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    <title>Politwatch (Blog für alle, die sich nicht länger für dumm verkaufen lassen wollen)</title>
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    <description>Blog für alle, die sich nicht länger für dumm verkaufen lassen wollen</description>
    <dc:publisher>Christoph Baumgarten</dc:publisher>
    <dc:creator>Christoph Baumgarten</dc:creator>
    <dc:date>2010-03-09T20:57:02Z</dc:date>
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    <title><![CDATA[Die Geister, die sie riefen]]></title>
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    <description><![CDATA[<a href="http://www.politwatch.at/static/politwatch/images/3531827660_eec1476d42_b.jpg"><img title="" height="67" alt="3531827660_eec1476d42_b" width="100" align="left" onclick="javascript:openPopup('http://www.politwatch.at/static/politwatch/images/3531827660_eec1476d42_b.jpg',400,267);return false;" class="left" src="http://www.politwatch.at/static/politwatch/images/3531827660_eec1476d42_b_small.jpg" /></a><b>Zwischen FP&Ouml; und katholischer Kirche herrscht dicke Luft. Ein FP&Ouml;-Hinterb&auml;nkler kritisiert in einem Offenen Brief Christoph Sch&ouml;nborn. Der hatte FP&Ouml;-Bundespr&auml;sidentschaftskandidatin Barbara Rosenkranz kritisiert.</b><br />
<br />
Sch&ouml;nborn solle "sich besser um warme Br&uuml;der, Klosterschwuchteln und Kindersch&auml;nder k&uuml;mmern, statt eine 10-fache Mutter verbal anzugreifen, die ihre Kinder beh&uuml;tet, besch&uuml;tzt und zu anst&auml;ndigen Menschen erzogen hat." Werner K&ouml;nigshofer, FP&Ouml;-Hinterb&auml;nkler im Nationalrat l&auml;sst es an Deutlichkeit kaum mangeln. Sch&ouml;nborn hatte seinen Zorn auf sich gezogen, als er Barbara Rosenkranz deutlich kritisierte. Er "soll sich ein bissl zur&uuml;ckhalten und &uuml;ber Dinge in seinem Bereich nachdenken und sich nicht dort einmischen", schreibt K&ouml;nigshofer in seinem Offenen Brief, der unter anderem der <a href="http://derstandard.at/1267743552103/Offener-Brief-FPOe-Politiker-beschimpft-Katholische-Kirche">Onlineausgabe</a> des Standard vorliegt.<br />
<br />
K&ouml;nigshofer pocht auf die "Trennung von Staat und Kirche". Wobei er wenige Zeilen davor schreibt: "Als Katholik halte ich Ihre Einmischung in den angehenden Bundespr&auml;sidentenwahlkampf nicht nur f&uuml;r unzul&auml;ssig sondern auch f&uuml;r peinlich und besch&auml;mend." Es scheint schwer zu sein, sich zu entscheiden, auf welcher Seite der Trennlinie zwischen Kirche und Politik man gerade steht.<br />
<br />
Abgesehen von der indiskutablen Beschimpfung Homosexueller ist es gerade f&uuml;r einen Freidenker nicht einfach, solche Vorg&auml;nge zu beurteilen. Falsch ist, K&ouml;nigshofer vorzuwerfen, er beschimpfe die katholische Kirche. Das w&auml;re aus freidenkerischer Sicht egal. Er diffamiert Homosexuelle und wirft sie in einen Topf mit Kindersch&auml;ndern. Das ist menschenverachtend und abzulehnen. Und es richtet sich von selbst und bedarf keiner freidenkerischen Kommentare.<br />
<br />
Schwieriger wird die Frage, ob sich die FP&Ouml; &uuml;ber kirchliche Wortmeldungen beschweren darf. Bedenkt man die freiheitlichen Ann&auml;herungen der vergangenen Jahren, muss man sagen: Nein, sie darf nicht. Darf sich ein Kleriker in die Tagespolitik einmischen? Nein, sollte er auch nicht. Nur: In diesem Fall w&uuml;rde Sch&ouml;nborn von der FP&Ouml; zu einer Stellungnahme herausgefordert. Das macht die Beurteilung nicht gerade einfacher.<br />
<br />
Bumsti Strache hatte selbst Barbara Rosenkranz als Angebot f&uuml;r "christliche W&auml;hler" bezeichnet. Ein offenkundiges Betteln um eine Wahlempfehlung von rechtskatholischen Kreisen. Eine Aufforderung an den Klerus, sich in die Tagespolitik einzumischen. Wenn die Einmischung anders ausf&auml;llt, als man gerne h&auml;tte, darf man sich weder wundern noch gro&szlig; aufregen. Zumal weder Rosenkranz noch ihre Kinder Mitglieder der katholischen Kirche sind. Die letzten Reste der fr&uuml;heren antiklerikalen Bewegung der FP&Ouml;. Da wundert sich nicht einmal ein Freidenker, dass ein katholischer Kardinal widerspricht. Wobei es legitim ist, nachzudenken, ob Sch&ouml;nborn sich auch zu Wort gemeldet h&auml;tte, wenn Rosenkranz so katholisch w&auml;re wie Strache glauben machen wollte.<br />
<br />
Die Geister, die sie riefen<br />
<br />
Die FP&Ouml; ruft seit Jahren die klerikalen Geister an. Sei es, dass man "Abendland in Christenhand" plakatiert, sei es, dass Strache den Katholizismus zur patriotischen Pflicht und zur einzig m&ouml;glichen Abwehr gegen eine imaginierte T&uuml;rkenbelagerung hochstilisiert, das Kreuz in der Hand wie der Schutzpatron des Austrofaschismus, Marco d'Aviagno.<br />
<br />
Dass Kreuze in Schulklassen und der Religionsunterricht gesch&uuml;tzt werden, versteht sich von selbst. Bei solchen Gelegenheiten ruft man auch gerne nach der Unterst&uuml;tzung der Kirche. Zwischen katholischem und freiheitlichem Vokabular liegen da bestenfalls Nuancen. Da will man sogar Leute <a href="http://www.freidenkerbund.at/de/news/archiv/get/page/achtung--atheistinnen-koennten-sich-zukuenftig-str/">strafen</a>, die Kreuze nicht anbeten wollen. Da will man auch mal den  <a href="http://www.politwatch.at/stories/fpoe-will-atheisten-den-mund-verbieten/">Atheisten den Mund verbieten</a>, wenn sie &ouml;ffentlich sagen wollen, dass es Gott nicht gibt. Auch in der Abtreibungsfrage biedert sich die FP&Ouml; an die katholische Kirche an.<br />
<br />
Sehr ernst nimmt es die FP&Ouml; nicht mit der Trennung von Staat und Kirche. Und verletzt die Kirche mal ihrerseits die Trennlinie, schreit man "Haltet den Dieb". Die FP&Ouml; muss selbst schauen, wie sie die Geister des Klerikalismus los wird, die sie gerufen hat. Ein kleiner Tipp: Sie k&ouml;nnte sich am Kampf gegen kirchliche Privilegien wie Steuerbefreiung beteiligen, gegen religi&ouml;se Symbole in &ouml;ffentlichen R&auml;umen auftreten und mithelfen, den konfessionellen Religionsunterricht abzuschaffen. Das geht nat&uuml;rlich nur, wenn sie auf ihren vagen Kulturbegriff verzichtet, der die Religion zur Essenz allen Seins erkl&auml;rt. &Uuml;brigens durchaus in Einklang mit der katholischen Kirche. Sonst ist die FP&Ouml; als laizistische Partei in etwa so glaubw&uuml;rdig wie Barbara Rosenkranz als Vork&auml;mpferin gegen den Neonazismus.<br />
<br />
Dieser Beitrag ist auch auf <a href="http://www.freidenkerbund.at/de/news/get/page/blau-klerikaler-streit/">freidenkerbund.at </a>erschienen.]]></description>
    <pubDate>Tue, 09 Mar 2010 21:46:00 +0100</pubDate>
    <dc:creator>Christoph Baumgarten</dc:creator>
    <category>FPÖ</category><category>Kirche</category><category>Religion</category><category>Laizität</category><category>Politik</category><category>Freidenkerbund</category>
     
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  </item>  <item>
    <title><![CDATA[Deutschkurse für Rechte! Bitte!]]></title>
    <link>http://www.politwatch.at/stories/deutschkurse-fuer-rechte-bitte/</link>
