GG (Gast) - 24. Apr, 23:07

Ja, nimm die EUler gleich mit!

Ja, betrogen wird, wohin man schaut. Es scheint eine Marotte unserer Gesellschaft zu sein, das Gegenüber auszunehmen. Euphemistisch sprechen wir dann von Gewinnmaximierung: Pfui, wie wissenschaftlich das klingt! Dabei ist mittels einer Glosse alles so einfach zu erklären:

Tolle Währung, super Land, ich liebe die EU – hurrrrrraaaaaa!

Über Nacht haben sich die Finanzminister der EU also entschlossen, den Euro mit 750 Mrd. Euronen (muss selbst die Summe europäische Unselbständigkeit ausdrücken? – Plagiat des ersten US-Hilfspaketes!) zu stützen. Toll, was? Nicht nur widersprüchlich, sondern kurios ist das Ergebnis dieser erneuten Bilanzmanipulation: Nicht nur der Euro steigt (kurzfristig zwar, aber immerhin!), auch die Aktien tun es. Super, nicht wahr?

Gut für jene in der Hochfinanz, die mittels beispielloser Skrupellosigkeit unser Arbeitseinkommen verspielt haben. Immerhin können Sie nun weiterzocken. Man wird’s dem Volk schon wieder nehmen, das Geld, das nie dagewesen ist.

Unser Superman, der Finanzminister, hat gleich 15 Mrd. Euro beizusteuern versprochen – extrem gut der Typ, klaro. Schon morgen werden Sie sich einer Desinformationskampagne rühmen können, die tollen EUler: „Wir haben den Euro gerettet“, werden sie sagen und: „Wir haben’s ja immer schon gesagt, wer den Euro angreift, hat keine Chance!“, wird dann geheult. Zu groß sei der Währungsraum, nicht attraktiv für einen Angriff, weil wir so stark sind – sooo stark.

Was werden die Amis da lachen: „Hihihi, jetzt haben wir sie so weit, die Idioten, endlich haben sie sich maßlos überschuldet, wir sitzen nun im selben Boot; weiter geht’s, bis die Korruptesten unter uns ihre Pfründe gerettet haben.“

Und die €päer: „Scheiß auf’s Volk, es is’ uns wurscht. Die Hauptsache ist doch: Die Trottel wählen wieder, die Glücklichen, sie wählen uns. Und wir werden ihnen alles einreden können, wie immer.“

Das ist doch die Hauptsache, oder nicht Herr Pröll, Frau Merkel und meine geehrte Frau Largarde?

Jawoll, die Lagarde ist wohl die einzige, die ihr Geschäft versteht. Nur: In der wenig durchdachten, unvorbereiteten Hauruck-Aktion, da versteht auch sie nicht so recht, wie uns geschieht. Oba, schnöll muas gehn – üba Nocht.

Was werden die Amis da lachen, lachen über uns: „Wir haben sie erschreckt, die €päer und gemeinsam haben wir gewonnen. Nur die Europäer müssen langfristig ins Gras beißen. Aber die sind uns wurscht, wie übrigens die Amerikaner auch.“

Hauptsache die $ianer haben’s wieder mal gemeistert, gemeistert für sich (kurzfristig und unübersichtlich – hauruck)!

Manche Zahlen sind allerdings aus der Sicht eines Österreichers zu sehen. Die Zahlen der deutschen Bilanz sind, wie übrigens alle Wirtschaftsdaten zwischen Deutschland und Österreich, zehnmal größer.

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Christoph Baumgarten

Mein Name ist Christoph Baumgarten und bin seit mehr als einem Jahrzehnt im Journalismus. Dieser Blog soll meine Sicht auf die politischen Entwicklungen in Österreich wiedergeben. Wobei im Moment der Ausdruck Zustand angebrachter wäre, wenn man an die heimische Politik denkt. Politwatch zeigt gerne vergessene Zusammenhänge auf und soll den Menschen eine Stimme geben, die auch angesichts der zunehmenden geistigen Verwahrlosung in diesem Land ihre fünf Sinne zusammen haben und nicht vergessen haben, was bei Politik im Mittelpunkt stehen sollte: Der Mensch mit seinen Bedürfnissen. Ein Hinweis für InhaberInnen eines Accounts auf twoday.net: Es gibt einen e-mail-Abodienst für neue Beiträge und Kommentare.

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