Die Verunglimpfung ökologisch verantwortungsvoller Radfahrer kann ich nicht nachvollziehbar, entspricht aber der Wiener Verkehrspolitik. Im Übrigen waren die 'Christdemokraten' schon einige Jahre länger in der Regierung. Insofern kann ich diese Reaktion auch nicht nachvollziehen.
Doch das, was sich verändert hat, da stimme ich völlig zu, ist der politische Anstand, ist die ganz alltägliche Grenzvermischung. Nach kürzester Zeit hatte die ÖVP sich an die FPÖ angepasst. Die Nivellierung nach unten hatte begonnen, und inzwischen längst schon die SPÖ erreicht - nicht nur Niessls Alltagsrassismus, auch die Rolle der Krone, die bloße Politik der Schlagworte bis hin zur jetzigen - oder schon gestrigen? - Bankabgabendiskussion. Die österreichische politische Diskussion findet fast nur mehr auf FP-Niveau statt. Und die Entrüsterei finde selbst ich inzwischen lächerlich. Wenn Alltagsrassismus in allen Parteien (außer den Grünen) irgendwie akzeptabel und gewöhnlich geworden ist, ist es nur mehr lächerlich sich aufzuregen, vor allem wenn es nur mehr den politischen Gegner betrifft. Man denke nur an die heuchlerische Empörung von Schwarz-Blau vor annäherend 10 Jahren gegenüber den angeblich neonazistischen Äußerungen Exfinanzminister Edlingers.
Wenn (fast) alle Rassismus fallweise zulassen, wird der Rassismusvorwurf tatsächlich nur mehr zur durchschaubaren Strategie. Und das ist das Traurige, was Österreich (oder auch Italien) von Deutschland so grundlegend unterscheidet.
Blog für alle, die sich nicht länger für dumm verkaufen lassen wollen
Über Politwatch
Mein Name ist Christoph Baumgarten und bin seit mehr als einem Jahrzehnt im Journalismus. Dieser Blog soll meine Sicht auf die politischen Entwicklungen in Österreich wiedergeben. Wobei im Moment der Ausdruck Zustand angebrachter wäre, wenn man an die heimische Politik denkt. Politwatch zeigt gerne vergessene Zusammenhänge auf und soll den Menschen eine Stimme geben, die auch angesichts der zunehmenden geistigen Verwahrlosung in diesem Land ihre fünf Sinne zusammen haben und nicht vergessen haben, was bei Politik im Mittelpunkt stehen sollte: Der Mensch mit seinen Bedürfnissen.
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Doch das, was sich verändert hat, da stimme ich völlig zu, ist der politische Anstand, ist die ganz alltägliche Grenzvermischung. Nach kürzester Zeit hatte die ÖVP sich an die FPÖ angepasst. Die Nivellierung nach unten hatte begonnen, und inzwischen längst schon die SPÖ erreicht - nicht nur Niessls Alltagsrassismus, auch die Rolle der Krone, die bloße Politik der Schlagworte bis hin zur jetzigen - oder schon gestrigen? - Bankabgabendiskussion. Die österreichische politische Diskussion findet fast nur mehr auf FP-Niveau statt. Und die Entrüsterei finde selbst ich inzwischen lächerlich. Wenn Alltagsrassismus in allen Parteien (außer den Grünen) irgendwie akzeptabel und gewöhnlich geworden ist, ist es nur mehr lächerlich sich aufzuregen, vor allem wenn es nur mehr den politischen Gegner betrifft. Man denke nur an die heuchlerische Empörung von Schwarz-Blau vor annäherend 10 Jahren gegenüber den angeblich neonazistischen Äußerungen Exfinanzminister Edlingers.
Wenn (fast) alle Rassismus fallweise zulassen, wird der Rassismusvorwurf tatsächlich nur mehr zur durchschaubaren Strategie. Und das ist das Traurige, was Österreich (oder auch Italien) von Deutschland so grundlegend unterscheidet.