Der begnadete Selbstdarsteller

hpmBildHans-Peter Martin, Spitzenkandidat seiner selbst und von Dichands Gnaden, hat in der sonntäglichen Pressestunde gezeigt, dass er ein begnadeter Selbstdarsteller ist. Zu einem guten Politiker macht ihn das nicht.

Hans-Peter Martin ist für alles verantwortlich, was sich an Positivem in der EU verändert hat. Sagt Hans-Peter Martin über Hans-Peter Martin. Er wird's wissen. Dass er einer von vielen war, die berechtigt gegen manche Missstände vorgegangen sind, vergisst er. Alle anderen haben ihm zugearbeitet. Hans-Peter Martin als der große Kampagnenerfinder, der größte Aufdecker, den die EU je gesehen hat. Ein Mann, der sämtlichen Medien in der EU die Themen vorgibt. Was können wir froh sein, dass wir ihn haben. Hans-Peter der Erste und Größte von Dichands Gnaden.

Der Mann hat seine Meriten. Als Journalist hat er bis vor zehn Jahren wichtiges geleistet. Er hat auf soziale Missstände hingewiesen, oft als einer von wenigen. Streckenweise konnte man ihn als österreichischen Günther Walraff bezeichnen. Das schafft man nur mit einer Portion Sturheit, Unbeirrbarkeit und Einzelkämpfertum. Positive Eigenschaften für Journalisten wie ihn. Bei einem Politiker ist das Einzelkämpfertum ein Hindernis.

In den zehn Jahren, in denen er im EU-Parlament sitzt, hätte er das lernen können. In den zehn Jahren, in denen er im EU-Parlament sitzt, ist aus seinen Eigenschaften Selbstüberschätzung geworden, das Einzelkämpfertum hat sich ins Unermessliche gesteigert. Bislang hat sich Martin mit jedem zerstritten, der mit ihm zusammenarbeiten wollte. Das ist ein Zuviel an Konfliktfähigkeit.

Zu Hybris und Einzelkämpfertum kommt teils erschreckende Ahnungslosigkeit. Wenn Hans Bürger fragt, wie man die Milliarden aus dem EU.Budget für Hilfspakete gegen die Wirtschaftskrise locker machen könnte, bleibt Martin eine Antwort schuldig. Bei anderen Fragen (Demokratisierung der EU) geht er streckenweise in die richtige Richtung. Nur seine Ahnungslosigkeit lässt ihn auf halbem Weg stecken bleiben. Gute Ansätze lösen sich im Vagen auf. Zur notwendigen Richtungsentscheidung in der EU hat er nichts zu bieten.

Als Wähler bleibe ich mit vielen Fragen zurück. Was Hans-Peter Martin anders machen will als die vergangenen zehn Jahre, weiß ich nicht. Skandalisieren und sich mit jedem zerstreiten, der in seine Nähe kommt. Vielleicht bin auch zu dumm, es zu verstehen. Vielleicht erkenne ich einfach nur nicht die wahre Größe von Hans-Peter dem Ersten und Größten von Dichands Gnaden.
Karl-Hannes (Gast) - 17. Mai, 12:36

Genial :-)

Selten so belanglosen Schmarren gelesen.

Dass ein Kandidat mit einer einmaligen! (in 10 Jahren) Pressestunde auf die banalen Fragen der beiden Journalisten keine entsprechenden Antworten geben kann und schon gar nicht in einer Frage das ganze EU-Budget durchwursteln kann (von dem die beiden Redakteure zudem keinerlei ahnung haben), ist doch klar. Ob er ein Einzelkämpfer ist, ist auch kein wirkliches Problem sondern ein Scheinargument gegen jemanden den man nicht will. die Zvilgesellschaft besteht halt einmal - auch wenn man es gerne anders hätte - aus Einzelkämpfern. Und seit wann gibt es Wahlwerber, die keine Selbstdarstellung produzieren? Wenn es die gibt, dann sind es Hinterbänkler, die ihren ChefInnen den Vorrang lassen müssen. oder?

Da steht es besser: Hans-Peter Martin: Die "bittere" Pille gegen die Schweinegrippe!
http://raetischerbote.blogspot.com/2009/05/hans-peter-martin-die-bittere-pille.html

Karl-Hannes (Gast) - 17. Mai, 19:03

Lächerlich... der Autor hier hat schon Recht. HPM ist und bleibt ein Selbstdarsteller, der glaubt er hätte alleinig die Wahrheit gepachtet. Teamfähigkeit ist die Grundvorraussetzung für einen sozialen Menschen, das hat HPM ganz sicher nicht. Und wir brauchen soziale Menschen in Europa, keine Einzelkämpfer !

Christoph Baumgarten - 17. Mai, 19:19

Ich stelle mir hier die Frage, ob wir die gleiche Pressestunde gesehen haben, zumal nachdem ich denen Blog gelesen habe. Wenn die Fragen schon banal waren, warum konnte er sie nicht beantworten? Und die Frage, zumindest grob zu umreißen, welche EU-Budgetposten umgeschichtet werden sollen, wird wohl erlaubt sein, wenn jemand eine banale Forderung aufstellt, 50 Milliarden Euro sollten aufgestellt werden.
Und: Zivilgesellsc´haft hat nichts mit Einzelkämpfertum zu tun. Wer etwas erreichen will, muss imstande sein, mit anderen zusammenzuarbeiten. Dass er das nicht kann, hat er hinreichend bewiesen. Wie lange wird es diesmal dauern, bis egal ist, wie viele Mandate er erreicht haben wird? Ein halbes Jahr oder doch nur zwei Monate? Sofern er überhaupt seinen Mandatsstand hält, was weder wahrscheinlich noch zu hoffen ist.

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