Freiwilliger Arbeitsdienst

Die "Volks"partei hat wieder mal den Vogeloevp abgeschossen. Erneut fordert einer ihrer Hinterbänkler, Arbeitslose zum Straßenkehren heranzuziehen. Der Arbeitsdienst solle selbstverständlich "freiwillig" sein. Alexandra Bader hat auf ihrer Homepage Ceiberweiber die absonderlichen Vorstellungen des Hinterbänklers analysiert.

Mehr muss man gar nimmer sagen. Danke für diesen Artikel.
www.erstaunlich.at (Gast) - 27. Dez, 18:35

Na wo würden wir den da hinkommen, wenn da jemand kommt und Langzeitarbeitslose beim Mittagsschläfchen oder Pfusch stören würde.
Auch schön das Frau Bader ihr Hobby aus Steuergelder finanziert.
http://www.erstaunlich.at/index.php?option=com_content&view=article&id=509:steuergelder-fuer-hobbys&catid=1:erstaunliches

Christoph Baumgarten - 27. Dez, 19:51

Sei mal selber arbeitslos, dann schauen wir, ob du nachher noch so menschenverachtend redest.

www.erstaunlich.at (Gast) - 27. Dez, 22:35

Hallo Christoph!
Meine Meinung hat mit Menschenverachtung nicht das Geringste zu tun. Ich selbst arbeite seit dem 15.Lebensjahr. 8 Jahre als Arbeitnehmer und 30 Jahre als Selbständiger. Ich bin weder Sohn reicher Eltern, noch mit einem goldenem Löffel im Mund auf die Welt gekommen.

Ich war noch nie einen einzigen Tag arbeitslos. Ich vertrete die Ansicht, in einer Großstadt wie Wien muß niemand arbeitslos sein, soferne er zwei gesunde Arme und Beine hat.

Meine 30-jährige Tätigkeit als Selbständiger hat mir sehr viel über den Arbeitswillen von Personen gelehrt. Wenn Du Lust und Liebe hast, würde ich Dich einladen einmal bei einer Personalaufnahme dabei zu sein.

Du würdest Dich wundern, mit welchem Arbeitsunwillen Leute welche vom AMS geschickt wurden, alles daran setzen nicht aufgenommen zu werden. Ich finde es durchaus gerecht, dass Leute die von der Gesellschaft nehmen, auch bereit sein müssen für diese etwas zu tun.

Ich weiß zwar nicht was Du arbeitest, aber beim Thema Arbeitslosigkeit scheinst Du etwas blauäugig zu sein.

MfG
Erich Reder

Sascha Faderny (Gast) - 27. Dez, 23:29

So ein faschistoider Schwachsinn!!!
Straßenkehren hat ausschliesslich die MA 48 unter aufwandsgerechtem Verdienst inkl. Zulagen zu erledigen - und sonst niemand!
Typischer Vorschlag von der ((ehem.)) Dollfuss-Partei.

Christoph Baumgarten - 28. Dez, 10:43

Erich, ich kann das Unternehmer-Gesudere leider nur zu gut. Und es bestätigt meine Vermutung: Du hast keinen Tau, wovon du sprichst. Du siehst nur deine eigenen Interessen und machst sie zum Maßstab aller Dinge. Das ist nicht einmal ein Vorwurf, das eine nüchterne Feststellung. Du bist übrigens kein Einzelfall.
Hast du dir schon mal überlegt, was in einem Menschen vorgeht, der ein paar Monate lang arbeitslos war? Wie der sich fühlt? Natürlich gibt's da die Sorte, die Arbeit um jeden Preis annimmt (womit ich dir jetzt nicht implizit Lohndrückerei unterstellen will). Aber es gibt auch solche, die sich innerlich aufgeben. Die den Druck nicht aushalten. Das ist eher die Mehr- als die Minderheit. Lies mal die Arbeitslosen von Marienthal.
Sicher, es hat sich einiges geändert. Die Grundprobleme sind die gleichen. Wenn ein Mensch so fertig ist, dann WILL er auch nicht mehr. Dann WILL er eigentlich gar nix mehr. Nur irgendwie weitervegetieren. Das ist tragisch, und ganz sicher nicht den Betroffenen anzulasten. Hier besteht einfach ein erhöhter Betreuungsbedarf seitens des AMS bzw. sonstiger Behörden. Man darf es nicht zulassen, dass ein Mensch in so ein Loch fällt.
Und nebenbei: Vielleicht hat der von dir konstatierte Unwillen auch mit dem vergangenen Job zu tun. Vielleicht brauchen auch ein paar Leute einfach einmal eine mehrmonatige Pause und können dann erst wieder. Leider nimmt aber das Gesetz keine Rücksicht drauf.
Und: Warum sind denn grad so viele Menschen arbeitslos? Wohl nicht, weil es an Arbeitswillen mangelt. Eher weil es an Arbeitsplätzen mangelt. Das gilt sogar für den schwarzen Arbeitsmarkt.

