Das Liebesleben der Wendehälse, Teil 2

lebensmenschenDie amour fou der Wendehälse aus Wien und Kärnten entwickelt sich zu einem Liebesdrama. Die verschmähte Braut BZÖ gibt sich eifersüchtig. Und die Kärntner Fremdgänger zeigen sich verwirrt. Der zweite Teil der Studie "Das Liebesleben der Wendehälse".

Grasser-Klon Josef Bucher glaubt nach wie vor, dass er BZÖ-Chef ist. Dass ihn der Großteil seiner Partei verlassen hat, um mit den Wiener FPÖ'lern rumzumachen, blendet er aus, wenn möglich. Und wo es nicht mehr geht, lässt er seiner Eifersucht freien Lauf.
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Zumindest Stefan Petzner ist diesen Eifersuchtsbekundungen erlegen. Er hat vor, beim BZÖ zu bleiben. Offenbar hat er in Bucher einen neuen Lebensmenschen gefunden. Ganz überzeugt scheint Bucher nicht zu sein, dass dieses neue Verhältnis hält. Das BZÖ Kärnten ist sicherheitshalber nicht über die Homepage des BZÖ zu erreichen.

Für Uwe Scheuch heißt der Lebensmensch Bumsti Strache. Für ihn hat er Bucher und Petzner sitzen gelassen und umwirbt heftig, was von der Kärntner Truppe übrig ist. Wie bei Scheidungsverfahren üblich, stellt sich für ihn das unwichtige Detail Wirklichkeit anders dar als für den von ihm verlassenen Bucher.
1. Wie heißt unsere Partei?
Die korrekte Parteibezeichnung lautet: „Die Freiheitlichen in Kärnten“.
2. Sind wir eine eigenständige Partei?
„Die Freiheitlichen in Kärnten“ sind eine eigenständige Kärntner Landespartei, deren Mutterpartei auf Bundesebene die FPÖ darstellt (CDU/CSU-Modell)

Das schreibt er auf der offenkundig selbst gebastelten Homepage der Freiheitlichen In Kärnten. (Warum deren Kürzel nicht das in diesem Zusammenhang wesentlich passendere FIK ist, wird wohl ewig ein Rätsel bleiben.) Auf die neue Situation reagiert man flexibel.

Allerdings scheint es beinahe so, als seien die FAQ's nur kurzfristig aktualisiert worden. Derartig grundlegende Fragen sollten bei diesem Publikum wohl ständig möglichst verständlich und griffbereit verfügbar sein. Es ist immerhin die Partei eines Gerhard Dörfler. Da kann schon eine einfache Realität wie die Grundzüge der Bundesverfassung oder die Verfasstheit des Landesbudgets verwirrend sein. Oder die jüngere Vergangenheit. Die Politik der Truppe zeigt das täglich. Wobei das Bundes-BZÖ hier nicht sonderlich von den Kärtner Parteikolleginnen- und kollegen abweicht.

12. Wo bin ich jetzt Parteimitglied?
Sie sind auch weiterhin Parteimitglied der „Freiheitlichen in Kärnten“. „Die Freiheitlichen in Kärnten“ sind auch jetzt schon eine eigenständige Landesgruppe gewesen. Sie brauchen keine neuen Beitrittserklärungen ausfüllen. Lassen Sie sich von anderen Informationen nicht täuschen, das ist nur parteipolitische Verwirrungstaktik.


32. Wenn wir jetzt wieder zusammen gehen: Warum haben wir uns überhaupt 2005 getrennt?
Die Bedingungen haben sich verändert. Die Trennung erfolgte zu einer Zeit, in der wir gemeinsam mit der ÖVP in einer Bundesregierung gewesen sind. In dieser Zeit konnte das BZÖ Verantwortung für das Land tragen und für Kärnten wichtige Projekte umsetzen. Daher hat Dr. Jörg Haider das BZÖ gegründet. Dies ist nun nicht mehr der Fall. Daher brauchen wir einen starken Partner wie die FPÖ, der uns hilft, die Kärntner Interessen auf Bundesebene umzusetzen. Außerdem hat ist das Bundes-BZÖ in letzter Zeit immer öfter vom freiheitlichen Kurs abgekommen (z.B. Homo-Ehe, wirtschaftsliberale Politik, etc.). „Die Freiheitlichen in Kärnten“ können hier nicht mehr mitgehen.


Offenbar war das BZÖ zuletzt nicht mehr imstande, Verantwortung für Kärnten zu tragen. Schön, dass man dort auch so sieht. Allein, im Liebesrausch vergisst man offenbar Konsequenzen zu ziehen.

Rosenkriege können nicht hässlicher abgehen. Bleibt nur abzuwarten, ab wann Schmutzwäsche gewaschen wird. Die Vorgänge um die Hypo Alpe Adria scheinen aufklärungsbedürftig genug zu sein.

Wie gesagt, würde nicht Schnee draußen liegen, man müsste glauben es sei Frühling. Nur zu dieser Jahreszeit sind sonst solche romantischen Gefühlsaufwallungen möglich. Ich werde weiter beobachten. Und dass mich jetzt keiner einen Voyeur nennt ;-)

P.S.: Wenn man schon beim Fremdgehen, Heiraten, Scheiden und Umbennen ist: Wird Scheuch den Namen seines neuen Lebensmenschen annehmen oder umgekehrt? Wetten werden entgegengenommen.

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Mein Name ist Christoph Baumgarten und bin seit mehr als einem Jahrzehnt im Journalismus. Dieser Blog soll meine Sicht auf die politischen Entwicklungen in Österreich wiedergeben. Wobei im Moment der Ausdruck Zustand angebrachter wäre, wenn man an die heimische Politik denkt. Politwatch zeigt gerne vergessene Zusammenhänge auf und soll den Menschen eine Stimme geben, die auch angesichts der zunehmenden geistigen Verwahrlosung in diesem Land ihre fünf Sinne zusammen haben und nicht vergessen haben, was bei Politik im Mittelpunkt stehen sollte: Der Mensch mit seinen Bedürfnissen. Ein Hinweis für InhaberInnen eines Accounts auf twoday.net: Es gibt einen e-mail-Abodienst für neue Beiträge und Kommentare.

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