    <description><![CDATA[<a href="http://www.politwatch.at/static/politwatch/images/FPOE_GR_Wahl.jpg"><img title="" height="75" alt="FPOE_GR_Wahl" width="100" align="left" onclick="javascript:openPopup('http://www.politwatch.at/static/politwatch/images/FPOE_GR_Wahl.jpg',600,450);return false;" class="left" src="http://www.politwatch.at/static/politwatch/images/FPOE_GR_Wahl_small.jpg" /></a><b>Dieses Bild wurde mir am Freitagabend zugespielt. An der Echtheit zweifle ich nicht. Obwohl das so gut ist, dass es fast schon wieder ein Fake sein muss.</b><br />
<br />
Man muss die FP&Ouml;'ler verstehen. Opposition ist ein Fremdwort. Woher soll man denn da als aufrechter Deutschnationaler oder &Ouml;sterreich-Nationalist auch wissen k&ouml;nnen, wie man so was schreibt?<br />
<img title="" height="300" alt="FPOE_GR_Wahl1" width="400" src="http://www.politwatch.at/static/politwatch/images/FPOE_GR_Wahl1.jpg" /><br />
Mit der deutschen Sprache hatten's die FP&Ouml;'ler nie sonderlich. Die m&uuml;ssen nur die anderen k&ouml;nnen.<br />
<img title="" height="300" alt="Inserat_F2" width="400" src="http://www.politwatch.at/static/politwatch/images/Inserat_F2.jpg" /><br />
W&uuml;rde man diese Leute an ihren eigenen Forderungen messen, sie m&uuml;ssten das verpflichtende Kindergartenjahr nachholen, um die deutsche Sprache zu erlernen. Schaffen sie das nicht, m&uuml;ssten sie als integrationsresistent ausgeb&uuml;rgert werden.<br />
<img title="" height="598" alt="FPOE_Inserat" width="400" src="http://www.politwatch.at/static/politwatch/images/FPOE_Inserat.jpg" /><br />
B&ouml;se Zungen behaupten, mit einer Kleinen Matura sei man bei den Blauen &uuml;berqualifiziert. Einen Gegenbeweis haben die FP&Ouml;'ler bisher nicht geliefert. Sie pr&auml;sentieren sich als die verk&ouml;rperte Bildungsmisere. Und da k&ouml;nnen sie sich nicht auf die "Ausl&auml;nder-Kinder" ausreden. Von denen hat's noch nicht so viele gegeben, als die heutigen blauen Funktion&auml;re in die Schule gegangen sind. Und die k&ouml;nnen au&szlig;erdem meistens besser rechtschreiben.]]></description>
    <pubDate>Sat, 06 Mar 2010 08:45:00 +0100</pubDate>
    <dc:creator>Christoph Baumgarten</dc:creator>
    <category>FPÖ</category><category>fail</category><category>Rechtschreibung</category><category>Deutschkurse</category><category>Politik</category>
     
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  </item>  <item>
    <title><![CDATA[Der Balken im Auge]]></title>
    <link>http://www.politwatch.at/stories/der-balken-im-auge/</link>
    <description><![CDATA[<a href="http://www.politwatch.at/static/politwatch/images/Fekter-jpg-bmp.jpg"><img title="" height="69" alt="Fekter-jpg-bmp" width="100" align="left" onclick="javascript:openPopup('http://www.politwatch.at/static/politwatch/images/Fekter-jpg-bmp.jpg',400,277);return false;" class="left" src="http://www.politwatch.at/static/politwatch/images/Fekter-jpg-bmp_small.jpg" /></a><b>Wieder einmal hat die "Volks"partei jemanden entdeckt, der irgendetwas missbraucht. Oder zumindest k&ouml;nnte. Oder angeblich tut. Oder wie auch immer. Hauptsache, die Betreffenden k&ouml;nnen sich nicht wehren. Ein schwarzes Sittenbild wider Willen.</b><br />
<br />
Die Mindestsicherung soll verhindern, dass Menschen verhungern oder sich im Winter zu Tode frieren. Und ihnen ein Dach &uuml;berm Kopf garantieren. Das l&auml;dt zu Missbrauch ein, findet <a href="http://derstandard.at/1267132364680/OeVP-befuerchtet-Sozialmissbrauch-bei-Mindestsicherung">&Ouml;VP-Generalsekret&auml;r Fritz Kaltenegger</a>. Gesteckt hat ihm das - Guido Westerwelle, selbst ernannter K&auml;mpfer gegen dieses Teufelszeug namens Sozialstaat. Der spricht davon, dass 20 Prozent der Hart-IV-Empf&auml;nger die staatlichen Almosen "missbrauchen". Unerw&auml;hnt lassend, dass 500.000 Deutsche ihre k&auml;rglichen Lohnzahlungen nicht mit Hart-IV "aufbessern".<br />
<br />
Worin der "Missbrauch" bestehen soll, ist nicht ganz klar. Wie so manches, was Westerwelle sagt. Woher er das wei&szlig;, auch nicht. Als Au&szlig;enminister steht er nicht ganz im Zentrum der deutschen Sozialpolitik, wie der staatlich verwaltete soziale Abstieg dort zynischerweise genannt wird. Nicht, dass es in &Ouml;sterreich besser w&auml;re.<br />
<br />
<b>Warum glaubt Kaltenegger Westerwelle?</b><br />
Und warum Kaltenegger die Westerwellschen Sch&auml;tzungen aufgreift, erschlie&szlig;t sich auch nicht ganz. Vielleicht sind die beiden gute Freunde, oder Westerwelle sein politisches Vorbild, was wei&szlig; man. Auch nicht ganz klar ist, wieso Kaltenegger auf die Idee kommt, dass in &Ouml;sterreich deutsche Gesetze und Umst&auml;nde gelten. In seiner Partei hat sich ja herumgesprochen, dass da 1945 was war. Hauptsache, man bringt Mindestsicherung und Missbrauch irgendwie in einen Satz. Wie und warum ist eine Frage, die sich die Wirklichkeitsfanatiker und anderen Nestbeschmutzer stellen sollen.<br />
<br />
Interessant auch der pl&ouml;tzliche Eifer der "Volks"partei, auf das Geld des Staates zu schauen. Um 36 Millionen Euro geht es laut Kaltenegger. Im Vergleich zu den sonstigen budget&auml;ren Problemen eine l&auml;cherliche Summe. Und vor allem eine l&auml;cherliche Summe im Vergleich zum Systemmissbrauch, den die VP-Klientel tagt&auml;glich betreibt. Der kostet Milliarden pro Jahr.<br />
<br />
W&uuml;rden Kalteneggers Sorgen dem Wohl der Allgemeinheit dienen (bei einem Politiker der "Volks"partei zugegebenerma&szlig;en eine etwas exotische Vorstellung), er w&uuml;rde alles in Bewegung setzen, die systematische Steuerinterziehung durch &Ouml;sterreichs Besser- und Meistverdienende abzustellen. Aber die w&auml;hlen ja gro&szlig;teils &Ouml;VP. Ein <a href="http://www.orf.at/100304-48699/index.html">Schelm</a> k&ouml;nnte denken, Kaltenegger ginge es darum, eine <a href="http://www.orf.at/100304-48699/index.html">Neid- und Vernaderungskampagne</a> loszutreten.<br />
<br />
<b>Systematischer Missbrauch</b><br />
Interessanterweise gibt es in &Ouml;sterreich anders als in vielen anderen zivilisierten L&auml;ndern keine seri&ouml;sen Sch&auml;tzungen, um wie viele Milliarden Euro j&auml;hrlich es hier geht. Man kann sich nur dem Betrag nur ann&auml;hern. In der Schweiz etwa sollen 12 Milliarden Euro Schwarzgeld aus &Ouml;sterreich gebunkert sein. Man darf getrost davon ausgehen, dass in anderen Steueroasen und Schwarzgeldparadiesen auch ein paar Milliarden zusammenkommen. Und das sind im wesentlichen nur die Betr&auml;ge der ganz Gro&szlig;en. Selbst wenn Kalteneggers/Westerwelles Sch&auml;tzungen stimmen w&uuml;rden: Es w&uuml;rde 333 (!) Jahre Mindestsicherung brauchen, bis der "Missbrauch" diesen Betrag erreichen w&uuml;rde.<br />
<br />
