Alltagsnazi

Ein Streitgespräch zeigt, wie leicht Nazi-Sprüche über die Lippe gehen. Und wie sehr sich die Menschen in diesem Land an derlei gewöhnt haben.

Vermutlich wird kein Mensch mehr genau rekonstruieren können, wie das Gespräch in einem Wiener Cafe ausgerechnet auf die Revolutionen im arabischen Raum hinauslief. Das Thema ist da. Unvermittelt. Der Mann am Tisch gegenüber sieht sich als Experte für die Region. „Ich hab dort sieben Jahre lang gearbeitet.“ Arbeitslosigkeit und Perspektivenlosigkeit, Massenarmut hätten die Menschen nicht auf die Straße getrieben. „Als ich dort gearbeitet hab im Irak hat jeder Hilfsarbeiter umgerechnet 2500 Mark bekommen.“ Geld hätten „die“ alle, gibt er sich überzeugt, alles andere westliche Medienpropaganda. „Und die Menschen sind vermutlich auf die Straße gegangen, weil es ihnen so gut geht. Passiert ja immer in der Geschichte“, entgegne ich. Mein Gesprächspartner entgegnet mit einer Replik, was er von Intellektuellen hält (ihr glaubt’s immer, ihr wisst’s alles, dabei habt’s ihr keine Ahnung) und präsentiert die brandaktuelle Analyse, dass die Ereignisse in Nordafrika nichts seien als islamistische Staatsstreiche. Und bevor man, oder in dem Fall ich, nachfragen kann, wie er auf das komme, liefert er die Begründung. „Der Araber ist ein Arschloch, das fängt schon in der Türkei an.“

Ob so viel weltpolitischer Expertise muss man bescheiden verstummen. Würde sich mein Gegenüber nicht auch noch als Sozial- und Überhauptexperte betätigen. Wenn man in Schwung ist, kann man gleich weitermachen mit der großen Welterklärung – oder zumindest der Feststellung, wer an allem Übel schuld ist. „Die Sozialisten, das rote G’sindel. Ihr habt’s uns in die Lage gebracht, wo wir heute sind. Wenn die weiter das sagen haben, sind wir in zwei oder drei Jahren hin.“ Ein bisschen Alkohol bremst den Elan nicht. Mein Gesprächspartner hat das passende Beispiel parat: „Die Leut vorm Josy (Betreuungsstelle für Adresslose in Wien, Anm.), die wollen alle nix arbeiten. Wollen nur saufen und den ganzen Tag herumlungern. Wenn ich ein paar von denen einstell, damit sie schwarz arbeiten können, haben’s sofort wieder Wehwechen und müssen aufhören.“

Der (noch) sanfte Einwand, dass die „Leut vorm Josy“ auch irgendwie fertig sein könnten, krank vom Ausgestoßensein, oft auch von Alkohol- oder Drogenmissbrauch, nützt wenig. „Ich hab noch nie Arbeitslosen- oder Krankengeld bekommen. Wenn’s mir schlecht gegangen ist, hab ich immer schwarz gearbeitet. Wenn man will, findet man eine Arbeit, nur das dort sind Sozialschmarotzer.“

Ich versuche, mittlerweile verärgert über die emotionalen Pauschalbeschimpfungen, ein letztes Mal eine Brücke zu schlagen und versuche dem Gesprächspartner zu erläutern, wie sehr unser Wirtschaftssystem Menschen krank machen kann. Man muss nur ihn selbst nehmen: Mit Anfang 50 sieht er aus wie Mitte 60, hat mehrere Finger verloren. Nicht der Alkohol hat sein Gesicht so faltig werden lassen. Es ist das Gesicht eines Menschen, der immer im Freien gearbeitet hat. Als kleiner Subunternehmer auf Baustellen hat er’s sicher nicht einfacher als die Arbeiter, die er beschäftigt. Ob legal oder illegal sei dahingestellt und entzieht sich meiner Kenntnis. Ob ihm das nicht auffalle? „Mir doch wurscht, wenn ich älter ausschau.“