www.erstaunlich.at (Gast) - 28. Dez, 12:52

Hallo Christoph
Sollte Deine Theorie stimmen, dass Leute die arbeitslos geworden sind in ein Loch fallen und vor der Selbstaufgabe stehen, was spricht dann dagegen diese Leute wieder in den Arbeitsprozess einzuführen, indem man sie gemeinnützige Arbeiten verrichten lässt.

Ich finde auch, dass diese Leute gegenüber der Gesellschaft eine moralische Verpflichtung haben, denn immerhin werden sie von dieser erhalten.

Viele Leute denken so wie ich, auch Politiker. Die sind jedoch mit ihren Äusserungen sehr vorsichtig, um sich das "Stimmvieh" nicht zu verleiden. Du kannst mit Sicherheit davon ausgehen, dass man auch Ulm zurückpfeifen wird.

Die Gesellschaft hat die Pflicht all jene Personen zu erhalten, die auf Grund psychischer oder physischer Mängel nicht mehr in der Lage sind, für ihren Unterhalt aufzukommen. Diese Pflicht gilt aber nicht für Arbeitsunwillige. Mir kann niemand erzählen, dass es über Jahre hinaus nicht möglich ist einen Job zu bekommen.

Was Dein kritisiertes Unternehmer-Gesudere betrifft, bleibt meine Einladung an Dich aufrecht. Da könntest Du gleich praktischen Anschauungsunterricht bekommen, der von Deiner Theorie meilenweit entfernt ist.

Es hat schon seine Richtigkeit, dass es in exponierten Lagen eine wirkliche Arbeitslosigkeit gibt. Diese Leute greife ich auch nicht an. Aber in einer Großstadt wie Wien findet man eine Arbeit, vorausgesetzt der Wille ist vorhanden.

DEIN ZITAT:
Und nebenbei: Vielleicht hat der von dir konstatierte Unwillen auch mit dem vergangenen Job zu tun. Vielleicht brauchen auch ein paar Leute einfach einmal eine mehrmonatige Pause und können dann erst wieder. Leider nimmt aber das Gesetz keine Rücksicht drauf.
DEIN ZITAT ENDE:

Ich hoffe das Du mich unterstützen wirst, wenn auch ich demnächst eine künstlerische Pause benötige und meine Betriebe schliesse.

MfG
Erich Reder

Christoph Baumgarten - 28. Dez, 13:11

Erich,
Das ist beim besten Willen kein "erhalten werden von der Gesellschaft". Das ist eine Versicherungsleistung, die Betroffenen haben schließlich selbst einbezahlt und das jahrelang. Diese Menschen haben in ihrer aktiven Zeit auch die Steuerleistung in diesem Land getragen. 80 Prozent der Steuern werden von den ArbeitnehmerInnen in diesem Land bezahlt. Wen hier wer jemanden erhält, dann die ArbeitnehmerInnen die UnternehmerInnen.
Und, Arbeit finden: ja, vielleicht um 3 Euro 40 die Stunde. Natürlich schwarz. Und selbst dort sind die Jobs schon rar geworden. Ich kenn genügend solcher Fälle und kann mir kaum vorstellen, dass du Menschen dazu zwingen willst, solche Jobs anzunehmen - die würden dazu führen, dass wir einen Lohndumping-Wettbewerb haben. Bei dem bleiben vor allem die kleineren Unternehmer auf der Strecke.
Du gibst hier zynisches Unternehmergesudere von dir mit ganz offenkundig keiner Ahnung von der gesamtwirtschaftlichen Lage in Österreich oder in Wien. Sprich vielleicht mal mit Arbeitspsychologen und zieh dir mal Studien rein: Die gibt's zu dem Thema zuhauf. Oder setz dich mal wirklich mit Langzeitarbeitslosen auseinander. Der Verein "Zum Alten Eisen" sei dir hier ans Herz gelegt, das sind auch Leute in deiner Altersklasse. Ich denke, da wäre der Kontakt einfach herzustellen. Und dann hör dir an, was für entwürdigende Prozeduren diese Menschen über sich ergehen lassen müssen.
http://www.zum-alten-eisen.at/

www.erstaunlich.at (Gast) - 28. Dez, 13:40

Hallo Christoph
Das Du mir unterstelltst keine Ahnung von der Wirtschaftslage in Österreich, bzw. in Wien zu haben finde ich erstaunlich, denn immerhin betreibe ich seit 30 Jahren mehrere erfolgreiche Unternehmen in Wien.