Ich selbst kenne einige Unternehmer, die die Autos der ganzen Familie auf die Firma haben eintragen lassen. Rechtlich gesehen ein klarer Fall von Steuerhinterziehung. Pr&uuml;fen tut das niemand. Auch mit Wohnungen l&auml;uft es mitunter &auml;hnlich. Von der organisierten Schwarzarbeit, bei der sich Unternehmer Steuern und Sozialabgaben sparen ganz zu schweigen. Und dann gibt's noch Firmeninhaber, die gezielt in Konkurs gehen. Dann macht der Sohn, die Tochter, die Frau, der Cousin etc. am gleichen Standort ein Gesch&auml;ft auf. Nach einem Jahr ist's wieder vorbei, ein anderes Familienmitglied &uuml;bernimmt. Republik und Sozialversicherungen schauen durch die Finger. Das ist Missbrauch. Legt man die Erfahrungen und Sch&auml;tzungen aus anderen L&auml;ndern auf &Ouml;sterreich um, kommt man auf Betr&auml;ge von drei bis sieben Milliarden Euro. Der Gro&szlig;teil d&uuml;rfte auf heimischen Bankkonten liegen. Das w&uuml;rde &Ouml;sterreichs Budgetsorgen erheblich mindern. Kaltenegger sieht wegen 36 Millionen Euro das Sozialsystem zusammenbrechen. Oder so &auml;hnlich.<br />
<br />
Im Neuen Testament gibt es einen Spruch vom Splitter im Auge des Bruders den man sieht - den Balken im eigenen nicht. Gerade Kaltenegger als VP-Politiker sollte das eigentlich gel&auml;ufig sein.]]></description>
    <pubDate>Thu, 04 Mar 2010 19:26:00 +0100</pubDate>
    <dc:creator>Christoph Baumgarten</dc:creator>
    <category>Mindestsicherung</category><category>ÖVP</category><category>"Volks"partei</category><category>Kaltenegger</category><category>Politik</category><category>Westerwelle</category>
     
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  </item>  <item>
    <title><![CDATA[Wenn Blaue zündeln]]></title>
    <link>http://www.politwatch.at/stories/wenn-blaue-zuendeln/</link>
    <description><![CDATA[<b>Heute abend komme ich endlich dazu, die Kandidatur von Barbara Rosenkranz f&uuml;r die Bundespr&auml;sidentschaft zu kommentieren. Es ist 21 Uhr und ich habe eine Sitzung des Freidenkervorstandes hinter mir. Um mich nicht dem Verdacht auszusetzen, meine momentane M&uuml;digkeit in Aggression umzum&uuml;nzen, werde ich versuchen, sachlich zu bleiben.</b><br />
<br />
Es ist fix, offiziell, amtlich best&auml;tigt usw. Was die &Ouml;ffentlichkeit seit Tagen wei&szlig;, teilt die FP&Ouml; ihr am Dienstag als <a href="http://www.orf.at/100302-48616/index.html">Sensation</a> mit. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Barbara_Rosenkranz">Barbara Rosenkranz</a> wird gegen <a href="http://www.heinzfischer.at/">Heinz Fischer</a> antreten. Angesichts ihrer Chancen und angesichts der Tatsache, dass Bumsti Strache die Kandidatur am Wochenende via Kronenzeitung bekannt gab, ist die Nachricht eigentlich in etwa so interessant wie ein umfallendes Reissackerl in China.<br />
<br />
Eigentlich. Der FP&Ouml; geht es nicht darum, die Hofburg zu erobern. Nicht einmal Bumsti Strache ist so realit&auml;tsfern auch nur so zu tun. Der FP&Ouml; geht es darum, ihre Leute f&uuml;r die Wienwahl zu mobilisieren und das politische Klima in diesem Land ein St&uuml;ckchen weiter zu vergiften. Anders ist es nicht zu verstehen, dass diese Partei jemanden aufstellt, den man gerichtlich best&auml;tigt als Kellernazi bezeichnen darf. Das spricht der staatstragenden Pose Hohn.<br />
<br />
Barbara Rosenkranz steht am rechten Rand der FP&Ouml;. Auch wenn man ihr keine besonders argen Wortmeldungen nachsagen kann, geschweige denn solche, die rechtlich bedenklich w&auml;ren - sie wird als Kandidatin <a href="http://scoop.at/tag/Barbara+Rosenkranz">wahrgenommen</a>, die die Verbindung der FP&Ouml; zu noch radikaleren rechten Kr&auml;ften verk&ouml;rpert. Siehe die eindeutige<a href="http://www.ikg-wien.at/IKG/Members/admin/1236597267864/1267519888143?portal_skin=News&amp;id=1267519888143"> Reaktion der IKG</a>. So jemanden aufzustellen, hat Kalk&uuml;l. Rechtsextremes Gedankengut soll ein St&uuml;ck mehr salonf&auml;hig gemacht werden. Salonf&auml;hig im wahrsten Sinn des Wortes - sind doch die D&ouml;blinger Regimenter die deklarierte Zielgruppe der FP&Ouml; bei dieser Wahl. Und vielleicht der eine oder andere Bauernb&uuml;ndler, der einen pathologischen Hass auf die SP&Ouml; hat.<br />
<br />
Ginge es der FP&Ouml; um die Demokratie, sie h&auml;tte gen&uuml;gend andere Kandidaten, die als unbedenklicher wahrgenommen werden. Willi Brauneder etwa gilt in der &Ouml;ffentlichkeit nicht als rechter Rabauke. Ginge es um die blo&szlig;e Provokation um der Aufmerksamkeit Willen, h&auml;tte man auch Wieder-Parteifreund Gerhard D&ouml;rfler aufstellen k&ouml;nnen. Andererseits - der h&auml;tte sicher nicht die Unterst&uuml;tzung des Greises von der Muthgasse.<br />
<br />
Wesentlich interessanter ist, dass sich Bumsti Strache nicht traut, anzutreten. Gelieb&auml;ugelt h&auml;tte er mit einer Kandidatur. Vielleicht ist sogar ihm klargeworden, dass er sich mit einem solchen Schritt nur selbst besch&auml;digen k&ouml;nnte. Von der Bel&auml;stigung der vernunftbegabten &Ouml;ffentlichkeit, die das mit sich br&auml;chte, mal abgesehen. Was w&uuml;rde er denn noch alles werden wollen? Wiener B&uuml;rgermeister (oder doch nicht, je nach Laune), Bundeskanzler, Bundespr&auml;sident, am einfachsten und besten alles in Personalunion. Das w&auml;re allenfalls f&uuml;r schlichte Gem&uuml;ter unterhaltsam. Ein halbwegs vernunftbegabter Mensch w&uuml;rde sich langsam die Frage stellen, was Strache eigentlich will und ob's ihm gut geht.<br />
<br />
Dazu kommt, dass das Risiko aus FP&Ouml;-Sicht zu hoch gewesen w&auml;re. Jedes Ergebnis unter 30 Prozent w&auml;re als verheerende Niederlage wahrgenommen worden. Strache w&auml;re ziemlich sicher deutlich darunter gelegen. Die SP&Ouml;, die Gr&uuml;nen und die liberalen Kreise in der &Ouml;VP h&auml;tten ausreichend mobilisiert, um Straches offensichtlichen Wienwahlkampf zu vereiteln. Bei Rosenkranz ist es im wesentlichen egal, wie sie abschneidet. Alles, was in Richtung 20 Prozent geht, wird als rauschender Erfolg gefeiert werden. Wobei Rosenkranz das nur erreichen bzw. vielleicht sogar &uuml;bertreffen wird, wenn sie sich im Wahlkampf keinen Ausrutscher leistet. Aber wie gesagt, in ihrem Fall ist ein halbwegs akzeptables Abschneiden aus FP&Ouml;-Sicht eine Draufgabe. Das Ziel liegt woanders. Es ist das Spiel mit dem Feuer. Oder anders ausgedr&uuml;ckt: Die Blauen z&uuml;ndeln mal wieder. Eigentlich schade f&uuml;r diese Republik. Und schade, dass die Emp&ouml;rung bislang nicht st&auml;rker ausgefallen ist. Das zeigt, dass man hierzulande vom L&ouml;schen der blauen Br&auml;nde schon ersch&ouml;pft ist und bestenfalls zu verhindern versucht, dass das Feuer allzusehr &uuml;bergreift.]]></description>
    <pubDate>Tue, 02 Mar 2010 20:58:00 +0100</pubDate>
    <dc:creator>Christoph Baumgarten</dc:creator>
    <category>Bundespräsident</category><category>Heinz Fischer</category><category>Barbara Rosenkranz</category><category>Bumsti Strache</category><category>FPÖ</category><category>Rechtsextremismus</category>
     
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  </item>  <item>
    <title><![CDATA[Zur Ehre der Griechen]]></title>
    <link>http://www.politwatch.at/stories/zur-ehre-der-griechen/</link>
