Millionen fürs Nichtstun

Oder: Die Republik als Bankomat

EuroDie bleiernen Schüssel-Jahre waren eine spannende Zeit für Journalisten. Nur keine lukrative. Ich hätte während dieser Zeit Berater sein sollen. Egal wofür und egal wie gut. Ich hätte mich dumm und deppert verdienen können. Vor allem, indem ich nichts getan hätte. Für so etwas haben andere Leute Millionen gekriegt.

Auch für die hier nicht genannten Systemgünstlinge wie Gernot Rumpold und Walter Meischberger war das Nichtstun eine sehr lukrative Angelegenheit. Rumpold hat für eine Kampagne für den Eurofighter Millionen kassiert, Meischberger hat Millionen dafür bekommen, dass, wie er treuherzig beteuert, er selbstverständlich keine Insider-Kenntnisse über den BUWOG-Verkauf durchsickern hat lassen.

In vielen Fällen war's wahrscheinlich sogar günstiger für die steuerzahlende Bevölkerung (also nicht für Peter Hochegger und Walter Meischberger), dass diese Leute fürs Nichtstun bezahlt wurden. Bei der Verschenkungs- pardon: Privatisierungsorgie der Schüssel-Jahre wurde aus Sicht von Kritikern viel Geld verschleudert. Und bei jeder Privatisierung war irgendein Berater involviert. Es wäre günstiger gewesen, ihnen das Geld einfach so zu überweisen. Das hätte wahrscheinlich die Verluste für den Steuerzahler beträchtlich minimiert.

Ich hätte ja ehrlich gesagt nicht darauf bestanden, irgendetwas zu arbeiten für die vielen Millionen. Mit mir kann man ja reden. Bleibt nur zu hoffen, das Schwarz-Blau möglichst bald wiederkommt. Dann werd ich Berater und reich. Gemeinsam mit einer paar Freunderl der Regierungsparteien. Damit wenigstens irgendwer was hat von so einer Regierung. Von der Bevölkerung konnte man das nicht gerade behaupten. Sparpakte en masse, ein kaputter Sozialstaat, Arbeitslosigkeit, ein kaputt gespartes Bildungssystem. Aber was ist das im Vergleich zu reich gewordenen Freunderl?
Sonja (Gast) - 10. Aug, 09:31

kurz prägnant und leider so wahr ....

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Christoph Baumgarten

Mein Name ist Christoph Baumgarten und bin seit mehr als einem Jahrzehnt im Journalismus. Dieser Blog soll meine Sicht auf die politischen Entwicklungen in Österreich wiedergeben. Wobei im Moment der Ausdruck Zustand angebrachter wäre, wenn man an die heimische Politik denkt. Politwatch zeigt gerne vergessene Zusammenhänge auf und soll den Menschen eine Stimme geben, die auch angesichts der zunehmenden geistigen Verwahrlosung in diesem Land ihre fünf Sinne zusammen haben und nicht vergessen haben, was bei Politik im Mittelpunkt stehen sollte: Der Mensch mit seinen Bedürfnissen. Ein Hinweis für InhaberInnen eines Accounts auf twoday.net: Es gibt einen e-mail-Abodienst für neue Beiträge und Kommentare.

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