Also: Wir ignorieren die Realität oder biegen sie so lange zurecht, bis sie passt.
Asylgesetze schrecken niemanden von irgendetwas ab. Faktum. Flüchtlingsströme sind mal stärker, mal schwächer. Das erklärt auch, warum es mal mehr, mal weniger Asylwerber gibt. In den vergangenen zwei Jahren sind etwa die Tschetschenen weitgehend weggefallen...
Deine Definition von "Wirtschaftsflüchtling" ist zynisch. Würdest du etwa, um nicht nur Afrika zu nennen, die Situation im Kosovo kennen, würdest du wissen, dass das ein nicht funktionierendes irgendetwas ist, das von kriminellen Banden beherrscht wird. Die Drehscheibe des Drogenschmuggels und Menschenhandels in Europa. Dazu ein archaisches Stammesrecht, das in weiten Teilen der Provinz praktiziert wird, und eine Regierung, die kein sonderliches Interesse hat, ihre Bewohner zu schützen. Nicht viel besser sieht es in der Republik Moldau aus. Und dann gibt's noch Georgien, das auch net so toll ist, wie hierzulande gerne dargestellt. Leute, die aus diesen Gegenden kommen, bekommen so gut wie nie Asyl - dass sie rein vor einer ökonomisch tristen Situation flüchten würden, könnte allerdings niemand behaupten, der imstande ist, unwichtige Details wie die Wirklichkeit zur Kenntnis zu nehmen. Diese Leute zu diffamieren, halte ich für zutiefst xenophob. Und komm mir jetzt bitte nicht mit der Rationalisierung des Gefühls. Kenn ich. Zieht nicht mehr.
Und, ja: Wenn behauptet wird, österreichische Asylgesetze würden irgendjemanden von irgendetwas abhalten, spielt die Frage, ob Österreich Ziel- oder Transitland ist, eine gewaltige Rolle. Warum sollte sich etwa jemand, der nach Großbritannien oder Frankreich will, mit dem österreichischen Asylgesetz auseinandersetzen? Das sind Leute, die eher aus geografischen Gründen mal hier landen (Schlepperrouten, geografische Lage und ähnliches), genauso wie es auch in Deutschland oder Ungarn passiert.
Dagmar (Gast) - 31. Aug, 13:10
vielleicht kann mir der gut informierte (sarkasmus ende) endlich erklären warum Österreich im "befriedeten Kosovo) immer noch das größte UNO Kontingent stellt ??
Es gibt aber nun mal Flüchtlinge, die in ihren Herkunftsländern verfolgt werden und solche, denen es dort einfach "nur" schlecht geht. Das Problem besteht ja darin, dass es von letzteren ganz extrem viele gibt. Ich streite ja nicht ab, dass es z.B. der Familie Zogaj im Kosovo vermutlich wirtschaftlich sehr schlecht geht, dass es eventuell kein funktionierendes oder sehr korruptes öffentliches System gibt. Aber was ist die Begründung dafür, dass z.B. die Zogajs in Österreich Asyl bekommen sollen, die restlichen 1.8 Millionen, denen es zum größten Teil auch nicht besser geht, aber nicht?
Mit anderen Worten: wenn Du die politische Macht hättest, individuell darüber zu entscheiden, ob Du jemandem ein Aufenthaltsrecht (bzw. Staatsbürgerschaft) zuerkennst oder nicht, nach welchen Kriterien würdest Du dann entscheiden?
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Über Politwatch
Mein Name ist Christoph Baumgarten und bin seit mehr als einem Jahrzehnt im Journalismus. Dieser Blog soll meine Sicht auf die politischen Entwicklungen in Österreich wiedergeben. Wobei im Moment der Ausdruck Zustand angebrachter wäre, wenn man an die heimische Politik denkt. Politwatch zeigt gerne vergessene Zusammenhänge auf und soll den Menschen eine Stimme geben, die auch angesichts der zunehmenden geistigen Verwahrlosung in diesem Land ihre fünf Sinne zusammen haben und nicht vergessen haben, was bei Politik im Mittelpunkt stehen sollte: Der Mensch mit seinen Bedürfnissen.
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hehe
Asylgesetze schrecken niemanden von irgendetwas ab. Faktum. Flüchtlingsströme sind mal stärker, mal schwächer. Das erklärt auch, warum es mal mehr, mal weniger Asylwerber gibt. In den vergangenen zwei Jahren sind etwa die Tschetschenen weitgehend weggefallen...
Deine Definition von "Wirtschaftsflüchtling" ist zynisch. Würdest du etwa, um nicht nur Afrika zu nennen, die Situation im Kosovo kennen, würdest du wissen, dass das ein nicht funktionierendes irgendetwas ist, das von kriminellen Banden beherrscht wird. Die Drehscheibe des Drogenschmuggels und Menschenhandels in Europa. Dazu ein archaisches Stammesrecht, das in weiten Teilen der Provinz praktiziert wird, und eine Regierung, die kein sonderliches Interesse hat, ihre Bewohner zu schützen. Nicht viel besser sieht es in der Republik Moldau aus. Und dann gibt's noch Georgien, das auch net so toll ist, wie hierzulande gerne dargestellt. Leute, die aus diesen Gegenden kommen, bekommen so gut wie nie Asyl - dass sie rein vor einer ökonomisch tristen Situation flüchten würden, könnte allerdings niemand behaupten, der imstande ist, unwichtige Details wie die Wirklichkeit zur Kenntnis zu nehmen. Diese Leute zu diffamieren, halte ich für zutiefst xenophob. Und komm mir jetzt bitte nicht mit der Rationalisierung des Gefühls. Kenn ich. Zieht nicht mehr.
Und, ja: Wenn behauptet wird, österreichische Asylgesetze würden irgendjemanden von irgendetwas abhalten, spielt die Frage, ob Österreich Ziel- oder Transitland ist, eine gewaltige Rolle. Warum sollte sich etwa jemand, der nach Großbritannien oder Frankreich will, mit dem österreichischen Asylgesetz auseinandersetzen? Das sind Leute, die eher aus geografischen Gründen mal hier landen (Schlepperrouten, geografische Lage und ähnliches), genauso wie es auch in Deutschland oder Ungarn passiert.
Mit anderen Worten: wenn Du die politische Macht hättest, individuell darüber zu entscheiden, ob Du jemandem ein Aufenthaltsrecht (bzw. Staatsbürgerschaft) zuerkennst oder nicht, nach welchen Kriterien würdest Du dann entscheiden?