    <description><![CDATA[<a href="http://www.politwatch.at/static/politwatch/images/greece-flag.jpg"><img title="" height="100" alt="greece-flag" width="100" align="left" onclick="javascript:openPopup('http://www.politwatch.at/static/politwatch/images/greece-flag.jpg',300,300);return false;" class="left" src="http://www.politwatch.at/static/politwatch/images/greece-flag_small.jpg" /></a><b>Die griechische Regierung ist zum Buhmann der EU geworden. Seitdem bekannt wurde, dass die Griechen den Euro-Stabilit&auml;tspakt nicht einhalten, werden sie von der EU-Kommission geg&auml;ngelt und von der deutschen und der &ouml;sterreichischen Regierung verh&ouml;hnt. Zu Unrecht.</b><br />
<br />
Ein Jahrzehnt haben die Deutschen ganz gut gelebt auf Kosten der Griechen. Jetzt beschweren sie sich und zwingen gemeinsam mit &Ouml;sterreich &uuml;ber den Umweg EU-Kommission die griechische Regierung zum millionenfachen Diebstahl am eigenen Volk. <a href="http://derstandard.at/1266541354033/Steuerbeihilfen-EU-verklagt-Athen-Generalstreik-legt-Griechenland-lahm">Das geht auf die Stra&szlig;e</a>. Die Greichen wollen nicht hinnehmen, dass ihnen die L&ouml;hne und Geh&auml;lter gek&uuml;rzt, die Steuern heraufgesetzt und die Lebenshaltungskosten erh&ouml;ht werden. Zu Recht. Massenwohlstand herrscht nicht in Griechenland.<br />
<br />
Sich zu allem &Uuml;berfluss verh&ouml;hnen zu lassen, schl&auml;gt dem Fass den Boden aus. Seit Wochen m&uuml;ssen sich die Griechen nachsagen lassen, ein verschlagenes, betr&uuml;gerisches und faules V&ouml;lkchen zu sein, das auf Kosten anderer lebe. Und denen obendrein schade. Unverhohlen schwingt teutonisches &Uuml;berlegenheitsgef&uuml;hl gegen&uuml;ber den als minderwertig empfundenen Griechen mit. Nichts k&ouml;nnte ferner der Realit&auml;t sein. Die meisten Griechen arbeiten h&auml;rter als die Zumtobels und Ackermanns, oder wie auch immer die hei&szlig;en, die besonders laut Haltet den Dieb schreien.<br />
<br />
<b>Griechenland hat Deutschland mitfinanziert</b><br />
Diese Griechen haben den deutschen Lebensstil mitfinanziert. Deutschland hat dank seiner Exporte einen Leistungsbilanz&uuml;berschuss. Den muss irgendjemand finanzieren. Das sind zum Teil die Griechen. Solcherart verschwindet viel Geld aus dem Land, das man brauchen k&ouml;nnte, die eigene Industrie zu modernisieren. Die EU-Beihilfen gleichen den dauernden Geldabfluss nicht aus. Griechenland muss sich verschulden, will es nicht verarmen. Maschinen, die man unter anderem aus Deutschland bezieht, sind notwendig, um die wenigen Eigenexporte wie Oliven&ouml;l und Textilien bereitstellen zu k&ouml;nnen. (Die Importe in Griechenland sind j&auml;hrlich das <a href="https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/geos/gr.html">drei bis vierfache</a> der Exporte wert.)<br />
<br />
Versch&auml;rft wird das mit dem Euro-Stabilit&auml;tspakt, den sich die Deutschen auf den Leib schneidern haben lassen. &Ouml;konomisch gesehen gibt es keine Rechtfertigung, warum gerade drei Prozent Defizit die Obergrenze der Neuverschuldung sind. Au&szlig;er, dass Deutschland zu dem Zeitpunkt, als die Maastricht-Kriterien gerade etwas weniger als drei Prozent Defizit hatte. Und Deutschland wollte eine harte W&auml;hrung. Einen Nachfolger der D-Mark. Der hat die deutsche Exportwirtschaft erm&ouml;glicht. Die Franzosen konnten damit leben. F&uuml;r andere L&auml;nder war das ein Problem. Die konnten sich jahrzehntelang nur durch Abwertungspolitik, um den Preis hoher Inflation, gegen die D-Mark wehren. Nur, als der Euro eingef&uuml;hrt wurde, schien ein neues Zeitalter eingebrochen, die Bedenken wurden beiseite gewischt. Sparen war geil. Neokonservative Fiskalpolitik war in. Was die Wirtschaft wirklich brauchte, interessierte niemanden. Die Vorteile, die der Euro dem Tourismus bringen w&uuml;rde, w&uuml;rden die Nachteile schon irgendwie ausgleichen, hoffte man.<br />
<br />
Griechenland machte mit. Warum auch immer. Es hat seitdem die gleichen Probleme wie Italien, Spanien oder Portugal. Nur eben etwas h&auml;rter. Das liegt auch daran, dass Griechenland aus historischen Gr&uuml;nden weniger Industrie hat. Die Deutschen und das mittlerweile auch zur Exportnation aufgestiegene &Ouml;sterreich verkauften flott nach Griechenland - und kauften wenig im Gegenzug. Was die Griechen mit massiven Budgetdefiziten auszugleichen versuchten (versch&auml;rft durch den Volkssport Steuerhinterziehung). Das wirft man ihnen jetzt vor. So, als sei man selbst unschuldig an der griechischen Trag&ouml;die.<br />
<br />
Statt Griechenland zu zwingen, sich kaputtzusparen, sollte man den Leuten lieber mit der einen oder anderen Milliarde aushelfen. Und froh sein dar&uuml;ber, dass die griechischen Budgetsorgen den Euro billiger gemacht haben. Das wird auch die deutschen und &ouml;sterreichischen Exporte in den Rest der Welt ankurbeln. Was langfristig wesentlich mehr einbringt als eine Finanzhilfe f&uuml;r Griechenland kosten w&uuml;rde.]]></description>
    <pubDate>Wed, 24 Feb 2010 17:59:00 +0100</pubDate>
    <dc:creator>Christoph Baumgarten</dc:creator>
    <category>EU</category><category>Politik</category><category>Griechenland</category><category>Fiskalpolitik</category><category>Deutschland</category><category>Österreich</category>
     
    <guid isPermaLink="false">http://www.politwatch.at/stories/zur-ehre-der-griechen/</guid>
  </item>  <item>
    <title><![CDATA[Erlaubtes Unverständnis]]></title>
    <link>http://www.politwatch.at/stories/erlaubtes-unverstaendnis/</link>
    <description><![CDATA[<a href="http://www.politwatch.at/static/politwatch/images/secession.gif"><img title="" height="66" alt="secession" width="100" align="left" onclick="javascript:openPopup('http://www.politwatch.at/static/politwatch/images/secession.gif',400,264);return false;" class="left" src="http://www.politwatch.at/static/politwatch/images/secession_small.gif" /></a><b>Ein Swingerclub bringt &Ouml;sterreichs Kleinb&uuml;rger auf die Palme. Sodom und Gomorrha in der Secession, schreien sie. Mit Steuergeld! Ein Skandal! In ihren Augen.</b><br />
<br />
Ich h&auml;tte nie gedacht, diesen Satz zu sagen: Haben wir keine anderen Sorgen? Ob in der <a href="http://www.secession.at">Secession</a> eine Ausstellung mit angeschlossenem <a href="http://www.element6.at">Swingerclub</a> stattfindet oder nicht, f&auml;llt eher nicht unter die dringendsten Probleme der Republik. Da w&auml;ren Arbeitslosigkeit, Menschenrechte, Hetze gegen Andersdenkende- und aussehende, die Finanzierung des Sozialstaats, eine gerechte Steuerverteilung, das Bildungssystem, die politische Kultur - jedes dieser Probleme verbunden mit ca. 100 Unterproblemen und Teilaspekten, die, jedes f&uuml;r sich genommen, kaum unwichtiger genannt werden k&ouml;nnen.<br />
<br />
Gut, es ist verst&auml;ndlich, dass Bumsti Strache zu den dringenden Problemen der Republik nichts zu sagen hat. Er ist selber Teil einiger Probleme (Stichwort Menschenrechte und Hetze), zeigt, dass er manche Dinge schlimmer machen will (siehe seine Vorschl&auml;ge zu Arbeitslosigkeit, Sozialstaat und Steuern) und beweist solcherart die Existenz gewalter Probleme in manchen staatlichen Bereichen (Stichwort Bildungssystem).<br />
