Demo: Grüne wollen Polizei anzeigen

Bild: Daniel WeberDas Verbot gegen die antifaschistische Demonstration am Freitag vergangener Woche kommt von den Verfassungsgerichtshof - und möglicherweise vors Strafgereicht. Und Innenministerin Maria Fekter (ÖVP) wird sich warm anziehen müssen. Die Grünen wollen wissen, wie zu den auch auf Politwatch geschilderten Polizeischikanen und dem Versagen der Exekutive gekommen ist.

Der Polizeieinsatz ist gescheitert. Demonstrierende sind stundenlang festgehalten worden - im Freien bei winterlichen Temperaturen. Die, die Glück hatten, in nahe gelegenen Cafes. Zwei Betroffene haben das bei der Pressekonferenz der Grünen geschildert, wie standard.at berichtet.

"Die Polizei hat grundsätzlich versagt. Das wird Konsequenzen haben", sagt der grüne Nationalratsabgeordnete Karl Öllinger. Er hat die Demonstration am Freitag beobachtet. Die Situation sei verwirrend gewesen, die Lautsprecherdurchsagen zum Teil zynisch. Die Teilnehmer hätten den Platz nicht verlassen können, ohne dass ihre Personalien aufgenommen wurden und mit Anzeigen gedroht wurde, kritisiert er.

"Anschlag auf die Versammlungsfreiheit
Daniela Musiol, Abgeordnete der Grünen zum Nationalrat, kündigt an, dass die Polizei angezeigt wird. Wegen Körperverletzung, Freiheitsentzugs und Anstiftung zum Freiheitsentzug.

Dass die Polizei eine Demo gegen den Ball des Wiener Korporationsrings untersagt hat, war ihrer Meinung nach ein "Anschlag auf die Versammlungs- und Meinungsfreiheit". Sie kündigte an, dass die Grünen beim Verfassungsgerichtshof klären lassen werden, ob das Verbot rechtlich in Ordnung war, schreibt etwa ORF.at.

Musiol kritisiert unter anderem, dass der Behördenbescheid sehr kurz vor Beginn der Demo ausgestellt wurde. Erst zwei Stunden vor Beginn untersagte die Bundespolizeidirektion die Kundgebung. Zu knapp als dass alle Teilnehmenden rechtzeitig hätten informiert werden können.

Der schikanöse Polizeieinsatz wird außerdem Innenministerin Maria Fekter beschäftigen, kündigte der grüne Justizsprecher Albert Steinhauser an. Seine Partei wird von der Ministerin wissen wollen, wer dafür verantwortlich ist, dass der Einsatz offenbar geplanterweise gescheitert ist.

Journalist verprügelt
Abseits der Pressekonferenz hat am Mittwoch der Falter neue Details präsentiert, die den Einsatz in schlechtem Licht erscheinen lassen. „Der Journalist Bernhard Kern wird – obwohl nur Zuschauer – geschlagen und auf den Boden gelegt“, zitiert der grüne Abgeordnete Harald Walser die Wochenzeitung. Der Artikel ist auf der Zeitungshomepage leider nicht verfügbar.

Hilfe und Treffen am 8. Februar
Für Betroffene und Opfer der Polizeischikanen organisieren Öllinger und andere grüne Abgeordnete außerdem ein Informationstreffen am 8. Februar, ab 17 Uhr in der Zentrale der Grünen in der Lindengasse 40. Dort werden auch Juristinnen und Juristen Beratung für Betroffene anbieten.

5 Kommentare

"Der Polizeieinsatz ist gescheitert."

Von der Polizei ausgesehen, zumindest wenn es nach meiner Meinung nach geht, ist er nicht gescheitert.
Warum? Weil die Polizei genau das bekommen hat, was sie scheinbar wollte bzw. geplant hat.

Die Mäuse wurden in die Falle gelockt / reingelassen, aber niemand mehr raus - die Falle hat zugeschnappt.

Außerdem zeigte sich die Polizei in keiner Weise kooperativ.
Bin aus dem Kessel rausgelassen worden, allerdings erst als ich dem Polizisten vorgaukelte ein Rechter zu sein der nur "die Chaoten anschaun" wollte. Habe mich den Trommlern angeschlossen. Seltsame Auffassung von Gerechtigkeit von seiten der Polizei...
Wie es einem Cafetier erging, wird auf UnzensuriertAt pro geschildert: http://bernhardkraut.wordpress.com/2010/02/03/freiheitliche-opfer-des-wkr-balles/
die heutige Krone is mal wieder ein Musterbeispiel tendenzieller Berichterstattung - Öllinger "gerate ins Zwielicht", unsinnige BZÖ und FPÖ-Behauptungen nach dem Motto "wer auf der demo war war auch bei den gewalttätern dabei" werden unkommentiert wiedergegeben, Öllingers Vorwürfe gegen die Polizei dagegen gleich vorweg mit einem "Angeblich" versehen und auch sonst so formuliert, daß es möglichst unglaubwürdig und wie eine Ausrede wirkt ...

Ich frag mich immer wieder, warum und wann zwischen Hainburg und Heute die Krone den Grünen gegenüber so eine 180-Grad-Wende vollzogen hat - Mittlerweile wird da seit Jahren konsequent jede Aussage oder Aktion eines Grünen bewusst so mißverständlich und unglaubwürdig wie nur möglich dargestellt..
der wirt, sich da gemeldet hat, dass er verbrügelt wurde ist übrigens auch ein fpö kanditat.will nicht behaupten, dass er nicht geschagen wurde oder das entschuldigen - ich war nicht dabei und weiß daher nicht wies gelaufen ist.
trotzdem sollte das bei seinem interview berücksichtigt werden.

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