Spiegel vorm Gesicht

Er gilt als Hoffnungsgestalt von Burschenschaftern, Nationalen und anderen Rechtsradikalen. Bumsti Strache. FPÖ-Obmann und je nach Bedarf und Umfrage einmal Bürgermeisterkandidat in Wien oder auch nicht. Einige Leute jubeln ihm zu. Er sage, was Sache sei und sei ein rhetorisches Talent. Wie lächerlich das ist, führt Robert Palfrader in "Wir sind Kaiser" vor.



Es ist der Spiegel vorm Gesicht der Rechten. Wenn sich die Hoffnungsgestalt derart einfach vor laufender Kamera fertig machen lässt, ist es peinlich. Man merkt, dass Straches angebliche Stärke nur darauf beruht, dass er Stehsätze mühsam auswendig lernt. Sobald ihm jemand etwas härter kommt, bleibt nicht mehr als stupides Grinsen. Wenn nicht die FPÖ mit jahrzehntelanger Ausländerhetze das Klima nachhaltig vergiftet hätte, wäre es eine derart lächerliche Figur nicht einmal wert, sich mit ihr auseinanderzusetzen.
Shad (Gast) - 17. Jan, 21:27

Zuerst einmal möchte ich mich über diesen lesenswerten und immer gut recherchierten Blog bedanken.

Nur muss ich Ihnen aber bei der Analyse dieses Videos wiedersprechen. Das war keine Vorführung, und schon gar nicht wurde ein „Spiegel vorgehalten“. Eine Person auf diesem Niveau zu behandeln oder kommentieren ist leicht. Ein Politiker jeglichen Couleurs kann so vorgeführt werden. Herr Palfraders ließ Herrn Strache nicht einmal zu Wort kommen. Jemanden „vorzuführen“ bedeute den Kontrahenten mit seinen eigenen Worten eine Schlinge um den Hals zu legen, oder besser ausgedrückt: Die Banalität des Gesprochen bloßzustellen. Wenn dabei nur ein Monolog geführt wird ist dies leider nicht der Fall.

Auch wenn ich keine großen Sympathien für Herrn Strache hege, so ist diese Sendung dem Talent eines Herrn Palfraders in keinster Weise würdig, und Ihre Analyse sicher verbesserungswürdig.
Wie immer Zeigt sich, dass Menschen sich fast ausschließlich in selbstbestätigenden Milieus bewegen; Das ist immer eine Gefahr. Denn während die politisch linke in Österreich über dieses Video jubelt, jubelt sie nur für sich in Ihrem Milieu alleine – "Wir haben ja genau das gesehen und gehör, was wir sehen wollten". Das andere, auch politische "Mitte" Personen, eher die schlichtweg primitive Behandlung vordergründig empöhrt wird dabei nicht bedacht.

Hochachtungsvoll
Shad

Christoph Baumgarten - 18. Jan, 07:31

Ich bin da ganz anderer Meinung. Am Samstag hab ich in einem Lokal ganz zufällig gehört, wie eine Gruppe das am Nebentisch besprochen hat. Das hat mich an sich schon ziemlich überrascht. Die Leute, die ich jetzt nicht unbedingt dem linken Lager im engeren Sinn zugeordnet hätte, waren begeistert und haben sich über Strache lustig gemacht.
Du darfst nicht vergessen, dass Strache ja selber sehr ähnlich vorgeht: Nicht ausreden lassen, drüberfahren, mit Unterstellungen operieren. (Palfrader hat im Gegenzug nur überspitzte Formulierungen gebraucht.) Er lebt davon, dass er der ist, der's den anderen rein sagt. Er lebt davon, sich als der Starke zu präsentieren. Genau die Rolle hat Palfrader durchbrochen. Das schadet dem Strache gerade bei eher unpolitischen Menschen - denen, bei denen er am ehesten gepunktet hat.

hans huber (Gast) - 20. Jan, 22:53

Ich empfinde für den Strache auch absolut keine Sympathie. Lächerlich hat er sich aber auch nicht gemacht. Er hat eigentlich nur immer künstlich freundlich gelacht, aber keine Retourkutschen ausgeteilt und gleichzeitig gezeigt, dass er weder Humor hat noch bei einer Comedy Veranstaltung kontern kann. Das braucht er aber auch nicht, weil die "Politik" seine Heimat ist. Der Westenthaler war in der Sendung schon um einiges besser, das hat man auch bei den Reaktionen im Publikum damals bemerkt.

Den Palfrader mag ich sehr, der hat sich aber vorher auf die Audienz vorbereiten können. Ich glaub kaum, dass diese Sendung Strache in irgendeiner Weise schadet ... leider. Und das wusste und weiß auch er. Deshalb hat er die Einladung auch wahrgenommen. Ausserdem glaub ich nicht, dass die potentiellen und unpolitischen Wähler von Strache im Publikum der Sendung "Wir sind Kaiser" zu finden sind bzw. beim Konsumieren der Sendung via Fernsehen.


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