Die Unschuld vom Lande
Karl-Heinz Grasser ist wieder einmal das Opfer übler Machenschaften. Zwei enge Freunde halten beim Verkauf der BUWOG das Handerl auf, ein ehemaliger enger Mitarbeiter sagt, besagter Verkauf sein ein abgekartetes Spiel gewesen. Grasser hat mit all dem nichts zu tun und klagt.Man hat ja so viele Neider. Die nicht ertragen können, dass man für eine Homepage, die die Industriellenvereinigung fördert, keine Steuern zahlen muss. Die nicht ertragen können, dass man Freunderl in diverse Schlüsselpositionen hievt. Dass manche jener Freunderl bei Deals im Umfeld des eigenen Ministeriums Millionen kassieren und keiner weiß wofür. Dass einige dieser Freunderl im Zentrum diverser Ermittlungen stehen. Dass auf Teufel komm raus privatisiert wird, oft keiner weiß, warum und so gut wie nie der höchstmögliche Kaufpreis erzielt wird. Dass bei den Privatisierungen auffallend oft Firmen oder Konsortien punkten, die einem der beiden Regierungspartner nahe stehen.
Karl-Heinz Grasser hat es schwer. Seine Frau heißt doch nicht Swarovski. Im Management der Swarovski-Industriegruppe sitzt er auch nicht. Bei Meinl International Power ist es auch nicht so gut gelaufen, was einer Millionengage freilich nicht im Weg stand. Mit Meinl läuft es auch nicht so gut. Die gemeinsamen Yacht-Urlaube, eine Tradition begonnen in Grassers Zeit als Finanzminister, dürften eher nicht mehr stattfinden. Und jetzt fragen die bösen, bösen, bösen Medien auch noch nach, wie das denn so war in seiner Zeit als Finanzminister. Wo doch alles so eindeutig ist.
Grasser war schlicht nicht verantwortlich und Opfer der Umstände. Wie immer in seinem an Zufällen so erstaunlich reichen Leben. Da könnte er so erfolgreich sein und nur die unfähige Umwelt hindert ihn daran. Und sei es im Nachhinein. Zwei enge Freunde des Finanzministers kassieren fast zehn Millionen Euro, als auf Betreiben Grassers wieder mal Bundeseigentum verscherbelt wird. Obendrein haben sie nicht gewusst, dass sie dafür Steuern zahlen müssen. Und Grasser ist weder für die Verscherbelungsaktion verantwortlich noch (direkt oder indirekt) für die Millionengage. Sagt er. Ein ehemaliger Vertrauter sagt im profil, Grasser habe im Hintergrund gesteuert, wer die Privatisierung durchführt und wer den Zuschlag erhält. Bodenlose Frechheit, sagt Grasser.
Und dann noch die vielen Neider. Siehe oben. Die können es nicht verkraften, dass er der größte, der schönste, überhaupt der superste aller Finanzminister war. Der sogar mit massiven Steuererhöhungen und einem massiven sozialen Kahlschlag ein Nulldefizit zustande gebracht hat. Und für sonst nichts verantwortlich gewesen sein will. Auch nicht dafür, dass das Nulldefizit dann eigentlich doch keines war. Da erblasst der politische Gegner selbstredend vor Neid und kann nur mehr den Schmutzkübel auspacken.
Ist ja auch offensichtlich. Der politische Gegner besteht darauf, minimale Regeln des Anstands und der Rechtsstaatlichkeit einzuhalten! Und das bei ihm, einem Karl-Heinz Grasser! Einer Naturgewalt. Sapperlott! So geht das nicht! Rechenschaft verlangen für sieben Jahre neoliberaler Politik, in denen verscherbelt wurde, was zu verscherbeln war. Siehe VOEST, siehe Austria Tabak. In denen ÖBB und Post kaputtgespart wurden. Rechenschaft verlangen dafür, was er, Karl-Heinz Grasser, und seiner Freunderl mit Volkseigentum gemacht haben! Da spricht der blanke Neid aus dem politischen Gegner. Da kann ja jeder kommen. Das geht nicht. Nicht beim unschuldigsten Finanzminister aller Zeiten.
Christoph Baumgarten - 6. Okt, 07:11



Grasser anpatzen, wie können wir bloß .... ^^