Nazi-Verharmloser Strache

fpoe_logoBumsti Strache ist als FPÖ-Bundesobmann wiedergewählt worden. Mit eindeutigen Botschaften nach rechts spart er nicht. Und ruft öffentlich zu Gewalt auf.

"Lausbuben" sind die Neonazis von Ebensee für Bumsti Strache. Sagt er beim FPÖ-Parteitag in Linz. Möglicherweise sind sie einfach nicht alt genug, um von ihm als anständig und als Menschen mit Zivilcourage bezeichnet zu werden. Mit diesen Bezeichnungen hat Strache diese Woche (auch) die Neonazis bedacht, die am rassistischen Aufmarsch gegen eine geplante Moschee in der Dammstraße teilgenommen hatten.

Die übliche FPÖ-Strategie: Man verharmlose einen Nazi-Übergriff, indem man ihn scheinbar verurteilt. Jugendliche, die "Heil Hitler" brüllen und mit Softguns auf Menschen schießen, sind offenbar nur "Lausbuben". Hört man Strache zu, kann man den Eindruck gewinnen, die Jugendlichen hätten in Notwehr Holocaust-Überlebende verbal und körperlich angegriffen.
http://ooe.orf.at/stories/362431/
http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/479792/index.do?from=rss
http://manfredkimmel.blogspot.com/2009/05/in-welchem-land-lebe-ich-eigentlich.html

Strache erwartet offenbar die Milde, die er sich selbst gegenüber zeigt, wenn er an seine früheren Tage denkt, die er in Gesellschaft von Neonazis verbrachte und wo er angeblich nur Paintballspiele im Wald machte. Vielleicht ist er auch heimlich stolz drauf. Jedenfalls zeigt er viel Verständnis für die "Lausbuben". Und wenig überraschend ist die FPÖ wieder einmal nicht verantwortlich für den Übergriff. Subtil versucht Strache, SPÖ und ÖVP verantwortlich zu machen. Das gleiche Spiel, das sein politischer Ziehvater Jörg Haider mit dem Bombenattentäter Franz Fuchs spielte. Damals versuchte die FPÖ, aus einem Nazi-Terroristen einen linken Terroristen zu machen. Bei manchen Blauen hält sich die Argumentationsschiene bis heute. Am rechten Rand versucht man offenbar auch, die Zeit nach 1945 im eigenen Sinn umzudeuten.

Strache ruft zur Kindesmisshandlung auf

Was die FPÖ vom Rechtsstaat hängt, macht Strache klar, als er wörtlich fordert, die Lausbuben gehören an den Ohren gezogen und man solle ihnen ordentliche Tachtel geben. Ein öffentlicher Aufruf zur Kindesmisshandlung. Ich hoffe, Straches Kindern ist dieses Schicksal bislang erspart geblieben. Strache selbst ist ein gutes Beispiel, dass die "gesunde Watsche" keinerlei pädadogischen Effekt hat. Wenig überraschend quittiert die blaue Anhängerschaft das mit Bravo-Rufen. Ein offener Aufruf zur Gewalt, verbunden mit der Aufforderung, Menschen, die das Gesetz gebrochen haben, nicht zur Verantwortung zu ziehen. Der Rechtsstaat gilt immer nur für Andersdenkende. Etwa für die, die Strache als "linke Nazis" bezeichnet. Die, die gegen die Anti-Moschee-Demo, für Freiheit und Demokratie, auf die Straße gingen.

Als Teilnehmer bei dieser Demonstration fühle ich mich persönlich angesprochen. Auf eine Klage werde ich verzichten. Ich halte mich für imstande, mich selbst gegen solche dummen Angriffe zu wehren und halte überhaupt wenig von zivilrechtlichen Klagen. Anders als die FPÖ, die gerne weinend zum Kadi rennt, wenn man mit ihren Funktionären Klartext redet.
Klaus Bergmaier (Gast) - 17. Mai, 00:07

Also der Letzte, an den ich mich erinnenrn kann, der öffentlich für Prügelstrafe an Kindern eingetreten ist, war Gunnar Prokop in einer Fernsehdiskussion "gegen" Heinz Marecek (der für gewaltfreie Erziehung eintrat). Ich weiß leider nimmer, wie die Sendung hieß (eventuell Pro & Kontra), aber sie wurde nach 2 Folgen abgesetzt. Ist aber schon gut 10 jahre her. Und auch damals war wohl niemand ernsthaft auf Seiten von Gunnar Prokop. Ich glaub auch seine Frau (damals natürlich noch nicht Innenministerin war nicht über die Maßen angetan von seinen Aussagen).

Strache (für den ich den liebevollen Kosenamen Bumsti sicher nicht verwende, denn ich liebte den gleichnamigen TV-Wichtel als Kind heiß) hat offenbar keinerlei Vorstellung, wieviel Leid in Ö (und überall sonst auf der Welt, aber das interessiert ihn ja eh nicht) durch häusliche Gewalt entsteht. Ich behaupte sogar, neben der momentan auch wieder stärker werdenen Neonazi-Szene ist die häusliche Gewalt (meist ausgelöst oder unterstützt durch Alkohol) die größte Plage in unserem Land!

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Mein Name ist Christoph Baumgarten und bin seit mehr als einem Jahrzehnt im Journalismus. Dieser Blog soll meine Sicht auf die politischen Entwicklungen in Österreich wiedergeben. Wobei im Moment der Ausdruck Zustand angebrachter wäre, wenn man an die heimische Politik denkt. Politwatch zeigt gerne vergessene Zusammenhänge auf und soll den Menschen eine Stimme geben, die auch angesichts der zunehmenden geistigen Verwahrlosung in diesem Land ihre fünf Sinne zusammen haben und nicht vergessen haben, was bei Politik im Mittelpunkt stehen sollte: Der Mensch mit seinen Bedürfnissen. Ein Hinweis für InhaberInnen eines Accounts auf twoday.net: Es gibt einen e-mail-Abodienst für neue Beiträge und Kommentare.

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