Der ahnungslose Bürgermeister



Christian Scheider heißt dieser Mann und er ist Klagenfurter Bürgermeister. Ob seiner Ahnungslosigkeit fehlen mir die Worte. Zugegeben, die Frage nach den Ursachen des Zweiten Weltkriegs ist bei genauerer Betrachtung eine nicht unkomplizierte. Nennt man hier den deutschen Angriff auf Polen? Die Wirtschaftskrise? Die Großindustriellen, die Adolf Hitler zum Kanzler gemacht haben, um den Absatz ihrer Kriegsprodukte erhöhen? Aber irgendwie habe ich bei diesem Gestammel nicht den Eindruck, als sei dieser Mensch imstande die Frage genauer zu betrachten. Eher kann man davon ausgehen, er habe keine dieser Antworten gewusst. Seine Homepage bestätigt den Eindruck.
http://www.christianscheider.at/

"Einer von uns"
"Einer von uns" sei er, "unser Christian". Ich hoffe, seine historische Ahnungslosigkeit weist ihn nicht als durchschnittlichen Kärntner aus. Diese Aussicht wäre zu frustrierend.

"Einer von uns" ist Scheider andererseits mit Sicherheit aus Sicht der Rechtsparteien. Historische Kenntnisse sind dort nicht sonderlich gefragt. Vielleicht würden sie den zuletzt wieder propagierten Annäherungen an den illegalen Teil des rechten Rands im Wege stehen. Vielleicht entscheidet sich jemand, der über breiteres historisches Wissens verfügt, auch einfach für andere Parteien. Man weiß es nicht.

Herrn Scheider sei eine für ihn möglicherweise überraschende Kenntnis mitgegeben: Das NS-Regime hat den Zweiten Weltkrieg verloren. Und das ist gut so. Noch besser wäre es gewesen, es hätte das Regime nie gegeben, aber das ist eine andere Geschichte. Nicht, dass ich ihm unterstellen möchte, er wolle den Krieg spät aber doch gewinnen, wie es Ewald Stadler über Andreas Mölzer sagt. Aber ich will nur auf Nummer Sicher gehen, dass er über eines der wichtigsten Details der Gründung der Zweiten Republik informiert ist.

P.S.: Danke Niko Alm für dieses Video und die Anregung, es aufzugreifen.
http://www.alm.at
Michael (Gast) - 11. Jun, 17:53

Der Militärisch-Industrielle Komplex ist auch am 2. Wtk schuld? Davon hab ich ja noch nie gehört. Gibts da einen Link dazu?

Karl-Hannes (Gast) - 11. Jun, 19:08

Der Imperialismus des deutschen Reiches, die militärische Expansion der faschistischen Führung als Ausdruck der barbarischsten Form des staatsmonopolistischen Kapitalismus waren, neben den imperialistischen Interessen der Westmächte, der Grund für den 2.Weltkrieg. Im Prinzip nichts weiter als die radikale Ausformung einer Krise des Kapitalismus, deshalb ist dieses System nach wie vor abzulehnen...

Andy (Gast) - 11. Jun, 19:27

@Karl-Hannes:
LOL, den Satz muss ich mir ausdrucken und aufs Klo hängen, weil der muss bestimmt sickern....

@Christoph:
Zu dem Video habe ich schon bei Marco diskutiert, drum hier nur ganz kurz:
Wie alt war der Schneider im Jahr 2000? Und wen juckt überhaupt, was ein momentaner Bgm. in seiner Jugend gesagt hat?
Wichtig wäre, was er JETZT tut oder nicht, denn den Bgm, den ich 1999 in Klagenfurt kennengelernt habe, hätte ich als Einheimischer auch abgewählt ;-)

Karl-Hannes (Gast) - 11. Jun, 23:06

@Andy

Unverständnis löst wohl oft Erheiterung bei dir aus oder ?

Es ist Wissenschaft, nichts weiter, objektiv und wertfrei, man kann es zurückverfolgen wie die kapitalistische Wirtschaft Kriege schürt wenns eng wird ...

