Der Bock als Gärtner
In Linz bekommt die FPÖ das Sicherheitsressort im Stadtrat. Ausüben wird es Spitzenkandidat Detlev Wimmer. Ein Mann, dem das Bundesheer eine Karriere aus Sicherheitsbedenken verweigert hat.In Linz wissen wir wenigstens, wie der Bock heißt. Wimmer. Detlef Wimmer. Er wird die nächsten Jahre den Gärtner geben. Eine furchtbare Vorstellung. Aber das haben die Verhandlungen in Linz ergeben.
Schön, dass der Linzer Bürgermeister Franz Dobusch (SPÖ) meint, das würde die FPÖ entzaubern. Hätte er das wirklich gewollt, hätte er Wimmer das Bildungsressort übergeben.

Man fragt sich, was ein Mann in einem sensiblen Ressort soll, dem das Bundesheer eine Offizierskarriere wegen rechtsextremer Kontakte verweigert. Man darf auf die nächste 1. Mai-Demo in Linz gespannt sein. Ereignisse wie die 90-Euro-Strafe wegen eines eingesteckten Halstuches werden vermutlich das geringste Problem der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sein.
Ohne historische Vergleiche, die angebracht scheinen, überstrapazieren zu wollen, aber: Einen Freiheitlichen, zumal einen Rechtsausleger, mit irgendetwas zu betrauen, das auch nur am Rande mit Sicherheit zu tun hat, ist den Bock zum Gärtner zu machen. Die FPÖ sollte erst einmal das Kriminalitätsproblem in den eigenen Reihen in den Griff kriegen. Und amtlich bestätigte Sicherheitsrisken wie Detlev Wimmer aus ihrern Reihen ausschließen.
Dann könnte man sich auf politischer Ebene ernsthaft mit ihren "Sicherheitskonzepten" auseinandersetzen. Und würde draufkommen, dass das, wie Wimmer zeigt, darin besteht, bezahlte Schlägertrupps durch die Gegend zu schicken. Das kommt einem bekannt vor.
Bleibt zu hoffen, dass Dobusch Recht behält und Wimmer auf die Schnauze fällt. Betrachtet man die intellektuellen Voraussetzungen des Mannes, stehen die Chancen nicht schlecht.
Christoph Baumgarten - 16. Okt, 20:12



Aber wenn die Rot-Schwarz-Blau in weiten Themenfeldern ineinander übergehen und die Konturen verwischen, ist das Wundern vielleicht nur mehr spießig und unangebracht.