Die Bedrohung

Der Verfassungsgerichtshof bezeichnet es als rechtsmäßig, dass ein 18-jähriges Mädchen ein Land verlassen muss, in dem es die Hälfte seines Lebens verbracht hat. Eine akute Bedrohung offenbar, zumal, wie der VfGH sagt, der Fall Zogaj einiges an Aufmerksamkeit bekommen hat. Das Gefühl der nicht reflexionsbegabten Reichshälfte gibt dem VfGH recht.

Da könnt ja jeder kommen. Hierbleiben wollen! Das geht doch nicht. Akute Gefährdung des Rechtsstaates und der öffentlichen Sicherheit und überhaupt fahrlässige Gemeingefährdung diese egoistische Einstellung. Zu faul sein, um zu hause beim Aufbau mitzumachen! Wo's doch eh so ein Paradies ist. Und der Rechtsstaat schlechthin. Sagt die UNO. Oder halt ein paar dort.

Es sind nur die üblichen linken G'fraster, diese Vaterlandsverräter, diese Umvolkungsfantasten, die was was anderes sagen. Jawoll. Die behaupten, die Kosovo-Albaner leben immer noch in Clans, nach dem Kanun. Die behaupten, dass dort das Zentrum für Drogen- und Mädchenhandel in Europa ist. Und selbst wenn's so wär. Sollen's halt bei sich aufnehmen, die G'fraster. Ein Mäderl kann man schon dort runter schicken. Wenn's wieder zurückkommt, dann auf die einzige Art und Weise, wie man junge Ausländerinnen hier brauchen kann. Der geht's eh nur darum, sich ins gemachte Nest zu setzen. Warum wär's denn sonst daher kommen? Man kennt ja die Sorte. Soll sich net so anstellen.

Und überhaupt, wo täten wir denn da hinkommen. Den Rechtsstaat kann man net erpressen. Das geht einfach net. Das stell man sich vor: So ein verlogenes Mensch droht, dass sie sich hamdraht, wenn's net dableiben darf. Das geht doch net. Von wegen, die war verzweifelt und erst 15. Das ist Erpressung und das darf man denen Ausländern net durchgehen lassen. Soll froh sein, dass sie deswegen net wegen, wie heißt das, wegen Landfriedensbruch verurteilt wird. Volle Härte des Gesetzes. So früh wie möglich. Diese G'fraster. Die müssen mal merken, wo die Grenzen sind. Alles andere und die Demokratie tät nimmer funktionieren. Dann tät sich keiner mehr an die Gesetze halten.

Wir lassen uns eh alles g'fallen. Wie so eine Arigona herkommt und vom Sozialstaat lebt. Und jaja, diese linksgrünkommunistischen Multikulti-Fanatiker sagen immer, der Vater hat eh gehackelt und zuletzt hat's von Spenden gelebt. Ja, wo bleiben denn die Spenden für unsere Leut? Dass so ein Ausländer-Kind in Saus und Braus lebt, dafür ist das Geld da. Und für die Leut, die zu faul san zum hackeln, ist es auch da. Aber für unsere Leut, für die Anständigen und Ehrlichen, da ist wieder nix da. Und schließlich: Das Boot ist voll. Da kann net jeder herkommen. Und schon gar net Kinder, die die Eltern mitnehmen.

Na klar ist das Mädchen verantwortlich, dass es als Kind rübergekommen ist. Hätt sich halt wehren müssen. Wir können doch net alles machen. Tan wir eh schon. Da muss einmal Schluss sein. Und hierbleiben kann net ein jeder. Wie gesagt, das Boot ist voll. Und das müssen wir jedem klarmachen, der hierbleiben woll. Das ist ein schlimmes Verbrechen, dass man dableiben will, wenn man da nix verloren hat. Einmal Ausländer, immer Ausländer. Sollen z'haus schauen, wie's z'recht kommen. Wir sind eh so gutmütig und großzügig. Das geht so net weiter. Die Leut müssen ihren Platz kennen auf der Welt. Und wenn so ein 18-jähriges G'frast des net kann - selber schuld. Hat kein Mitleid verdient. Das ist eine Gefahr für den Rechtsstaat. Sonst könnt ja jeder kommen.
nömix - 15. Jun, 11:04

Fiat iustitia, et pereat mundus.
(Allerweil, die täten sich in so manchem anderen Verfahren auch so unnachgiebig nach den Paragraphen orientieren – insbesondere, wenn österreichische Politiker oder Lobbyisten usw. darin involviert sind.)

