in die Tonne treten, weil es dann irgendwann wahrscheinlich eher darum geht, ob eine Diktatur oder eine Monarchie die schlechtere Wahl ist.