Land der Heuchler
88 Prozent der Menschen in diesem Land gehören einer Religionsgemeinschaft an. Nur 47 Prozent glauben laut einer IMAS-Umfrage an Gott. Was die berechtigte Frage aufwirft, warum die anderen 41 Prozent einer Religion angehören. Anders ausgedrückt: Fast jeder zweite Angehörige einer Religionsgemeinschaft glaubt nicht an die Märchen, die ihm vorgebetet werden. Als gelernter Österreicher würde ich sagen: Sie sind der Meinung, "das gehört irgendwie dazu", wie es ein User im Forum einer Geschichte auf ooe.ORF.at ausgedrückt hat:
http://ooe.orf.at/stories/354511/
Entweder können diese Menschen ihr Leben nicht ohne ihnen auftoktroyierte Rituale strukturieren, sind nicht imstande eigenständige ethische Vorstellungen aufzubauen oder befürchten Repressalien, sollten sie austreten. Am Land nicht ausgeschlossen. Was diese Menschen eint, ist ein eher unreflektiertes, konfliktscheues Verhalten. Das Zentralorgan des Kleinbürgertums, die Kronenzeitung, bestärkt sie in dieser Haltung. Besser irgendwo dazugehören, wo es sich gehört, als nachzudenken. Wenn man weiß, dass gleichzeitig nur eine Minderheit der gläubigen Katholiken etwa den Wertekanon ihrer Gemeinschaft teilt, fragt man sich als aufgeklärter Mensch wirklich: Was machen die 41 Prozent der Österreicher in einer Glaubensgemeinschaft, an deren zentrale ideologischen Inhalte sie nicht mehr glauben? Wir leben in einem Land der Heuchler.
Ein Off-Topic Beitrag. Anderereits: Widersprüche zeigt es sehr wohl auf. Und ich bin der Überzeugung, dass die unreflektierte Haltung eines großen Teils der Bevölkerung mitverantwortlich ist für die nicht immer sonderlich befriedigende Situation, in der sich dieses Land befindet. Auch die teilweise feindselige Haltung gegenüber "Brüssel" ist in einem erheblichen Ausmaß Teil dieses unreflektiert-dumpfen "mir san mir"-Gefühls.
http://ooe.orf.at/stories/354511/
Entweder können diese Menschen ihr Leben nicht ohne ihnen auftoktroyierte Rituale strukturieren, sind nicht imstande eigenständige ethische Vorstellungen aufzubauen oder befürchten Repressalien, sollten sie austreten. Am Land nicht ausgeschlossen. Was diese Menschen eint, ist ein eher unreflektiertes, konfliktscheues Verhalten. Das Zentralorgan des Kleinbürgertums, die Kronenzeitung, bestärkt sie in dieser Haltung. Besser irgendwo dazugehören, wo es sich gehört, als nachzudenken. Wenn man weiß, dass gleichzeitig nur eine Minderheit der gläubigen Katholiken etwa den Wertekanon ihrer Gemeinschaft teilt, fragt man sich als aufgeklärter Mensch wirklich: Was machen die 41 Prozent der Österreicher in einer Glaubensgemeinschaft, an deren zentrale ideologischen Inhalte sie nicht mehr glauben? Wir leben in einem Land der Heuchler.
Ein Off-Topic Beitrag. Anderereits: Widersprüche zeigt es sehr wohl auf. Und ich bin der Überzeugung, dass die unreflektierte Haltung eines großen Teils der Bevölkerung mitverantwortlich ist für die nicht immer sonderlich befriedigende Situation, in der sich dieses Land befindet. Auch die teilweise feindselige Haltung gegenüber "Brüssel" ist in einem erheblichen Ausmaß Teil dieses unreflektiert-dumpfen "mir san mir"-Gefühls.
Christoph Baumgarten - 10. Apr, 15:19


