Die Wuchteln fliegen tief
Tief fliegende Schwalben kündigen schlechtes Wetter an. Tief fliegende Wuchteln in einer politischen Unterhaltung können unterhaltsam sein. Wenn sich die heimischen Rechtsaußenparteien zerfleischen, zum Beispiel. Geschehen vor laufender Kamera auf ATV.
Sieger nach Punkten: Gerhard Dörfler, Kärntner Landeshauptmann, BZÖ. Kein Renomee für Bumsti Strache, wenn er sich von einem Mann auseinandernnehmen lässt, der bisher eher als Parodie seiner selbst in Erscheinung getreten ist. Intelligenz oder Humor sind Eigenschaften, die man Dörfler nicht nachsagen kann. Innerhalb seines begrenzten Horizonts und Sprachvermögens ist er aber bis zu einem gewissen Grad schlagfertig. Er kann selbst Sätze formulieren (wie die Öffentlichkeit meist eher zu ihrem Leidwesen erfährt, siehe http://www.brennesselsuppe.at).
Diese Eigenschaft macht ihn Strache haushoch überlegen. Der hat sichtlich Mühe, seine auswendig gelernten Phrasen anzubringen. Ohne Kickls Redetexte ist er fad, witzlos, banal. Im Vergleich zu ihm wirkt selbst ein Dörfler sympathisch. Die Wahrnehmung ist manchmal eine Tochter des Vergleichs. Dieser erinnert stark an Pest und Cholera.
Bleibt der Unterhaltungswert, dass ein Landeshauptmann, der Asylwerber auf der Saualm internieren lässt, einem Bumsti Strache sagt, die FPÖ sei zu radikal. Das entbehrt nicht einer gewissen Pikanterie. Und unterstreicht, wie realitätsfern das BZÖ die Welt sieht. Insofern unterscheidet es sich nicht von der geistigen Mutter FPÖ. Demokratische Rechte gelten nur für einen selber, der Rest der Welt hat sich in demütiger Toleranz zu üben. Wenn die Herren wenigstens ausnahmsweise recht hätten in ihren Thesen, könnte man sich über diese Geisteshaltung aufregen. So kann man herzlich lachen. Vor allem über die Behauptung beider, für die Menschen zu arbeiten. Schmähtandeln würd ich das nennen.
Bemerkenswert, dass Dörfler einen kurzen Moment aus der Rolle des obersten Kärntner Narren fällt, die er sonst so hingebungsvoll spielt. Wenn sich sogar seinem für den Beobachter eher schlichten Gemüt der Schluss aufdrängt, dass Michael Häupl (SPÖ) der bessere Bürgermeister Wiens ist, kann man davon ausgehen: Da ist was dran. Für Dörflersche Verhältnisse ist eine solche Erkenntnis wie das Erlebnis für andere, die die Relativitätstheorie verstanden haben. Ein Geistesblitz. Aber auch den muss man dem an sich schwer rücktrittsreifen Kärntner Landeshauptmann zugestehen. Nebenbei sagt es sehr viel aus, wie das BZÖ die eigenen Wahlchancen in Wien einschätzt. Mit Petzner oder, wie sich leider abzeichnet, ohne. Unterhaltsam wäre der junge Mann mit Hang zu Solarium und unfreiwilliger Komik sicher gewesen.
Strache muss man in dieser Unterhaltung zugute halten: Wenigstens einmal war er ehrlich. Und sei es nur darin, seine Abneigung gegen einen Menschen zu zeigen. Ehrlichkeit sollte er aber nicht zur Gewohnheit machen. Dann wären für Politiker seines Schlages die Geschäftsgrundlagen dahin.
Sieger nach Punkten: Gerhard Dörfler, Kärntner Landeshauptmann, BZÖ. Kein Renomee für Bumsti Strache, wenn er sich von einem Mann auseinandernnehmen lässt, der bisher eher als Parodie seiner selbst in Erscheinung getreten ist. Intelligenz oder Humor sind Eigenschaften, die man Dörfler nicht nachsagen kann. Innerhalb seines begrenzten Horizonts und Sprachvermögens ist er aber bis zu einem gewissen Grad schlagfertig. Er kann selbst Sätze formulieren (wie die Öffentlichkeit meist eher zu ihrem Leidwesen erfährt, siehe http://www.brennesselsuppe.at).
Diese Eigenschaft macht ihn Strache haushoch überlegen. Der hat sichtlich Mühe, seine auswendig gelernten Phrasen anzubringen. Ohne Kickls Redetexte ist er fad, witzlos, banal. Im Vergleich zu ihm wirkt selbst ein Dörfler sympathisch. Die Wahrnehmung ist manchmal eine Tochter des Vergleichs. Dieser erinnert stark an Pest und Cholera.
Bleibt der Unterhaltungswert, dass ein Landeshauptmann, der Asylwerber auf der Saualm internieren lässt, einem Bumsti Strache sagt, die FPÖ sei zu radikal. Das entbehrt nicht einer gewissen Pikanterie. Und unterstreicht, wie realitätsfern das BZÖ die Welt sieht. Insofern unterscheidet es sich nicht von der geistigen Mutter FPÖ. Demokratische Rechte gelten nur für einen selber, der Rest der Welt hat sich in demütiger Toleranz zu üben. Wenn die Herren wenigstens ausnahmsweise recht hätten in ihren Thesen, könnte man sich über diese Geisteshaltung aufregen. So kann man herzlich lachen. Vor allem über die Behauptung beider, für die Menschen zu arbeiten. Schmähtandeln würd ich das nennen.
Bemerkenswert, dass Dörfler einen kurzen Moment aus der Rolle des obersten Kärntner Narren fällt, die er sonst so hingebungsvoll spielt. Wenn sich sogar seinem für den Beobachter eher schlichten Gemüt der Schluss aufdrängt, dass Michael Häupl (SPÖ) der bessere Bürgermeister Wiens ist, kann man davon ausgehen: Da ist was dran. Für Dörflersche Verhältnisse ist eine solche Erkenntnis wie das Erlebnis für andere, die die Relativitätstheorie verstanden haben. Ein Geistesblitz. Aber auch den muss man dem an sich schwer rücktrittsreifen Kärntner Landeshauptmann zugestehen. Nebenbei sagt es sehr viel aus, wie das BZÖ die eigenen Wahlchancen in Wien einschätzt. Mit Petzner oder, wie sich leider abzeichnet, ohne. Unterhaltsam wäre der junge Mann mit Hang zu Solarium und unfreiwilliger Komik sicher gewesen.
Strache muss man in dieser Unterhaltung zugute halten: Wenigstens einmal war er ehrlich. Und sei es nur darin, seine Abneigung gegen einen Menschen zu zeigen. Ehrlichkeit sollte er aber nicht zur Gewohnheit machen. Dann wären für Politiker seines Schlages die Geschäftsgrundlagen dahin.
Christoph Baumgarten - 4. Aug, 13:50