Bevor ich den Punkt machen kann, dass er ein vielleicht besser ausgestiegenes Opfer von Ausbeutung ist als manch andere, aber immer noch ein Opfer, hat er die Lösung für Wiens Obdachlose parat: „Für die g’hört ein kleiner Hitler her.“ Am Nebentisch keine Reaktion, offenbar hat niemand die Aussage registriert. Oder, und die Lautstärke lässt das eher vermuten, man wollte sie nicht registrieren. Ich hole Luft. Bevor ich etwas sagen kann, geht’s weiter in der Tirade. Arbeiterkammern und Gewerkschaften seien genauso wie das „rote G’sindl“ „Sozialschmarotzer“. „Die hetzen die Leute nur auf.“

Mir ist der Geduldsfaden gerissen. Ich sage meinem Gesprächspartner offen, was ich von ihm halte. Mittlerweile fühle ich mich nicht mehr an das Gebot der Höflichkeit gebunden. „Du bist eine kleine Nazisau.“ „Was bin ich? Du kriegst gleich eine, wenn du das nochmal sagst“. Er springt auf und schwingt seine rechte Hand. „Dann komm rüber und hau mir eine rein. Entschuldigen tu ich mich bei so einem wie dir sicher nicht.“ „Ich bin kein Nazi und ich hab auch nichts in der Richtung gesagt.“ Es lebe die Selbsterkenntnis. „Hör selber zu, was du sagst“. Es folgt ein Austausch von Unfreundlichkeiten, dessen Details mir nicht mehr in Erinnerung sind.

Worte wie „Sozialschmarotzer“, „Arschloch“ und „aufhetzen“ fallen des öfteren, ich bringe den Nazi noch ein-, zweimal an. Am Ende droht er mir: „Wenn du noch einmal Nazi sagst zu mir, zeig ich dich an.“ „Und warum bitte?“ „Ich bin kein Nazi“. Ah ja. Was ihn nicht daran hindert, eine „ordentliche Beschäftigungspolitik“ ( © Jörg Haider) in etwas direkteren Worten zu fordern. Genau genommen Gutheißung des Nationalsozialismus.

Der bislang ruhige Nebentisch wacht auf. „Provozier ihn nicht dauernd“, rührt sich einer. In meine Richtung. Ich war schlimmstenfalls die letzte Minute des Streitgesprächs der lautere und offensivere. Mein Gegenüber ist vor Minuten vom Sessel aufgesprungen und gestikuliert wild in der Luft herum. Wieso gerade ich, frage ich zurück. „Er beschimpft mich und andere, wünscht sich einen kleinen Hitler - aber ich soll ihn nicht provozieren?“ Keine Antwort.

Die Kellnerin will schlichten. Zuallererst fährt sie mich an, ich solle Ruhe geben. Als ich meine, in dem vorwiegend von Migranten besuchten Lokal wolle man eher keine Gäste, die Naziparolen von sich geben, lässt sie das kalt. „Das geht mich nichts an.“ Bei allem Verständnis dafür, dass sich das Personal in einem Cafe aus politischen Gespräche heraushält: Wenigstens in einem Migrantenlokal hätte ich mir erwartet, dass rassistische und NS-Parolen gegen einen Minimalkonsens verstoßen und nicht der gescholten wird, der genau das einfordert.

Andererseits kann man solche Parolen in Österreich täglich hören. Wer sich „einen kleinen Hitler“ für diese oder jene Bevölkerungsgruppe wünscht, sieht sich selbst nicht als Nazi oder als Nazi-Sympathisant. Und wird von vielen auch nicht als solcher gesehen. Wer sich über so etwas aufregt, gilt oft als Spielverderber, Miesmacher, Nestbeschmutzer, Vernaderer, „Gutmensch“ oder was es an solchen Ausdrücken mehr gibt. „Lass ihn halt reden“, ist die gutmütigste Ansage, die ich in solchen Situationen meist zu hören bekomme. Unabhängig davon, wie ich auf solche Aussage reagiere. Dass sich andere Lokalgäste ebenfalls solche Aussagen zurückweisen, habe ich selten erlebt. Zivilcourage ist eine seltene Tugend in diesem Land. Passivität ist eher gefragt. Sie nützt ausschließlich denen, die die Parolen brüllen. Der Demokratie schadet sie.
Ja, leider ... (Gast) - 8. Mrz, 07:03

Ja, leider ...

... ist das traurige Realität. Und später will wieder keiner dabei gewesen sein oder etwas bemerkt haben.

Das bereits als Kind eingetrichterte Duckmäusertum und die organisierte Verblödung (Schulsystem, Superstar, Supermodel, Dancing Stars, Niederösterreich Heute, ...), wie es "die obere Kaste" so gerne hat, fördert gerade solche Früchtchen.