Ich trage in meinen kleinen Rahmen zum Erhalt von Arbeitsplätze bei und das nicht für 3 Euro in der Stunde. Was die Einzahlung der Arbeitslosenversicherung betrifft stelle ich fest, dass Du hier keine Ahnung hast. Wenn jeder Arbeitslose seine einbezahlten Versicherungsbeiträge refundiert bekommen würde, dann hätten wir fast keine Arbeitslosen.

Aber Du scheinst mit Deiner linkslinken Meinung derart festgefahren zu sein, dass Du den Wald vor lauter Bäume nicht mehr siehst.

Ich wünsche Dir trotzdem einen schönen Montag und einen hoffentlich erfolgreichen Arbeitstag, wie immer der bei Dir auch aussehen möge.

MfG
Erich Reder

Christoph Baumgarten - 28. Dez, 15:05

Ein Betriebswirt ist jemand, der per definitionem keine Ahnung von gesamtwirtschaftlichen Zusammenhängen hat. Das gleiche gilt für Unternehmer. Dass das Selbstbild ein anderes ist, ist mir klar. Aber man lässt aus gutem Grund eine Krankenschwester, die sicher viel Ahnung von Gesundheit und Genesungsprozessen hat, aus gutem Grund nicht einen Patienten operieren. Ebenso wie Ärzte meist denkbar ungeeignet sind, Kranke zu pflegen.
Es ist ein Faktum, dass das einzige, was Massenarmut einigermaßen verhindert, die gesetzliche Arbeitslosenversicherung ist. Es ist ebenso ein Faktum, dass die Höhe des Arbeitslosengeldes keinen Einfluss darauf hat, wie lange jemand arbeitslos bleibt. In Dänemark bekommt man 90 Prozent des Letztbezugs ausbezahlt, dort finden die Menschen schneller neue Arbeit als hier. (Nettoersatzrate 55 Prozent). Das liegt auch und vor allem daran, dass die Unterstützung für Arbeitslose in Dänemark besser ist, etwa bei Aus- und Weiterbildung. Zudem liegen bei uns 30 Prozent (!) aller Arbeitslosen deutlich unter der Armutsgrenze, ohne PartnerInneneinkommen wären es 60 Prozent - was heißt, dass im Fall der Arbeitslosigkeit die Armutsgefährdung weit in mittlere Einkommensschichten hineingeht. Und nachgewiesener Maßen verursacht Armut massiven Stress bei den Betroffenen (was sich auch gesundheitlich niederschlägt) - auch etwas, das bei Bewerbungsgesprächen nicht gerade förderlich ist.
Man kann diese Dinge zur Kenntnis nehmen oder auch negieren. Das bleibt ganz dir überlassen. Jedenfalls ist bislang kein besseres System erfunden worden als eine öffentliche Arbeitslosenversicherung.
Das alles sind Fakten, keine linkslinke Meinung. Man kann das zur Kenntnis nehmen und den Schleier der eigenen Ideologie und der eigenen Interessen beiseite schieben - oder auch nicht.


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Mein Name ist Christoph Baumgarten und bin seit mehr als einem Jahrzehnt im Journalismus. Dieser Blog soll meine Sicht auf die politischen Entwicklungen in Österreich wiedergeben. Wobei im Moment der Ausdruck Zustand angebrachter wäre, wenn man an die heimische Politik denkt. Politwatch zeigt gerne vergessene Zusammenhänge auf und soll den Menschen eine Stimme geben, die auch angesichts der zunehmenden geistigen Verwahrlosung in diesem Land ihre fünf Sinne zusammen haben und nicht vergessen haben, was bei Politik im Mittelpunkt stehen sollte: Der Mensch mit seinen Bedürfnissen. Ein Hinweis für InhaberInnen eines Accounts auf twoday.net: Es gibt einen e-mail-Abodienst für neue Beiträge und Kommentare.

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