<br />
Sein Wettern gegen den Swingerclub mit dem Argument, hier stecken &ouml;ffentliche Mittel drin, ist l&auml;cherlich und entlarvend. Er h&auml;lt es f&uuml;r ein unerlaubtes Verst&auml;ndnis, wenn Menschen in &ouml;ffentlichen R&auml;umen (allerdings nur nachts, ohne allgemeines Publikum) Geschlechtsverkehr haben. Das zeigt nur sein (leider) erlaubtes Unverst&auml;ndnis. Die Aktion soll provozieren. Das hat sie. Funktioniert hat das vor allem bei schlichten Gem&uuml;tern. Das zeigen auch die Reaktionen der Boulevard-Zeitungen.<br />
<br />
Und es ist ein Zeichen f&uuml;r Straches Doppelmoral, die &uuml;brigens <a href="http://www.thinkoutsideyourbox.net/?p=10346">thinkoutsideyourbox</a> hervorragend analysiert. Warum, denkt sich ein vernunftbegabter Zeitgenosse, regt sich Strache auf, dass Verhalten gef&ouml;rdert wird, das von den allgemeinen Normen abweicht? Der Swingerclub in der Secession bekommt nur indirekt Subventionen: Er absolviert einen Gastauftritt in einem Geb&auml;ude, das es ohne Steuergeld nicht gebe. Die direkten Kosten, etwa f&uuml;r den Umbau, tr&auml;gt der Club selbst. Der Secession enstehen keine Kosten.<br />
<br />
Die Parteiakademie der FP&Ouml; kostet Steuerzahlende Millionen. Was dort an Verstand und Anstand verbrochen wird, geht auf eine Kuhhaut mehr. Dort werden unter anderem die Menschen geschult, die hetzerische Werbeslogans a la "Abendland in Christenhand" kreiern. Dort werden Menschen ausgebildet, um <a href="http://www.freidenkerbund.at/de/news/archiv/get/page/reaktion-fpoe/">&ouml;ffentlich gegen Migranten</a> zu hetzen. Wenn das kein &ouml;ffentliches &Auml;rgernis ist, wei&szlig; ich es nicht. Von Straches eigenen hochsubventionierten Aussagen ganz zu schweigen. Der Mann lebt ausschlie&szlig;lich von Steuergeld.<br />
<br />
Und da soll ein Swingerclub ein &ouml;ffentliches &Auml;rgernis sein?]]></description>
    <pubDate>Wed, 24 Feb 2010 06:59:00 +0100</pubDate>
    <dc:creator>Christoph Baumgarten</dc:creator>
    <category>Politik</category><category>FPÖ. Bumsti Strache</category><category>Secession</category><category>Swingerclub</category><category>Subventionen</category>
     
    <guid isPermaLink="false">http://www.politwatch.at/stories/erlaubtes-unverstaendnis/</guid>
  </item>  <item>
    <title><![CDATA[Danke Johanna Dohnal!]]></title>
    <link>http://www.politwatch.at/stories/danke-johanna-dohnal/</link>
    <description><![CDATA[<img title="" height="196" alt="dohnal" width="400" src="http://www.politwatch.at/static/politwatch/images/dohnal.jpg" /><br />
<b>Am Samstag ist Johanna Dohnal gestorben. &Ouml;sterreichs erste Frauenministerin blieb Vork&auml;mpferin und Pionierin bis zuletzt. Ein pers&ouml;nlicher Nachruf.</b><br />
<br />
Ich bin ein Kind der &Auml;ra Dohnal. Ich bin ein Kind der &Auml;ra Kreisky. Ohne diese beiden w&auml;re ich nicht, was ich bin. Ich bin in dem Jahr geboren, in dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Johanna_Dohnal">Johanna Dohnal</a> Frauenstaatssekret&auml;rin wurde. Ohne pathetisch zu sein, kann ich mit Fug und Recht behaupten: Eine &ouml;sterreichische Gesellschaft ohne die Reformen Johanna Dohnals ist f&uuml;r mich nicht vorstellbar.<br />
<br />
Ich bin aufgewachsen in einer Gesellschaft, in der Gewalt gegen Frauen ge&auml;chtet ist. In einer Gesellschaft, in der Kinder unverheirateter M&uuml;tter nicht mehr automatisch unter amtlicher Vormundschaft stehen. In einer Gesellschaft, in der Frauen das Recht haben, den gleichen Lohn f&uuml;r gleiche Arbeit zu erhalten. In einer Gesellschaft, in der Frauen nicht sexuell bel&auml;stigt werden d&uuml;rfen. Ich bin froh, dass ich mir eine Gesellschaft, in der all das nicht gew&auml;hrleistet ist, nicht vorstellen kann. F&uuml;r mich ist das selbstverst&auml;ndlich.<br />
<br />
Gleichzeitig bin ich gerade alt genug, um mich zu erinnern, dass einige dieser Reformen heftig diskutiert wurden. Johanna Dohnals Kampf f&uuml;r die W&uuml;rde und Rechte des Menschen, vor allem f&uuml;r Frauen aber eben nicht nur, hat viele Menschen &uuml;berfordert. Damals auch meine Mutter, die sich erst mit der Zeit f&uuml;r den Geist &ouml;ffnete, den Dohnal nach &Ouml;sterreich gebracht hatte. Eine &Ouml;ffnung, die viele gerne r&uuml;ckg&auml;ngig machen w&uuml;rden.<br />
<br />
W&auml;hrend ich diesen Nachruf schreibe, denke ich an die wenigen Male, die ich Johanna Dohnal pers&ouml;nlich gesehen habe. Wenn ich mich richtig erinnere, war es dreimal. Einmal bei einer SP&Ouml;-Veranstaltung. Die letzten beiden Male waren im Vorjahr. Beide Male habe ich sie als K&auml;mpferin erlebt. Im April hat sie an einer Gedenkfeier f&uuml;r die Opfer des Massakers von Hadersdorf teilgenommen, als einzige prominente Sozialdemokratin. Ein Akt wider das Verdr&auml;ngen. Und nur wenig sp&auml;ter musste sie auf einer Demonstration gegen radikale Abtreibungsgegner das Wort ergreifen. Mit deutlichen Worten sparte sie nicht. Was Sicherheit gab, war die Zuversicht, die sie als schon sichtbar kranke Frau ausstrahlte. "Das k&ouml;nnen sie uns nicht mehr nehmen", sagte sie. Das war eigentlich nur auf die Fristenl&ouml;sung bezogen. Gelten k&ouml;nnte es f&uuml;r ihr Lebenswerk.<br />
<br />
Johanna Dohnals historische Leistung liegt nicht nur in den Ma&szlig;nahmen, den vielen Reformen, die sie oft auch gegen harte Widerst&auml;nde in der Sozialdemokratie durchgesetzt hat. Vielleicht liegt sie vor allem darin, dass sie verkrustete Vorstellungen aufgebrochen und bek&auml;mpft hat. Auch wenn bis heute niemand behaupten kann, Frauen seien in diesem Land wirklich gleichberechtigt, auch wenn weiter darum gek&auml;mpft werden muss, dass gleiche Leistung gleichen Lohn bringt, auch wenn die Gl&auml;serne Decke endlich gesprengt werden muss - ein Zur&uuml;ck wird es nicht mehr geben. M&ouml;gen noch so viele rechts des gesunden Menschenverstandes das gerne haben wollen.<br />
<br />
So lange dieses Land demkratisch bleibt, wird nicht nur den Frauen niemand nehmen k&ouml;nnen, was Johanna Dohnal und ihre Weggef&auml;hrtinnen erreicht haben. Auch den M&auml;nnern wird es niemand nehmen k&ouml;nnen. Dass Frauen die gleichen Rechte haben wie M&auml;nner ist nicht nur im Interesse von Frauen. Es macht uns alle st&auml;rker. Oder, um es mit Johanna Dohnal zu sagen: <cite>&#8222;Ich denke, es ist Zeit, daran zu erinnern: Die Vision des Feminismus ist nicht eine &#8218;weibliche Zukunft&#8216;. Es ist eine menschliche Zukunft. Ohne Rollenzw&auml;nge, ohne Macht- und Gewaltverh&auml;ltnisse, ohne M&auml;nnerb&uuml;ndelei und Weiblichkeitswahn.&#8220;</cite><br />
<br />
Danke Johanna Dohnal!<br />
<br />
P.S.: Ich bitte alle UserInnen von Politwatch unabh&auml;ngig von Parteizugeh&ouml;rigkeit, um eine Unterschrift im <a href="http://www.facebook.com/group.php?gid=10150105697075121&amp;ref=mf">Online-Kondolenzbuch</a>. Danke.<br />
<br />
Auf Wunsch der Familie ersuchen die N&ouml;. Kinderfreunde, die das Kondolenzbuch aufgelegt haben, von Kranz- und Blumenspenden Abstand zu nehmen.<br />
