Die ÖVP kann die Gesundheit gefährden

Proell1Josef Pröll geht aus der Politik. Aus nachvollziehbaren Motiven. Und hinterlässt einen Scherbenhaufen.

Wer auch immer Josef Pröll nachfolgen wird, wird mit den Bedingungen konfrontiert sein, die den Vorgänger krank gemacht haben. Eine gelähmte Partei, erstarrt an den eigenen komplexen Strukturen, die nur mit internen Streitereien auf Umfragewerte reagiert, die die "Volks"partei auch bundesweit beinahe auf Wiener Niveau drücken. Dazu die Unmöglichkeit der Öffentlichkeit zu erklären, warum man eigentlich professioneller Neinsager ist. Und wofür man eigentlich ist. Beziehungsweise wozu man existiert. Nicht zu vergessen einige akute Personalprobleme wie Claudia Bandion-Ortner. Von den jüngsten Korruptionsskandalen ganz zu schweigen. Die EU-Ebene wird eher keine Erholung bieten. Ganz ausgestanden ist die Finanzkrise nicht. Und Anti-Atompolitik betreibt sich auch nicht von selbst.

An dieser Ausgangslage kann man nur scheitern. So wie Josef Pröll. Und wenn man nicht eine selbst für Spitzenpolitiker dicke Haut hat, braucht man vermutlich eine hohe Dosis Antidepressiva, um das auf Dauer durchzustehen. Die ÖVP kann die Gesundheit gefährden. Neuerdings nicht nur die, die ihren gesundheitspolitischen Vorstellungen wehrlos ausgeliefert sind. Die eigenen Leute sind betroffen. Bei aller politischen Skepsis gegenüber der ÖVP bleibt aus menschlicher Sicht zu hoffen, dass Prölls Nachfolger es besser übersteht.

Einer, der das sicher schaffen würde, wäre Karl Heinz Grasser. Dem Parteiimage könnte er seit Ernst Strasser kaum mehr schaden. Und mit seinem Hang zu Realitätsverweigerung würde ihn die Parteikrise nicht einmal kratzen. Zumal er ja sowieso nie für etwas verantwortlich gewesen sein will. Außer, es ist ausnahmsweise mal einigermaßen gut gegangen. Wonach es bei der ÖVP eher nicht aussieht.

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Mein Name ist Christoph Baumgarten und bin seit mehr als einem Jahrzehnt im Journalismus. Dieser Blog soll meine Sicht auf die politischen Entwicklungen in Österreich wiedergeben. Wobei im Moment der Ausdruck Zustand angebrachter wäre, wenn man an die heimische Politik denkt. Politwatch zeigt gerne vergessene Zusammenhänge auf und soll den Menschen eine Stimme geben, die auch angesichts der zunehmenden geistigen Verwahrlosung in diesem Land ihre fünf Sinne zusammen haben und nicht vergessen haben, was bei Politik im Mittelpunkt stehen sollte: Der Mensch mit seinen Bedürfnissen. Ein Hinweis für InhaberInnen eines Accounts auf twoday.net: Es gibt einen e-mail-Abodienst für neue Beiträge und Kommentare.

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