Die Angst vor der Verdrängung
Krystian Wojtas hat sich in der Partei geirrt, könnte man meinen. Der (nach eigenen Angaben) polnische Staatsbürger kandidiert auf Wiener Bezirksebene für das BZÖ. Die "Presse" hat ihn aufgetrieben.
Man könnte andererseits auch sagen: Dass sich Polen besonders für rechte politische Parteien und deren reaktionäre Ziele engagieren, ist seit den 70er Jahren keine Überraschung mehr. Insofern könnte man Wojtas auch nur als Klischeevorstellung eines politisch engagierten Polen beschreiben.
Dass der Mann für eine oft mehr als nur latent rassistische Partei kandidiert, könnte sehr gut mit dem Masochismus zusammenhängen, der in einem sehr katholisch geprägten Umfeld so oft zu finden ist. Wovon Polen bekanntermaßen nicht frei sind. In gewisser Weise haben sie darin eine Meisterschaft entwickelt.
Unabhängig von der psychologischen oder intellektuellen Verfasstheit, den den Mann antreibt, sich zum Feigenblatt für eine menschenverachtende und menschenrechtswidrige Politik zu machen, zeigt er eines: Fremdenfeindlichkeit ist ein Angstphänomen.
Auch langansässige Neo-Österreicher fühlten sich nicht selten fremd in der zweiten Heimat – angesichts starker Migrationsströme, wird Wojtas in der Presse zitiert. Liest man seine Vorstellungen davor (MigrantInnen sind ausschließlich Ausbeutungsobjekte mit hohem Qualifikationsgrad), merkt man, worum's geht: Der Mann hat Angst, von billigerer Konkurrenz von irgendwoanders her verdrängt zu werden.
Was macht er? Statt sicherzustellen, dass das nicht passiert, vertritt er eine Politik, die genau dazu führen wird. Je rechtloser Migranten sind, desto billiger sind sie am Arbeitsmarkt zu haben. So will es die Wirtschaft. Das sollte den Interessen Wojtas diametral entgegenlaufen. Soweit denkt der Mensch in seiner Angst nicht.
Niemand hat etwas gegen eine strukturiertere Migrationspolitik, als sie derzeit existiert. Nur, sicher nicht mit einer noch größeren Portion Rechtslastigkeit als jetzt drinsteckt. Das vergangene Jahrzehnt hat uns eine Rekordzuwanderung beschert, die allein den Unternehmen zugute kam. Den Zuwanderern brachte sie eine Existenz am ökonomischen Rand der Gesellschaft und mit immer weniger Rechten. Und für die, die schon hier waren, drückte das die Löhne.
Zustände, die Existenzängste wecken. Die äußern sich in durchaus problematischen Entwicklungen in dem Teil der Bevölkerung, der sich für einheimisch hält genauso wie in bestimmten Migrantengruppen. Statt auszubrechen will Wojta diese Politik verschärfen. Eine Politik, die nur mit etwas netteren Worten beschrieben wird, als es aktuell FPÖ und ÖVP tun - die aberauf das gleiche hinausläuft.
Wojtas arbeitet so auf die eigene Entrechtung hin. Nur kriegt er das nicht mit. Er fühlt sich als etwas Besseres. Werden seine politischen Vorstellungen umgesetzt, wird er bald eines besseren belehrt werden.
Das einzig Positive, das man dieser Kandidatur abringen kann: Sie zeigt, dass "Migrant sein" keine Identität konstituiert, sondern dass es vielmehr die Position ist, die man sich selbst innerhalb einer Gesellschaft zuschreibt.
Man könnte andererseits auch sagen: Dass sich Polen besonders für rechte politische Parteien und deren reaktionäre Ziele engagieren, ist seit den 70er Jahren keine Überraschung mehr. Insofern könnte man Wojtas auch nur als Klischeevorstellung eines politisch engagierten Polen beschreiben.
Dass der Mann für eine oft mehr als nur latent rassistische Partei kandidiert, könnte sehr gut mit dem Masochismus zusammenhängen, der in einem sehr katholisch geprägten Umfeld so oft zu finden ist. Wovon Polen bekanntermaßen nicht frei sind. In gewisser Weise haben sie darin eine Meisterschaft entwickelt.
Unabhängig von der psychologischen oder intellektuellen Verfasstheit, den den Mann antreibt, sich zum Feigenblatt für eine menschenverachtende und menschenrechtswidrige Politik zu machen, zeigt er eines: Fremdenfeindlichkeit ist ein Angstphänomen.
Auch langansässige Neo-Österreicher fühlten sich nicht selten fremd in der zweiten Heimat – angesichts starker Migrationsströme, wird Wojtas in der Presse zitiert. Liest man seine Vorstellungen davor (MigrantInnen sind ausschließlich Ausbeutungsobjekte mit hohem Qualifikationsgrad), merkt man, worum's geht: Der Mann hat Angst, von billigerer Konkurrenz von irgendwoanders her verdrängt zu werden.
Was macht er? Statt sicherzustellen, dass das nicht passiert, vertritt er eine Politik, die genau dazu führen wird. Je rechtloser Migranten sind, desto billiger sind sie am Arbeitsmarkt zu haben. So will es die Wirtschaft. Das sollte den Interessen Wojtas diametral entgegenlaufen. Soweit denkt der Mensch in seiner Angst nicht.
Niemand hat etwas gegen eine strukturiertere Migrationspolitik, als sie derzeit existiert. Nur, sicher nicht mit einer noch größeren Portion Rechtslastigkeit als jetzt drinsteckt. Das vergangene Jahrzehnt hat uns eine Rekordzuwanderung beschert, die allein den Unternehmen zugute kam. Den Zuwanderern brachte sie eine Existenz am ökonomischen Rand der Gesellschaft und mit immer weniger Rechten. Und für die, die schon hier waren, drückte das die Löhne.
Zustände, die Existenzängste wecken. Die äußern sich in durchaus problematischen Entwicklungen in dem Teil der Bevölkerung, der sich für einheimisch hält genauso wie in bestimmten Migrantengruppen. Statt auszubrechen will Wojta diese Politik verschärfen. Eine Politik, die nur mit etwas netteren Worten beschrieben wird, als es aktuell FPÖ und ÖVP tun - die aberauf das gleiche hinausläuft.
Wojtas arbeitet so auf die eigene Entrechtung hin. Nur kriegt er das nicht mit. Er fühlt sich als etwas Besseres. Werden seine politischen Vorstellungen umgesetzt, wird er bald eines besseren belehrt werden.
Das einzig Positive, das man dieser Kandidatur abringen kann: Sie zeigt, dass "Migrant sein" keine Identität konstituiert, sondern dass es vielmehr die Position ist, die man sich selbst innerhalb einer Gesellschaft zuschreibt.
Christoph Baumgarten - 28. Sep, 22:54