<br />
Stattdessen wird um eine Spende f&uuml;r die<br />
Kinderfreunde Grabern auf das Konto 0000 40 14 726, Weinviertler<br />
Sparkasse, BLZ 20 22 0 gebeten.]]></description>
    <pubDate>Tue, 23 Feb 2010 19:21:00 +0100</pubDate>
    <dc:creator>Christoph Baumgarten</dc:creator>
    <category>Johanna Dohnal</category><category>Politik</category><category>Frauenrechte</category><category>Menschenrechte</category><category>Feminismus</category>
     
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  </item>  <item>
    <title><![CDATA[Politischer Nach-Aschermittwoch]]></title>
    <link>http://www.politwatch.at/stories/politischer-nach-aschermittwoch/</link>
    <description><![CDATA[<a href="http://www.politwatch.at/static/politwatch/images/Bumsti-Strache.jpg"><img title="" height="68" alt="Bumsti-Strache" width="100" align="left" onclick="javascript:openPopup('http://www.politwatch.at/static/politwatch/images/Bumsti-Strache.jpg',327,223);return false;" class="left" src="http://www.politwatch.at/static/politwatch/images/Bumsti-Strache_small.jpg" /></a><b>F&uuml;r mich als Faschingsverweigerer ist der Aschermittwoch meist unterhaltsamer als der Faschingsdienstag. Da versuchen diverse Parteien den Fasching zu verl&auml;ngern. Was mitunter witzig, h&auml;ufig unfreiwillig komisch sein kann.</b><br />
<br />
Mein heuriges Aschermittwochs-Highlight war der herrlich-deftige Schweinsbraten im KuKu. Als guter Atheist muss man ja fast... Ansonsten war's fad. Ausgesprochen fad. Bumsti Straches Monolog in <a href="http://ooe.orf.at/stories/423805/">Ried</a> hatte nicht ann&auml;hernd die W&uuml;rze des Riesen-Semmelkn&ouml;dels auf meinem Teller gestern abend. Von der Schweinsschulter ganz zu schweigen. Herbert Kickl l&auml;sst nach, kann man da nur sagen.<br />
<br />
Seine Textvorlage hatte nur einen Sager, der einer Pointe nahekommt. Das war die mit dem Wassertr&auml;ger Faymann und dem Kasperl und dem Sepperl. Wobei auch das eher unter halblustig rangiert. F&uuml;r dieses Publikum reicht es allemal. Aber es soll ja Menschen geben, die intellektuelle Anspr&uuml;che haben.<br />
<br />
Ich versteh ja, dass dem Mann der Atem ausgeht. Damit Strache was gut r&uuml;berbringt, muss er eine extra-gute Textvorlage schreiben. Und hoffen, dass der Chef genug Zeit hat, sie sich zu merken. Dass er's spontan nicht kann, hat Robert Palfrader gezeigt. Die ewig gleichen Themen machen's nicht einfacher. Wie soll einem da st&auml;ndig was neues einfallen?<br />
<br />
Das einzig Bemerkenswerte war einer der seltenen realistischen Anfl&uuml;ge Straches. Er will bei der Wien-Wahl die 20-Prozent-H&uuml;rde &uuml;berspringen. Vom Wiener B&uuml;rgermeister pl&ouml;tzlich keine Rede mehr. Ob er erkannt hat, dass er weder das Zeug hat noch den Funken einer Chance? Die B&uuml;rgermeisterschaft von Minimundus w&auml;re eher seine Kragenweite. Sein erster Amtsakt w&auml;re vermutlich, die dortigen Moscheen abzubauen.<br />
<br />
20 Prozent und etwas mehr klingen nach einer halbwegs erreichbaren Gr&ouml;&szlig;e f&uuml;r die FP&Ouml; bei der Wien-Wahl. Das letzte Wahlergebnis war eine au&szlig;erordentliche Schlappe. Da kann's nur mehr aufw&auml;rts gehen. Zu besten Zeiten hatte die FP&Ouml; in Wien 27 Prozent. Das war unter J&ouml;rg Haider. An den kommt Strache nicht ran. Wie unter anderem die Aschermittwochs-Rede zeigt. Das d&uuml;rfte er mitbekommen haben. Tiefstapeln z&auml;hlt nicht zu Straches Lieblingsaktivit&auml;ten. Wenn er als Wahlziel 20 Prozent plus angibt, d&uuml;rfte er selbst das momentan als eher ambitioniert einsch&auml;tzen.<br />
<br />
Auch das wird nicht einfach. Um Aufmerksamkeit zu bekommen, muss Strache st&auml;ndig ein Sch&auml;uferl nachlegen. Keine einfache Aufgabe, wenn man seit Jahren die Grenzen des Anstands und des gesunden Menschenverstands deutlich &uuml;berschreitet. Strache bewegt sich mittlerweile an einer gef&auml;hrlichen Grenze. Das Publikum ist &uuml;bers&auml;ttigt mit seinen plumpen Parolen. Damit es ihm zuh&ouml;rt, muss er noch lauter schreien. Was gleichzeitig Leute abschreckt, f&uuml;r die er gerade noch ertr&auml;glich ist. Eine Zwickm&uuml;hle. Langfristig wird er nur verlieren. Ein Scheitern an sich selbst. Sofern nicht seinem Redenschreiber Kickl vorher endg&uuml;ltig die Luft ausgeht. Wie bei diesem Aschermittwochsmonolog.]]></description>
    <pubDate>Thu, 18 Feb 2010 18:15:00 +0100</pubDate>
    <dc:creator>Christoph Baumgarten</dc:creator>
    <category>Aschermittwoch</category><category>Politik</category><category>Ried</category><category>FPÖ</category><category>Bumsti Strache</category>
     
    <guid isPermaLink="false">http://www.politwatch.at/stories/politischer-nach-aschermittwoch/</guid>
  </item>  <item>
    <title><![CDATA[Bruder, es ist Zeit]]></title>
    <link>http://www.politwatch.at/stories/bruder-es-ist-zeit/</link>
    <description><![CDATA[<b>Heute gedenken Demokratinnen und Demokraten in diesem Land der Toten der Februark&auml;mpfer. Es sind nicht nur Mitglieder der SP&Ouml; und ihrer Vorfeld- und Teilorganisationen, die den Mut dieser Frauen und M&auml;nner ehren, die als erste den bewaffneten Kampf gegen den Faschismus aufgenommen haben. Ihre Rehabilitierung ist l&auml;ngst &uuml;berf&auml;llig.</b><br />
<br />
Der Kampf war verloren, bevor er begonnen hatte. Als Richard Bernaschek am 12. Februar 1934 vom Hotel Schiff in Linz aus das Signal f&uuml;r den Kampf gegen den Austrofaschismus gab, war die Demokratie ausgeh&ouml;hlt. Die Christlichsozialen hatten den Nationalrat 1933 illegal aufgel&ouml;st, der Republikanische Schutzbund war verboten, die faschistischen Heimwehren wurden von der Regierung gef&ouml;rdert und von diesem Tag de facto zur Hilfspolizei des Regimes. Eine Rolle, die auch die SA zu Beginn des nationalsozialistischen Regimes in Deutschland spielte.<br />
<br />
Es waren Bernaschek und tausende seiner Genossinnen und Genossen, die dennoch zur Waffe griffen. Im Wunsch, das von der Republik zu retten, was zu retten war. Die Parteif&uuml;hrung der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei wurde von der Entwicklung &uuml;berrascht, schwankte, entschloss sich dann doch, eine Kampfleitung einzurichten. Eine ineffektive Kampfleitung. Kommunizieren konnte man nur innerhalb Wiens und das nur &uuml;ber Leute, die ihr Leben riskierten um wichtige Informationen von Widerstandsnest zu Widerstandsnest zu tragen. Man hatte zu lange gewartet, um Demokratie und Republik zu verteidigen. Der Kampf gegen den Faschismus kollabierte gro&szlig;teils innerhalb von drei Tagen, vereinzelt k&auml;mpften die Schutzb&uuml;ndler noch etwas l&auml;nger.<br />
<br />
Neun Anf&uuml;hrer wurden hingerichtet - unter juristisch sehr fragw&uuml;rdigen Aspekten. Unter anderem Franz M&uuml;nichreiter, den Dollfu&szlig; als Schwerverletzten h&auml;ngen lie&szlig;. Und Georg Weissel, der Schutzbundf&uuml;hrer von Floridsdorf. Und Koloman Wallisch, der Schutzbundf&uuml;hrer aus der Steiermark, der am l&auml;ngsten von allen aushielt. Als es aus war, floh er, wurde erkannt und verraten und hingerichtet. Um das zu erreichen, lie&szlig; die Regierung Dollfu&szlig; das Standrecht um mehrere Tage verl&auml;ngern. Und tausende Menschen wanderten ins Gef&auml;ngnis und sp&auml;ter die Anhaltelager der Austrofaschisten.<br />
