Christoph Baumgarten - 22. Jun, 00:09

Falsch: Der Religionsunterricht ist verpflichtend. Die Hürden für die Abmeldung sind vor wenigen Jahren (unter Schwarz-Blau) gehörig erhöht worden. Gerade für Eltern von Kindern im Pflichtschullter stellt sich außerdem die Frage, wie sie die Kinder in den Freistunden beaufsichtigen lassen. Zudem werden Kinder hier nach einem völlig willkürlichen Kriterium voneinander getrennt: Nach der Religionszugehörigkeit der Eltern. Sie selbst sind ja nie bewusst oder gar willentlich einer Religionsgemeinschaft beigetreten. Insofern ist der Religionsunterricht ein Verstoß gegen die Rechte der Kinder. In Ländern wie den USA oder Frankreich wäre Religionsunterricht in den Schulen undenkbar. Dort wird schon ein Schulgebet als Menschenrechtsverletzung angesehen. Warum österreichische Kinder weniger Rechte haben sollten als französische oder amerikanische ist mir ehrlich gesagt schleierhaft.
Staatlich finanzierter Religionsunterricht ist zudem ein Kuriosum der früheren faschistischen Staaten Deutschland, Österreich und Italien, die Schweiz hat ihn teilweise auch (warum auch immer). Im Rest der demokratischen Welt ist so etwas schlicht und ergreifend undenkbar.
Ich habe auch etwas dagegen, als Konfessionsloser Religionsgemeinschaften mitsponsern zu müssen. Die heimischen Gesetze bringen den Religionsgemeinschaften ca. 2,5 Mrd. Euro an Steuerermäßigungen und finanziellen Vorteilen im Jahr. Ich sehe nicht ein, warum das 1 Million Österreicher ohne religiöses Bekenntnis mitzahlen müssen. Auch das ist meiner Meinung nach eine Menschenrechtsverletzung.

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Mein Name ist Christoph Baumgarten und bin seit mehr als einem Jahrzehnt im Journalismus. Dieser Blog soll meine Sicht auf die politischen Entwicklungen in Österreich wiedergeben. Wobei im Moment der Ausdruck Zustand angebrachter wäre, wenn man an die heimische Politik denkt. Politwatch zeigt gerne vergessene Zusammenhänge auf und soll den Menschen eine Stimme geben, die auch angesichts der zunehmenden geistigen Verwahrlosung in diesem Land ihre fünf Sinne zusammen haben und nicht vergessen haben, was bei Politik im Mittelpunkt stehen sollte: Der Mensch mit seinen Bedürfnissen. Ein Hinweis für InhaberInnen eines Accounts auf twoday.net: Es gibt einen e-mail-Abodienst für neue Beiträge und Kommentare.

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