Michael (Gast) - 11. Jun, 23:57

@Karl-Hannes: Was soll bitte daran Wissenschaftlich sein, wenn man den Westmächten eine Mitschuld am 2. Wtk. gibt? Die Westmächte bestanden größtenteils aus Frankreich, GB und den USA.
1. Frankreich: Frankreich war auf einen Krieg in keiner weise vorbereitet.
2. GB: GB versuchte den Krieg zunächst mit allen möglichen diplomatischen Mitteln - heute als Appeasement bekannt - zu verhindern. Die fortwährende Verletzung der Versailler Verträge hätte den Briten genügend Spielraum gegeben um schon viel früher der Krieg zu erklären und ihren "imperialistischen Interessen" nachzugehen.
3. USA: Gilt das selbe wie GB. Nachdem der Britische Premier Chamberlain bei der Münchner Konferenz Hitler alle möglichen Zugeständnisse gemacht hat, sandte ihm FDR ein Telegramm: "Good Man". Der Kongress hatte 1935 mit überwältigender Mehrheit ein Neutralitätsgesetz verabschiedet.Obwohl FDR immer schon Frankreich und GB unterstützen wollte, änderte sich das zunächst isolationistische politische Klima in den USA erst mit dem durch den Fall von Paris ausgelösten Schock.

Der einzige Ort, an dem das "imperialistische Interesse der Westmächte" am 2. Weltkrieg schuld ist, ist in Deiner kommunistischen Traumwelt.

Karl-Hannes (Gast) - 12. Jun, 09:02

@Michael

Also, das ist ja wirklich interessant, ich bestreite ja gar nicht, dass die bürgerlichen Westmächte einen weitaus friedlicheren Kurs fuhren als das faschistische Deutschland, dennoch hatten auch diese ihre wirtschaftlichen und kolonialen Interessen im Auge und waren ja hauptverantwortlich für die wirtschaftliche Beschneidung Deutschlands durch den Versailler Vertrag.... Die Deutschland wie du richtig sagst brach... und sich fortwährend um Aufrüstung kümmerte... Die Aufrüstung bei den Westmächten ging schlechter vorran, deshalb auch der friedliche Kurs am Anfang(und weil man sich ein Bollwerk gegen den Bolschewismus in Deutschland erhoffte), neben der grundsätzlich friedlicheren Linie entgegen den Faschisten ...

Richtig ist auch, dass die USA vorerst "neutral" blieben. Ja den Weg Deutschlands sogar gutierten ... Das allein zeigt ja schon die Verwerflichkeit....

Danach *musste* Deutschland expandieren, es hatte keine Kolonien(bzw. nicht in dem Umfang) wie die anderen westlichen Mächte(brauchte aber Land und Ressourcen um die eigenen staatsmonopolkapitalistischen Interessen zufrieden zu stellen) und breitete sich also in den Grenzen Europas aus, die ersten Expansionen wurden noch toleriert, die Weiteren nicht. Die Westmächte fühlten sich zu Recht vom Hitler-Faschismus bedroht(genauer gesagt, sahen sie nun entgültig ihre eigenen imperialistischen Interessen, ihre Macht bedroht) und mussten gegen die Deutschen einschreiten.

Geplant war natürlich von den Westmächten, Deutschland, solange es in seinen Grenzen blieb zu unterstützen, als Bollwerk gegen den Bolschewismus...

Zwei Dinge die die Westmächte unterschätzten und nicht vorraus sahen:

1)Der unlogische Hitler-Stalin Pakt zur Druckentnahme an der Ost-Grenze(da hatten sich die Westmächte komplett verspekuliert), was dann ohnehin im weiteren Verlauf hinfällig war und

2)Das unterschätzen der Aggressivität des Faschismus den man bis dato so nicht kannte...

Das ist wissenschaftlich, es ist Aktion und Reaktion, objektiv an den Tatsachen gemessen betrachtet ... es ergibt Sinn und ist logisch... Wenn du den Worten der Politiker von damals volle Bedeutung beimisst, dann sprach Hitler auch immer vom "Frieden" ;) ... diese Worte sind nur die Spitze des Eisberges, was Nationen wirklich untereinander beschäftigt/beschäftigte ist nichts anderes als ihre Wirtschaft ...

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