"Strafe" hat mehrere Funktionen. Mir fallen gerade ein: Sie soll den Betroffenen mit seiner Verantwortung konfrontieren, ihm "sagen", dass er etwas falsch gemacht hat, ihn mit den Auswirkungen seines Verhaltens konfrontieren. Sie kann auch die Möglichkeit einer Umkehr bieten, und Wiedergutmachung bedeuten, in den Fällen, in denen das möglich ist (durch Geldstrafen etwa). Außerdem werden (durch eine Haftstrafe) Täter und Gesellschaft getrennt, und somit einem neuerlichen Verbrechen vorgebeugt.
Eines ist Strafe aber ganz sicher nicht: Vergeltung.
Gerechtigkeit hat mit Gleichheit, mit Ungleichheit, und Vergleichbarkeit zu tun, und ist nicht unabhängig von einem gesellschaftlichen (Werte)konsens. Dabei gilt es einen bestimmten Fall einzuordnen, in eine Reihe anderer, die sich mehr oder weniger deutlich von ihm unterscheiden, oder nicht. Gelingt diese Einordnung möglichst widerspruchsfrei, dann kann man davon sprechen, dass jemandem "Gerechtigkeit" widerfahren ist.
Für mich ist die Frage nicht beantwortet, ob es mangelnde Ausbildung war, die für den tödlichen Fehler des Polizisten gesorgt hat oder ob er trotz ausreichender Ausbildung "überreagiert hat", wie er selber vor Gericht gesagt hat.
Ich glaube nicht, dass man völlig befriedigend auf solche Situationen vorbereiten kann, da bleiben immer Unwägbarkeiten. Und sie lassen sich damit auch nicht vollständig strukturell erklären.
Blog für alle, die sich nicht länger für dumm verkaufen lassen wollen
Über Politwatch
Mein Name ist Christoph Baumgarten und bin seit mehr als einem Jahrzehnt im Journalismus. Dieser Blog soll meine Sicht auf die politischen Entwicklungen in Österreich wiedergeben. Wobei im Moment der Ausdruck Zustand angebrachter wäre, wenn man an die heimische Politik denkt. Politwatch zeigt gerne vergessene Zusammenhänge auf und soll den Menschen eine Stimme geben, die auch angesichts der zunehmenden geistigen Verwahrlosung in diesem Land ihre fünf Sinne zusammen haben und nicht vergessen haben, was bei Politik im Mittelpunkt stehen sollte: Der Mensch mit seinen Bedürfnissen.
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"Strafe" hat mehrere Funktionen. Mir fallen gerade ein: Sie soll den Betroffenen mit seiner Verantwortung konfrontieren, ihm "sagen", dass er etwas falsch gemacht hat, ihn mit den Auswirkungen seines Verhaltens konfrontieren. Sie kann auch die Möglichkeit einer Umkehr bieten, und Wiedergutmachung bedeuten, in den Fällen, in denen das möglich ist (durch Geldstrafen etwa). Außerdem werden (durch eine Haftstrafe) Täter und Gesellschaft getrennt, und somit einem neuerlichen Verbrechen vorgebeugt.
Eines ist Strafe aber ganz sicher nicht: Vergeltung.
Gerechtigkeit hat mit Gleichheit, mit Ungleichheit, und Vergleichbarkeit zu tun, und ist nicht unabhängig von einem gesellschaftlichen (Werte)konsens. Dabei gilt es einen bestimmten Fall einzuordnen, in eine Reihe anderer, die sich mehr oder weniger deutlich von ihm unterscheiden, oder nicht. Gelingt diese Einordnung möglichst widerspruchsfrei, dann kann man davon sprechen, dass jemandem "Gerechtigkeit" widerfahren ist.
Für mich ist die Frage nicht beantwortet, ob es mangelnde Ausbildung war, die für den tödlichen Fehler des Polizisten gesorgt hat oder ob er trotz ausreichender Ausbildung "überreagiert hat", wie er selber vor Gericht gesagt hat.
Ich glaube nicht, dass man völlig befriedigend auf solche Situationen vorbereiten kann, da bleiben immer Unwägbarkeiten. Und sie lassen sich damit auch nicht vollständig strukturell erklären.