Der dann gegen den irre geleiteten Strom schwimmt, ist dann das Problem. Die Menschheit hat bis auf wenige Ausnahmen kein Rückgrat. Unter Rückgrat verstehen die meisten nur eine große Gosch'n à la HC.

Hans Maier (Gast) - 8. Mrz, 10:09

Der fette Freidenker hält sich selbst für einen Intellektuellen sehr amüsant :-)

Richta (Gast) - 8. Mrz, 10:14

Sie sprechen von einem Migranten Cafe.
Waren keine Anwesend?
Und wenn doch, warum haben diese den ekligen Nazi Typen nicht mit Fußtritten aus dem Cafe gejagt?

hans huber (Gast) - 8. Mrz, 21:00

Toller Artikel

Deine Zivilcourage finde ich wirklich toll. Diese Leute sind allerdings gefährlich unberechenbar und scheuen sich wahrscheinlich nicht davor, bei Argumentationsnotstand Gewalt anzuwenden.

Köstlich

Zuerst geht er sich zu einem grindigen Brandineser ansaufen.
Dann wundert er sich, wenns dort einen Kölch gibt.
Und zum Schluss muss er sich im Internet ausweinen.
Mammabua

Darkdidi (Gast) - 8. Mrz, 22:05

Zivilcourage ist in der Tat eines seltene Tugend, die ein hohes Maß an Altruismus verlangt.

Einfache Menschen wollen einfache Lösungen. Das Problem besteht bei einfachen Menschen (die Bezeichnug ist keinesfalls bwertend gemeint, es gibt viele solche, die ich sehr schätze. Viele von ihnen leisten ein Vielfaches im Vergleich mit z.B: links"intellektuellen" Studenten auf der Uni) dann, wenn sie selber meinen, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben.

Eine Diskussion mit diesen ist daher in den allermeisten Fällen völlig sinnfrei. Führt man sie dennoch, kann sie nur dann zielführend sein, wenn man Gegenargumente anführt, die dem Gegenüber einen geordneten Rückzug ohne Gesichtsverlust ermöglichen.
Begibt man sich jedoch auf sein Niveau herab -so wie du (nachvollziehbarerweise) in diesem Fall- bestätigt ihn das in seiner Meinung und die Situation eskaliert.

Quod erat demonstrandum. :-)

Sozialistischer Freidenker (Gast) - 9. Mrz, 09:41

Ein Problem, das tiefer liegt...

