Marek und die Armut
Christine Marek, Staatssekretärin und, weit weniger wichtig, ÖVP-Wien-Obfrau, will Kinderarmut offenbar nicht thematisieren. Zumindest hat sie das entsprechende Kapitel aus dem Familienbericht streichen lassen.
Angeblich sei es "nicht wissenschaftlich" gewesen, lässt sie ausrichten. Der Leiter der Studie weist das zurück. Wenig überraschend. Unabhängig davon, wer Recht hat: Das kann er in der Öffentlichkeit nicht auf sich sitzen lassen.
Die Armutskonferenz spricht von Zensur und hat das diskutierte Kapitel online gestellt. Die Vermutung steht im Raum, dass Marek das heikle Thema Kinderarmut im Wiener Wahlkampf vom Tisch haben wollte. Kinder in Armut - das gibt's - zumindest während eines Wahlkampfs - nicht für die "Volks"partei.
Ein weiteres Indiz, dass es nicht nur um sachliche Überlegungen geht, liefert Mareks Büro. Das hat den VerfasserInnen des Familienberichts offenbar kein Geld bezahlt. Es gebe "unüberbrückbare weltanschauliche Differenzen". Was das mit empirischer wissenschaftlicher Arbeit zu tun haben soll, fragt sich vermutlich nicht nur der Autor dieser Zeilen. Zumal die Differenzen offenbar nicht so groß waren, dass man nicht den Rest des Familienberichts veröffentlicht hätte.
Dass Mareks Begründung möglicherweise wenig mit der Qualität der Studie zu tun hat sondern mehr mit deren Befund, legt auch der bisherige Umgang der Staatssekretärin mit ihr unbequemen Wahrheiten nahe. Sie ist etwa dagegen, dass sich irgendwer dafür interessiert, wie es um die Gleichstellung von Frauen im Haushalt aussieht.
Bleibt die Frage, was sich Marek von der Vorgangsweise erhofft. Bei der Wiener ÖVP erübrigen sich wahltaktische Überlegungen grundsätzlich. Da hätte man gleich das Kapitel veröffentlichen können. Und sich den Vorwurf der Zensur erspart.
Angeblich sei es "nicht wissenschaftlich" gewesen, lässt sie ausrichten. Der Leiter der Studie weist das zurück. Wenig überraschend. Unabhängig davon, wer Recht hat: Das kann er in der Öffentlichkeit nicht auf sich sitzen lassen.
Die Armutskonferenz spricht von Zensur und hat das diskutierte Kapitel online gestellt. Die Vermutung steht im Raum, dass Marek das heikle Thema Kinderarmut im Wiener Wahlkampf vom Tisch haben wollte. Kinder in Armut - das gibt's - zumindest während eines Wahlkampfs - nicht für die "Volks"partei.
Ein weiteres Indiz, dass es nicht nur um sachliche Überlegungen geht, liefert Mareks Büro. Das hat den VerfasserInnen des Familienberichts offenbar kein Geld bezahlt. Es gebe "unüberbrückbare weltanschauliche Differenzen". Was das mit empirischer wissenschaftlicher Arbeit zu tun haben soll, fragt sich vermutlich nicht nur der Autor dieser Zeilen. Zumal die Differenzen offenbar nicht so groß waren, dass man nicht den Rest des Familienberichts veröffentlicht hätte.
Dass Mareks Begründung möglicherweise wenig mit der Qualität der Studie zu tun hat sondern mehr mit deren Befund, legt auch der bisherige Umgang der Staatssekretärin mit ihr unbequemen Wahrheiten nahe. Sie ist etwa dagegen, dass sich irgendwer dafür interessiert, wie es um die Gleichstellung von Frauen im Haushalt aussieht.
Bleibt die Frage, was sich Marek von der Vorgangsweise erhofft. Bei der Wiener ÖVP erübrigen sich wahltaktische Überlegungen grundsätzlich. Da hätte man gleich das Kapitel veröffentlichen können. Und sich den Vorwurf der Zensur erspart.
Christoph Baumgarten - 7. Okt, 15:22