Dagmar (Gast) - 15. Jun, 20:47

wie treffend du mich beschreibst.. " linksgrünkommunistischen Multikulti-Fanatiker " - Steinewerfende hätte ich noch gerne dabei, das sagen die Effen so gerne zu mir

Susanne (Gast) - 18. Jun, 10:13

Ich würde dir vorschlagen nimm Arigona(samt Mutter Vater und Geschwister) auf in dein Haus erhalte sie samt Familie (ohne Subventionen und Spenden )damit zeigst du was für ein wirklich gutes Herz du hast,schreiben und andere dafür zahlen lassen ist leichtBring Taten

Christoph Baumgarten - 18. Jun, 10:18

Susanne: Ich zahl ohnehin dafür, nämlich Steuern. Und ich zahl verdammt noch mal lieber Steuern für eine Flüchtlingsfamilie als für die kath. Kirche. Die kostet uns mehr als eine Milliarde im Jahr - und das ist nicht die Kirchensteuer (siehe www.freidenkerbund.at). Und ich zahl lieber Steuern für Flüchtlinge als für die Steuersünder unter den oberen Zehntausend. Allein deren Steuerunterschlagungen kostet uns jährlich 3 bis 4 Mrd. im Jahr. Dazu kommen noch jährlich 1,5 Mrd. Steuerschulden und ca. 900 Mio. an Schulden bei den Sozialversicherungen. In Summe ist das etwa das gesamte Sozialbudget des Sozialministeriums. Was uns Stiftungsprivilegien etc. kosten, will ich gar net vorrechnen. Ich glaub, das sind größere finanzielle Probleme als Flüchtlinge, meinst net.

Christoph Baumgarten - 18. Jun, 10:20

P.S.: Ich will nicht, dass Menschenrechte von der Privatinitiative einzelner abhängig sind. Es ist Aufgabe des Staates, das zu organisieren. Damit jeder und jede zu seinem Recht kommt. Und es ist mein Recht als Staatsbürger, die Art und Weise, wie der Staat dieser Aufgabe nachkommt, zu beobachten und zu kritisieren. Und das lass ich mir sicher nicht mit einer dummen Polemik verbieten.

Darkdidi (Gast) - 21. Jun, 12:26

Grundsätzlich finde ich es sehr bedauerlich, daß Arigona Zogaj für die Verfehlungen ihrer Eltern und die der österreichischen Zuwanderungspolitik büßen muß. Ein weiteres Killerargument für ein Bleiberecht ist, daß die ansässige heimische Bevölkerung offensichtlich auch dafür ist.
Aber im Gegensatz zu ihnen maße ich mir nicht an auf diejenigen, die das anders sehen, abwertend herabzusehen, denn es gibt auch für eine gegenteilige Meinung Argumente. Ich halte einen anderen Standpunkt in dieser Causa daher für durchaus legitim.

Zu guter letzt möcht ich noch eine Vermutung in den Raum stellen, warum es die von ihenen zynisch beschriebene Front der Ablehnung Arigonas gibt. Es sind einem großen Teil der urbanen österreichischen Bevölkerung Zuwanderer aufgedrängt worden, die in ihrer Quantität und zum Teil in ihrem Verhalten problematisch sind. Gleichzeitig wird den Österreichern vom linken Spektrum der Politik eingeredet, wie rassistisch und reaktionär Österreich doch sei. In Anbetracht dieser Tatsache, darf man sich dann nicht wundern, daß die Toleranz einiger Österreicher erschöpft ist.

Gast (Gast) - 18. Aug, 00:48

Das wahre Gesicht des Erwin Pröll - alt aber gut
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