Das Problem, weswegen die linke Politik mittlerweile nicht mehr beim Wähler ankommt, ist, dass sie Arbeitnehmer-vertretung als Leistungsanreiz und Schutz nicht mehr praktiziert und vielmehr mit Aufregung über Leute, die sich selten wenn überhaupt der Bedeutung ihrer Worte bewusst sind oder einfach nur provozieren wollen, ihre Existenz rechtfertigen. Es ist keine Linie erkennbar, schon bei den roten Studenten(traurig, wenn man bedenkt, dass es sich hierbei großteils um die zukünftige rote Elite in der Politik handelt) z.B. in Linz nicht. Sie faseln etwas von der Pseudowissenschaft Gender, nennen alles, was nicht ihrer Meinung entspricht oder den Horizont übersteigt, Neoliberaler und wenn man Kritik an der geliebten Genderphilosophie anbringt, ist man ein Fascho...
Andererseits pochen sie darauf, Worte wie Nazi, Fascho oder Neoliberaler nicht zu verniedlichen... :-D
Kurzum sind die Roten mittlerweile kaum noch von den Grünen, die wieder ein ganz anderes bürgerliches Klientel, das den Anspruch einer Stellung als Samariter und Gemeinwohlinteressierter erhebt(Wir fahren nach Mauritius auf Urlaub, aber mit geringfügigen Gewissensbissen...^^), vertreten, zu unterscheiden.
Grüne sind für mich rein ökonomisch Schwarze, denen jedoch ihre liberale Haltung peinlich ist, weshalb sie auf eine Erhöhung der Mindestsicherung pochen und ihre Basis brav zum Protestbetteln antanzt. Zudem negiert man die Eigenverantwortung bei Obdachlosen, die sich nicht selten im Linzer Schillerpark oder am Bahnhof die Birne wegsaufen, weshalb sich logischerweise trotz der vorbildlichen sozialstaatlichen Versorgung auch keine Wohnung ausgeht. Lieber pennt man auf der Bank, als den symbolischen Euro für einen Schlafplatz im Obdachlosenheim zu investieren...
Die Roten sind mit Ausnahme der Umweltpolitik(gerade beim sinnvollsten Thema distanziert man sich, das ist die SPÖ...^^) zu einem Abklatsch er Grünen, die jedoch eine andere Klientel vertreten, geworden.
Zudem freut man sich, wenn einem die Vermögenden auf dem Opernball die Schulter tätscheln.
Die Tatsache, dass sich in den letzten 10 Jahren die Zahl der working poor von 250.000 auf 380.000 gestiegen sind => 38 % !!!, interessiert doch kaum, wenn man bedenkt, dass so viele böse angebliche Nazis unter den Arbeitern rumlaufen, die doch gar nicht zu schätzen wissen, was die SPÖ für sie tut und die Grünen angeblich für sie tun wollen...
Bei so vielen selbsterklärten Moralaposteln unter Rot und Grün verwundert mich die Stärke der FPÖ bei den Klein-Unternehmern und Arbeitern dank einer Vielzahl solcher im obrigen Kommentar enthaltenen Exemplare(damit meine ich nicht den Kommentarersteller).
Bei Leuten wie dem Protektionskind Rudas, Bures(die Männer als Schläger und Frauen/Kinder mit Helm plakatieren ließ), Heinisch-Hossek (Qualifikationsunabhängige Quotenkönigin und sadistische Gegnerin der gemeinsamen Obsorge), die berufsempörte Korun(die guten Kontakt zu antisemitischen Homepages pflegte), die Sportwagenflitzerin und Gucci-Königin Glawi etc. wundert es mich nicht, dass die Leute Angst und in weiterer Folge eine Stinkwut bekommen.
Das Problem der Linken in Österreich ist, dass ihre Vertreter die Bezeichnung "Linke" nicht mehr verdienen.
Das fing schon mit Vranitzky und der Liberalisierung der Leiharbeit(moderne Sklaverei, da die wesentlichsten Elemente der Arbeitnehmerschutzes ausgeschaltet werden) an...

Die selbsterklärten Nazijäger bieten lediglich eine Oberfläche zur Ablenkung, was jedoch immer weniger funktioniert...

Bernhard K. (Gast) - 9. Mrz, 14:31

und wiedermal...

...dasselbe reflexschema wie immer, wenn rechte auswüchse irgendwelcher art kritisiert werden... für manche müssen am ende grundsätzlich die linken schuld sein. nein, so etwas ist keine ablenkung von irgendwas, sondern eine verdammt traurige beunruhigende tatsache! ich kann den scheiß echt nicht mehr hören...
S.F. (Gast) - 9. Mrz, 23:49

Für einen Intellektuellen bist du aber sehr berechenbar in deinen Aussagen^^

Dann rate ich dir, die Kommentarfunktion zu deaktivieren, wenn du nur Honig ums Maul geschmiert bekommen willst.^^
Das sog. Naziproblem bzw. der Zulauf der gut ausgebildeten Facharbeiter und Kleinunternehmer zur FPÖ kommt nicht von ungefähr und begründet sich in dem katastrophalen Ungleichgewicht der Politlandschaft, an der die grottenschwachen linken Parteien(sei es nun die geadelte grüne Quotenfrauenriege, die jegliche Vernunft/Bodenhaftung in Gestalt von Anschober/Dönmez bereits im Ansatz bekämpft) die Verantwortung tragen.
Strache kann nicht mit Themen punkten. Er lebt lediglich von der Schwäche seiner Gegner. Glaubst du allen Ernstes, dass er mit seinen Parolen auf fruchtbaren Boden treffen würde, gäbe es eine starke selbstbewusste Linke, die es nicht nötig hat, sich von den hohen Herren auf die Schulter klopfen zu lassen und sich hinauf zu protektionieren, weil ich in der Privatwirtschaft keinen Stich landen könnte?
Was haben SPÖ und Grüne sonst noch zu bieten, außer dem ewigen Nazi- und diskriminierenden Quotengeheule.
Auf die wirklich wichtigen Fragen kommen sie nicht einmal, da ihnen innerhalb der Parteistrukturen das eigenständige Denken genommen wurde.
Die Säuberungsaktionen zu Zeiten des Ybbser Ministranten, wo die letzten vernunftbegabten sozialistischen Freidenker, die nicht den Mund halten wollten, entfernt wurden, hatte mit Nazimethoden einiges gemein.
Es wurde einem das Parteibuch vor die Schnauze gelegt und absolute Linientreue gefordert. Dafür hattest die Aussicht auf einen Posten. Das Individuum zählte nicht, nur die Partei, eben brave Volks- äh Parteigenossen orientiert am Führer- äh Parteiwillen sollten wir sein.
Dann denk einmal scharf nach, welche Art von Leuten sich hier gemeldet haben...
Die Blauen leben lediglich von der Unzufriedenheit der Leute. Sie können selbst als rein populistische und rechtsextreme Partei nichts Produktives beitragen.
Sie bilden lediglich ein Spiegelbild zur Schwäche der SPÖ und der grenzenlos weltfremden grünen Quotenfrauenclique.
Auch wenn du dies bei deinem Ego nicht wahrhaben willst.
Du trägst wie viele andere selbsterklärte Intellektuelle mit deiner selbstgerechten Art dazu bei, dass die Blauen stärker werden und sich diese von dir beschriebenen zweifellos unerwünschten Zustände vermehren... ;-)