<br />
Die Urteile gelten in den meisten F&auml;llen theoretisch bis heute. Das darf nicht sein, finden 97 Historikerinnen und Historiker. Sie fordern, dass die Februark&auml;mpfer rehabilitiert werden. Diese h&auml;tten nicht geputscht, wie ein Teil der konservativen Geschichtsschreibung bis heute behauptet. Sie h&auml;tten f&uuml;r Demokratie und Freiheit gek&auml;mpft.<br />
<br />
2010, 76 Jahre nach dem Freiheitskampf der &ouml;sterreichischen Arbeiterschaft, k&ouml;nnte das zumindest teilweise geschehen. Die Koalition zeigt sich bereit, die <a href="http://194.116.243.20/1265852016569/Austrofaschismus-Opfer-Koalition-ueber-Einzelfallpruefung-einig">Urteile im Einzelfall</a> zu pr&uuml;fen. Dass es nicht die gro&szlig;e Rehabilitierung wird, ist ein Zugest&auml;ndnis der SP&Ouml; gegen&uuml;ber dem Koalitionspartner, der in der Frage beinahe &uuml;ber den eigenen Schatten springt. Engelbert Dollfu&szlig; wird dort bis heute (f&auml;lschlicherweise) zum "ersten Opfer des Nationalsozialismus" hochstilisiert, sein Portr&auml;t h&auml;ngt nach wie vor im Parlamentsklub der &Ouml;VP. Keine elegante L&ouml;sung. Angesichts der tiefen Gr&auml;ben, die der 12. Februar bis heute aufwirft aber vermutlich ein tragbarer Kompromiss.<br />
<br />
Dieser historische Filmbericht aus dem austrofaschistischen &Ouml;sterreich zeigt das Geschichtsbild, das bis heute Teile des konservativen Lagers haben. Man beachte die euphemistischen Formulierungen im Kommentar, der sehr stark auf Polizeijargon zur&uuml;ckgreift.<br />
<object width="480" height="385"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/JM0ysu-Khfw&amp;hl=en_US&amp;fs=1&amp;"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/JM0ysu-Khfw&amp;hl=en_US&amp;fs=1&amp;" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="480" height="385"></embed></object><br />
Nicht viel besser dieser Wochenschaubericht.<br />
<object width="480" height="385"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/Nk5IfICliaE&amp;hl=en_US&amp;fs=1&amp;"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/Nk5IfICliaE&amp;hl=en_US&amp;fs=1&amp;" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="480" height="385"></embed></object><br />
<a href="http://www.kreuz.net/article.4639.html">Katholische Fundamentalisten</a> versuchen bis heute, die Geschichte zu verf&auml;lschen und Dollfu&szlig; zum M&auml;rtyrer hochzustiliseren.<br />
<br />
Ein anderes Geschichtsbild zeigt diese Kurz-Doku. Es ist die sozialdemokratische Sicht auf die Februark&auml;mpfe, die immer auch die Entwicklungen im Auge hat, die zu den K&auml;mpfen gef&uuml;hrt haben. Sie kommt der historischen Wahrheit bedeutend n&auml;her als die konservative. Einziger Schwachpunkt und die einzige gr&ouml;bere Abweichung von der Wahrheit ist typischerweise, dass das Versagen der eigenen Parteileitung ausgeblendet wird. Das Zaudern, das Nachgeben gegen&uuml;ber den Austrofaschisten, bis es zu sp&auml;t war.<br />
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<br />
In gewisser Weise k&ouml;nnte man als Slogan des Vorgangs die erste Textzeile des "Lidice-Lieds" w&auml;hlen - eines Teils einer Kantate, die Bert Brecht im Gedenken an Koloman Wallisch schrieb. "Bruder, es ist Zeit."<br />
<br />
Den Freiheitsk&auml;mpferinnen- und k&auml;mpfern vom 12. Februar 1934 sei dieses Lied gewidmet. Es steht wie kein anderes f&uuml;r den Widerstand gegen den Austrofaschismus und wird bis heute auf der ganzen Welt gesungen. Die Februark&auml;mpfe als erste bewaffnete Abwehr gegen den Faschismus haben vor allem in den 1930ern Menschen auf der ganzen Welt inspiriert. Unter anderem in Spanien, wo die n&auml;chste Schlacht gegen das barbarische Regime stattfinden sollte. Auch langfristig wirkte der Freiheitskampf. Der Schutzbund hat die Ehre der &ouml;sterreichischen Arbeiterschaft und der &ouml;sterreichischen Sozialdemokratie gerettet. Hoffentlich wird es nie wieder so weit kommen, dass diese Republik (oder irgendeine andere) mit der Waffe in der Hand verteidigt werden muss.<br />
<br />
<object width="480" height="385"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/2pmG7j5uLZI&amp;hl=en_US&amp;fs=1&amp;"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/2pmG7j5uLZI&amp;hl=en_US&amp;fs=1&amp;" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="480" height="385"></embed></object>]]></description>
    <pubDate>Fri, 12 Feb 2010 14:13:00 +0100</pubDate>
    <dc:creator>Christoph Baumgarten</dc:creator>
    <category>12. Februar 1934</category><category>Schutzbund</category><category>Sozialdemokratie</category><category>SDAP</category><category>Austrofaschismus</category><category>Dollfuß</category><category>Historiker</category><category>Rehabilitierung</category><category>Geschichte</category><category>Politik</category>
     
    <guid isPermaLink="false">http://www.politwatch.at/stories/bruder-es-ist-zeit/</guid>
  </item>  <item>
    <title><![CDATA[Ich will's auch wissen]]></title>
    <link>http://www.politwatch.at/stories/ich-wills-auch-wissen/</link>
    <description><![CDATA[<img title="" height="110" alt="volksbefragung" width="149" align="left" class="left" src="http://www.politwatch.at/static/politwatch/images/volksbefragung.jpg" /><b>Morgen werde ich meinen Stimmzettel bei der Volksbefragung abgeben. Bei einigen Punkten muss ich noch &uuml;berlegen, wie ich abstimmen werde.</b><br />
<br />
Wien wills wissen. Das ist gut so. Es stehen einige entscheidende Fragen am Stimmzettel: <a href="http://www.wienwillswissen.at/frage/thema/hausbesorgerinnen/">Hausbesorger</a> und <a href="http://www.wienwillswissen.at/frage/thema/ganztagsschulen/">Ganztagsschulen</a>. Ich lasse mir die M&ouml;glichkeit nicht entgehen, <a href="http://www.wienwillswissen.at/blog/artikel/warum-ich-mitmache/">mitzubestimmen</a>, wie das Zusammenleben in dieser Stadt funktioniert. In beiden F&auml;llen kann ich nur mit Ja stimmen. Auch wenn es in der Hausbesorger-Frage legitime Gegenargumente gibt. In Sachen Ganztagsschule sind mir noch keine untergekommen.<br />
<br />
Etwas schwer tu ich mir mit der <a href="http://www.wienwillswissen.at/frage/thema/citymaut/">City Maut</a>. Ich halte sie f&uuml;r ein gutes Steuerungsinstrument. Allein, sie nur innerhalb des Rings einzuf&uuml;hren, konterkariert das. Offen gestanden halte ich hier die Frage f&uuml;r etwas zu vage. Ich muss mir &uuml;berlegen, wo ich das Kreuz mache.<br />
<br />
