Der Heidenhammer, Teil 2
Die neuerliche Diskussion um den Ethikunterricht hat auch auf atheistischer Seite zu einigen Reaktionen geführt. Diese zeigen, wie sich die Politik mit den Anliegen der immerhin knapp zwei Millionen Konfessionsfreien auseinandersetzt. Ein Beispiel ist folgender e-mail-Wechsel, den mir ein Mitglied des Freidenkerbunds freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Um den Betroffenen vor möglichen Repressalien zu schützen, habe ich seinen Namen geändert bzw. abgekürzt. Im Fall der antwortenden Beamtin habe ich mich ebenfalls entschieden, den Namen wegzulassen.
Sehr geehrte Frau Landesrätin Johanna Mikl-Leitner!
Da es hier um grundsätzliches geht, erlaube ich mir auch als Burgenländer – mein Sohn wird wahrscheinlich nächstes Jahr eine HTL in NÖ besuchen, dann wäre ich sogar Betroffener – zu Ihrer Forderung eines Ethikunterrichtes neben dem Religionsunterricht eine Stellungnahme abzugeben. Als Atheist und damit Angehöriger der zweit größten Gruppe in Österreich (bis zu 2 Millionen) fühle ich mich ständig in meinen Rechten benachteiligt und zwar schon in grundlegendsten, nämlich dem Menschenrecht auf Religionsfreiheit. Ihre Forderung schlägt aber nun dem Fass den Boden aus. Wieso unterstellen Sie mir, dass ich meinen Kindern keine Werte vermittle? Im Übrigen sind unsere derzeit geltenden Werte wie Demokratie und Menschenrechte gegen die katholische Kirche errungen worden und ist der Vatikan bis heute nicht der Deklaration der Menschenrechte beigetreten.
Wofür sich mich aber jederzeit gewinnen können, wäre ein Ethikunterricht für alle anstatt des Religionsunterrichtes, der natürlich auch nicht von Religionslehrern zu führen wäre. Das wäre dann wirklich ein Fortschritt.
Als Mitarbeiter des Bundesasylamtes sehe ich in meiner täglichen Arbeit was Religion anrichtet und genau dies sollte unseren Kindern vermittelt werden, damit in Zukunft viel Unheil von Ihnen fern gehalten wird.
Ich ersuche Sie daher als Verantwortliche nicht nur eine reaktionäre Klientel von Katholiken zu bedienen sondern endlich zu erkennen dass sich unsere Gesellschaft glücklicherweise in eine völlig andere, nämlich aufgeklärte Richtung entwickelt.
Mit freundlichen Grüßen
Harald L.
Sehr geehrter Herr L. !
Vielen Dank für Ihre Reaktion zum Ethikunterricht in Schulen. Wir werden
Ihre Hinweise gerne in unsere Überlegungen miteinbeziehen.
Mit freundlichen Grüßen
Mag. ....
Büroleiterin
Büro Landesrätin Mag. Johanna Mikl-Leitner Landhausplatz 1, 3109 St. Pölten
Eine Antwort, deren Ausführlichkeit offenbart, wie sehr man sich mit den Anliegen eines Bürgers auseinandersetzt. Im Büro der Landesrätin hat man das Mail offenbar genau studiert und eine individuelle Antwort gegeben. Anders kann ich mir diese nachgerade privilegierte Behandlung, die Harald mit dem Retourmail zuteil wird, nicht erklären. Man wird seine Hinweise nicht nur in die Überlegungen miteinbeziehen sondern gerne. Sapperlott. Ein Umdenken beim Ethikunterricht steht unmittelbar bevor, kein Zweifel.
Sehr geehrte Frau Landesrätin Johanna Mikl-Leitner!
Da es hier um grundsätzliches geht, erlaube ich mir auch als Burgenländer – mein Sohn wird wahrscheinlich nächstes Jahr eine HTL in NÖ besuchen, dann wäre ich sogar Betroffener – zu Ihrer Forderung eines Ethikunterrichtes neben dem Religionsunterricht eine Stellungnahme abzugeben. Als Atheist und damit Angehöriger der zweit größten Gruppe in Österreich (bis zu 2 Millionen) fühle ich mich ständig in meinen Rechten benachteiligt und zwar schon in grundlegendsten, nämlich dem Menschenrecht auf Religionsfreiheit. Ihre Forderung schlägt aber nun dem Fass den Boden aus. Wieso unterstellen Sie mir, dass ich meinen Kindern keine Werte vermittle? Im Übrigen sind unsere derzeit geltenden Werte wie Demokratie und Menschenrechte gegen die katholische Kirche errungen worden und ist der Vatikan bis heute nicht der Deklaration der Menschenrechte beigetreten.
Wofür sich mich aber jederzeit gewinnen können, wäre ein Ethikunterricht für alle anstatt des Religionsunterrichtes, der natürlich auch nicht von Religionslehrern zu führen wäre. Das wäre dann wirklich ein Fortschritt.
Als Mitarbeiter des Bundesasylamtes sehe ich in meiner täglichen Arbeit was Religion anrichtet und genau dies sollte unseren Kindern vermittelt werden, damit in Zukunft viel Unheil von Ihnen fern gehalten wird.
Ich ersuche Sie daher als Verantwortliche nicht nur eine reaktionäre Klientel von Katholiken zu bedienen sondern endlich zu erkennen dass sich unsere Gesellschaft glücklicherweise in eine völlig andere, nämlich aufgeklärte Richtung entwickelt.
Mit freundlichen Grüßen
Harald L.
Sehr geehrter Herr L. !
Vielen Dank für Ihre Reaktion zum Ethikunterricht in Schulen. Wir werden
Ihre Hinweise gerne in unsere Überlegungen miteinbeziehen.
Mit freundlichen Grüßen
Mag. ....
Büroleiterin
Büro Landesrätin Mag. Johanna Mikl-Leitner Landhausplatz 1, 3109 St. Pölten
Eine Antwort, deren Ausführlichkeit offenbart, wie sehr man sich mit den Anliegen eines Bürgers auseinandersetzt. Im Büro der Landesrätin hat man das Mail offenbar genau studiert und eine individuelle Antwort gegeben. Anders kann ich mir diese nachgerade privilegierte Behandlung, die Harald mit dem Retourmail zuteil wird, nicht erklären. Man wird seine Hinweise nicht nur in die Überlegungen miteinbeziehen sondern gerne. Sapperlott. Ein Umdenken beim Ethikunterricht steht unmittelbar bevor, kein Zweifel.
Christoph Baumgarten - 24. Nov, 07:39