Hans Maier (Gast) - 10. Mrz, 00:54

Könnte mir gut vorstellen daß der Freidenker Baumgarten sich durch seine Pamphlete eine Abreibung einhandelt, aber how knows....
Darkdidi (Gast) - 10. Mrz, 03:31

@ S.F.

Lies mal nach, was "rechtsextrem" bedeutet. Man sollte die Begriffe, die man verwendet, schon kennen.

Gegen "Jobbik" oder die NPD (die sind nämlich wirklich rechtsextrem) ist die FPÖ ein Chorknabenverein. Die FPÖ ist eine rechte Partei, nicht mehr und nicht weniger. Die Grünen oder die SPÖ sind linke Parteien. Im Sinne des demokratischen Pluralismus ist es vorteilhaft, wenn es ein breites Parteienspektrum gibt.

Ich bin heilfroh, daß wir hier nicht deutsche Verhältnisse haben. Dort hat man abgesehen von der ehemals konservativen Union nur die Wahl zwischen links, linksliberal und linksextrem.

Und was an linker marxistisch orientierter Politik, die über 100 Mio Menschen das Leben gekostet hat (Mao, Pol Pot, Stalin und andere Ikonen der Linken lassen grüßen) besser sein soll als an rechter Politik, konnte mir noch niemand erklären.
S.F. (Gast) - 10. Mrz, 09:45

@ darkdidi

Ich kenne den Begriff rechtsextrem Darkdidi und weiß ihn auch treffend zu gebrauchen, obwohl ich kein Mensch bin, der die Begriffe rechtsextrem, Fascho, Nazi oder das Lieblingsmodewort Neoliberaler, wo die wenigsten Personen, die diesen schreiben auch nur im Ansatz eine Ahnung haben, was dieser bedeutet, leichtfertig gebraucht.
Bei der FPÖ beziehe ich mich auf die typische Provokationen in den Wahlkämpfen und gewisse Abgeordnete wie Rosenkranz und Winter, die rechtsstaatlich Kellernazi genannt werden dürfen.
Die Deutschtümelei in den blauen Burschenschaften, wo sie gerne einmal mit der Odalrune rumlaufen und pseudowissenschaftlich darüber diskutieren, warum ein Schwarzer ein Affe und kein Mensch sei, ist mir auch geläufig, da ich diverse interne Videoausschnitte gesehen habe, als sie mich rekrutieren wollten.
Die Versprechungen waren beeindruckender Natur:
1. günstige Wohnung
2. späterer Fixplatz in einer Nobelkanzlei der Blauen(durch gewisse Quellen, die mir verschlossen blieben, haben sie meinen Studienerfolg und Stammbaum herausbekommen...)
Gewissenskonflikte haben mich davon abgehalten, darauf einzugehen...
Mit der Bezeichnung der FPÖ als rechtsextrem bin ich mir mit führenden Politologen und Juristen dieses Landes einig, oder wie bitte klingt für dich:
Daham statt Islam
Pummerin statt Muezzin
Mehr Mut für unser Wiener Blut, zu viel Fremdes tut selten gut...
Arbeitsstellen statt Einwanderungswellen

Darkdidi (Gast) - 11. Mrz, 02:55

Danke für die Infos. Deine Aussagen klingen fundiert und nicht nach dem üblichen links-grünen Palaver.

