Erfolgloser Hecht
Die "Sensation" hat kaum jemanden überrascht. Hans-Peter Martin tritt wieder bei den EU-Wahlen an. Hoffentlich können die Wählerinnen und Wähler besser mit ihm als er mit - ungefähr jedem und jeder anderenDritter will er werden, kündigt Hans-Peter Martin an. Ein Hecht im Karpfenteich bleiben. Misst man seine Erfolgsbilanz an den Veränderungen, die er im EU-Parlament erreicht hat, wäre er als Hecht vermutlich verhungert. In einem Punkt stimmt das Bild aber: Hechte jagen allein.
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Das passt auch zu Hans-Peter Martin, der sich mit ungefähr allen Weggefährtinnen und Weggefährten zerstritten hat. Seine letzte, Karin Resetarits, hielt es nicht lange an seiner Seite aus.
Mag sein, dass ihm die Wahlberechtigten seine Reden von Kontrolle und Korruption wieder abkaufen. Andererseits, bei den Nationalratswahlen ist er spektakulär gescheitert. Schafft er es wieder nach Brüssel und Straßburg, ist das ein politischer Erfolg, keine Frage. Einen erfolgreichen Politiker macht es nicht aus HPM. Und ob das Konzept, gegen echte oder vermutete Missstände zu plärren, ausreicht, um die dringenden Probleme der EU zu beheben, darf bezweifelt werden.
Eine Richtungsentscheidung steht an in der EU. Wieder fünf Jahre konservative Politik, die zumindest mitverantwortlich war für das ökonomische und soziale Desaster. Oder eine Richtungsänderung zu einer EU, die Sozialstandards setzt und nachhaltig beiträgt, das Leben der Arbeiterinnen und Arbeiter der EU, der Pensionisten, der Arbeitlosen, der Benachteiligten zu verbessern und ihre Rechte zu stärken. Ob sich Martin da wird profilieren können, darf bezweifelt werden. Für so etwas bräuchte er Bündnispartner. Und mit denen müsste er zurechtkommen.
http://www.hpmartin.net/
Christoph Baumgarten - 27. Apr, 21:37