Was die Politologen anlangt:
Da ich weiß, wie es in der Politikwissenschaft auf der Uni zugeht, nehme ich die wenigsten davon ernst. Von einer objektiven wisenschaflichen Herangehensweise kann in den meisten Fällen keine Rede sein. Dort herrscht das linke Gutmenschentum und die erbärmliche orwellsche PC.

Ich teile eher die Ansicht der EU-"Weisen" von 2000: "Die FPÖ ist eine rechtspopulistische Partei mit radikalen Elementen."

Da finde ich deine Hintergrundinfos weitaus interessanter. Kann deine Herangehensweise diesbezüglich gut nachvollziehen.

Was die von dir gebrachten Wahlsprüche anlangt:
Die finde ich total daneben(besonders den letzten); ich sehe sie aber eher als dummen Populismus denn als Rechtsradikalismus.

Primäres Beurteilungskriterium ist für mich das Parteiprogramm und dieses beinhaltet viele Punkte, die ich zu 100% unterschreiben kann. Keiner davon war so, daß ich ihn als rechtsextrem eingestuft hätte.
S.F. (Gast) - 11. Mrz, 10:06

Gerade dieses Geplapper, das du ansprichst, war der Grund dafür, warum ich mit dem Vaust(wieder mit wenigen Ausnahmen) nicht klargekommen. Dieser angegrünte Möchtegernsamariter-Verschnitt konnte mir schon immer gestohlen bleiben, ebenso diese widerlicher Gönnermentalität, die den Arbeiter zwar nicht für voll nahm, aber logischerweise genau weiß, was das beste für ihn ist und daneben lieber mit ähnlich geratenen wohlstandsverwahrlosten Zöglingen (Politikerkinder sind hier mit wenigen Ausnahmen die Schlimmsten) den Umgang pflegt.
Diese Personen reden über Arbeit und haben nicht einmal den Funken einer Ahnung, was diese bedeutet. Sie sehen es als Arbeit, biersaufend, rauchend und gröhlend die Hörsäle zu besetzen.
Mit Ausnahme der Umweltpolitik, wo man noch Mitte des vorigen Jahrhundert herumgrundelt, scheint jedoch diese grünlich alternative Bundeslinie übernommen worden zu sein. Ich rede deshalb von Bundeslinie, da es sehr wohl vernünftige Kräfte auf den Spuren Nennings in Oberösterreich gibt. Ich spreche von Efgani Dönmez und Anschober...

Was das Parteiprogramm der FPÖ betrifft, befindet sich hier keine einzige konkrete Zeile über Wirtschafts- und Sozialpolitik. Strache änderte seine Meinung in Bezug auf die Vermögensbesteuerung ganze 4 Mal in nur einem Monat!
Verzeih mir also, wenn ich die FPÖ auf der Grundlage ihrer "Konzepte und Verbesserungsvorschläge"(sofern überhaupt vorhanden, denn eigentlich können sie nix anderes als Poltern) nicht ernst nehme.
Was ich aber doch sehr ernst nehme, ist ihre Position im Bereich der Arbeitnehmervertretung. Sie wollen die Enthebelung des ArbVGs mit der Streichung des Kündigungsschutzes, da diese arbeitsplatzfeindlich sei. Sie möchten Sozialsubventionen ad absurdum führen, indem sie jeder bekommt(Beispiel Familienbeihilfe).
Das ist die arbeitnehmerfreundliche soziale Alternative zur SPÖ? Wohl eher handelt es sich dabei um einen Tatbestand modernen Sklaverei, der leider bereits mit der Leiharbeit teilweise umgesetzt wurde...

hans huber (Gast) - 13. Mrz, 12:28

Verstoß gegen die EMRK

Die Semantik des Wortes STATT ist wohl eindeutige:
Die hetzerischen Sprüche "Pummerin STATT Muezzin", "Daham STATT Islam" auf 1000en von Plakaten (allein in Wien) stellen eine klare Absage an die Europäische Menschenrechtskonvention (Art. 9) dar.

Eine Partei, die sich gegen Menschenrechte stellt, mag zwar demokratisch gewählt sein, ist aber demokratiepolitisch sehr bedenklich und geht über den Rechtspopulismus weit hinaus.
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