Ebenfalls nicht unproblematisch ist die Sache mit dem <a href="http://www.wienwillswissen.at/frage/thema/kampfhunde/">Kampfhunden</a>. Ich tendiere grunds&auml;tzlich zur Meinung von <a href="http://www.wienwillswissen.at/blog/artikel/fuehrschein-fuer-bestimmte-rassen-der-falsche-weg/">Sabine Stadlbauer</a>. Eine verpflichtende Ausbildung nur f&uuml;r bestimmte Hundebesitzer ist eine sehr ungl&uuml;ckliche L&ouml;sung. Ich halte es f&uuml;r sinnvoll, wenn jeder Hundebesitzer lernt, mit seinem Hund umzugehen. Jeder Hund ist gef&auml;hrlich. Jeder Hund kann bei&szlig;en. F&uuml;r ein zweij&auml;hriges Kind ist es egal, ob es ein Rottweiler ist oder ein Sch&auml;ferhund. Hund werden zu Kampfhunden gemacht. Sie werden nicht als solche geboren.<br />
<br />
Was die <a href="http://www.wienwillswissen.at/frage/thema/24h-u-bahn/">U-Bahn in der Nacht</a> betrifft, gebe ich teilweise <a href="http://www.wienwillswissen.at/blog/artikel/erstmal-6-24-uhr-optimieren/">Judith Denkmayr</a> recht. Auch wenn die &ouml;ffentlichen Verkehrsmittel gerade in Wien besser funktionieren als in ihrer subjektiven Wahrnehmung, gibt es wichtigere Bereiche, in die man die 5 Millionen Euro Mehrkosten investieren k&ouml;nnte. In mehr Stra&szlig;enbahnen am Abend etwa, wie Denkmayr schreibt. Wien hat verglichen mit anderen Gro&szlig;- und Weltst&auml;dten ein hervorragendes &Ouml;ffi-Netz. Allerdings hat das L&uuml;cken, die geschlossen werden sollten. Wenn das passiert ist, nur her mit der Nacht-U-Bahn.]]></description>
    <pubDate>Thu, 11 Feb 2010 15:06:00 +0100</pubDate>
    <dc:creator>Christoph Baumgarten</dc:creator>
    <category>Wien</category><category>Volksbefragung</category><category>Wahlkampf</category><category>wienwillswissen.at</category>
     
    <guid isPermaLink="false">http://www.politwatch.at/stories/ich-wills-auch-wissen/</guid>
  </item>  <item>
    <title><![CDATA[Reinrassige Rindsviecher]]></title>
    <link>http://www.politwatch.at/stories/reinrassige-rindsviecher/</link>
    <description><![CDATA[<a href="http://www.politwatch.at/static/politwatch/images/FPOE_Bauern.jpg"><img title="" height="75" alt="FPOE_Bauern" width="100" align="left" onclick="javascript:openPopup('http://www.politwatch.at/static/politwatch/images/FPOE_Bauern.jpg',400,300);return false;" class="left" src="http://www.politwatch.at/static/politwatch/images/FPOE_Bauern_small.jpg" /></a><b>Was macht eine politische Partei, wenn ihr nichts gescheites einf&auml;llt? Sie versucht, einen Aufreger zu produzieren. Im Fall der FP&Ouml; kramt man halt wieder mal in der Kiste mit NS-Jargon.</b><br />
<br />
Mit dem Slogan "Reinrassig und echt" will die freiheitliche Bauernschaft (FB&Ouml;) bei den Landwirtschaftskammerwahlen Stimmen gewinnen. Viel mehr muss man nicht mehr sagen. Vor 20 Jahren h&auml;tte vermutlich sogar ein FP&Ouml;-Funktion&auml;r zur&uuml;cktreten m&uuml;ssen, der das Wort "reinrassig" in den Mund genommen h&auml;tte, geschweige denn, dass man das zum Wahlkampfslogan gemacht h&auml;tte. Und die Blauen waren damals schon nicht zart besaitet.<br />
<img title="" height="300" alt="FPOE_Bauern" width="400" src="http://www.politwatch.at/static/politwatch/images/FPOE_Bauern.jpg" /><br />
Aus Sicht eines kritischen Beobachters ist es ein neuer Versuch der FP&Ouml;, wieder ein St&uuml;ckchen NS-Jargon salonf&auml;hig zu machen. Gewinner sind die Blauen auf jeden Fall: Bleibt die berechtige Aufregung &uuml;ber die Anspielung auf die NS-Rassenideologie aus, darf man das ungestraft auch in eindeutigerem Zusammenhang verwenden. Regt man sich auf, wird ein unbekannter Provinzpolitiker bei einer nicht sonderlich bedeutenden Wahl bekannt. Sonst w&uuml;rde niemanden interessieren, wer der Mann neben der Kuh ist.<br />
<br />
Ein Indiz f&uuml;r eine gezielte Provokation ist auch, wie der Slogan angeordnet ist: Zwischen Kuh und Spitzenkandidat. Das zeigt sich v.a. in der hochformatigen Version. Ein bisserl Augenzwinkern sozusagen, wie zu Haiders Zeiten. Einzig, dass man Straches Chaostruppe Selbstironie eher nicht zutraut. Auch die "EU-Agrar-Knechtschaft" erinnert an die "Zinsknechtschaft", in der die NSDAP und andere rechtsradikale Parteien die Weimarer Republik sahen.<br />
<br />
Ein einziger Punkt spricht gegen die These: Kernw&auml;hler holt man mit dem Slogan bei dieser Wahl nicht ab. Die Zeiten der organisierten rechtsradikalen Bauernschaft ist vorbei. Und so viele Mitglieder von Martin Grafs Lebensbund, der <a href="http://www.olympia.burschenschaft.at/">Burschenschaft Olympia</a>, wo der Jargon vielleicht ziehen w&uuml;rde, werden auch nicht in der Landwirtschaft aktiv sein.<br />
<br />
Dass der FP&Ouml; das passiert ist, kann man als halbwegs vernunftbegabter Mensch ausschlie&szlig;en. So bl&ouml;d sind die auch wieder nicht, dass das dort niemanden aufgefallen ist. Auch wenn das Plakat nicht mit sonderlicher &Auml;sthetik besticht - Marke Eigenbau der freiheitlichen Bauernschaft ist es sichtlich nicht. Man vergleiche das sonstige Design auf der <a href="http://www.fboe.at/">Homepage</a>. DIe Frage, ob die FP&Ouml; mit diesem Wahlkamf jeglichen Anstand verloren habe, ist eher rhetorischer Natur.<br />
<br />
<b>Waldheims Kuh</b><br />
Man darf gespannt auf die freiheitlichen Reaktionen warten. Erstens wird alles ein Missverst&auml;ndnis gewesen sein. Im Zweifelsfall ist das eben ein in der Landwirtschaft gebr&auml;uchlicher Begriff f&uuml;r die Herkunft von Nutztieren. Nicht der Bauer ist reinrassig, die Kuh ist es. Waldheims Pferd ist im Jahr 2010 Nu&szlig;baumers Kuh geworden. Eine Erkl&auml;rung, die die paar Olympia-Bauern vielleicht nachhaltig verst&ouml;ren k&ouml;nnte.<br />
<br />
Au&szlig;erdem hat man's nicht gewusst. Reinrassig - noch nie geh&ouml;rt das Wort. Rasse, was ist das &uuml;berhaupt? Was angesichts der Bildungsdefizite der Blauen beinahe glaubw&uuml;rdig w&auml;re. Und auf dem Plakat schaut der Spitzenkandidat nicht wirklich aus wie eine intellektuelle Gr&ouml;&szlig;e. Andererseits soll man nicht vom Aussehen auf den Menschen schlie&szlig;en.<br />
<br />
Und es ist sowieso ein weiteres Beispiel des linken Tugend- und Gesinnungsterrors durch die rot-gr&uuml;n-kommunistischen Nazis, die vor allem bei der Landwirtschaftskammerwahl hochaktiv sind. Da muss ein ehrlicher Bauer um Leib, Leben und Hof f&uuml;rchten. Und um die Kuh sowieso. Was m&ouml;glicherweise der gr&ouml;&szlig;te Schaden w&auml;re.<br />
<br />
Jedenfalls f&auml;llt positiv auf, dass auf dem Plakat kein Rechtschreib- oder Grammatikfehler zu finden ist. Im Vergleich zu sonstigen FP&Ouml;-Wahlk&auml;mpfen ein beachtlicher Fortschritt. Von der Homepage der freiheitlichen Bauernschaft kann man das nicht behaupten.<br />
<br />
Bildnachweis: Das Foto vom Plakatst&auml;nder ist auf <a href="http://tweetphoto.com/9271258">Tweetphoto</a> dokumentiert. Das Sujet war am Mittwochabend auch auf der Homepage der freiheitlichen Bauernschaft zu sehen.]]></description>
    <pubDate>Wed, 10 Feb 2010 17:09:00 +0100</pubDate>
    <dc:creator>Christoph Baumgarten</dc:creator>
    <category>Politik</category><category>FPÖ</category><category>Wahlkampf</category><category>NS-Jargon</category><category>Landwirtschaftskammer</category>
     
    <guid isPermaLink="false">http://www.politwatch.at/stories/reinrassige-rindsviecher/</guid>
  </item>  <item>
    <title><![CDATA[Fiona muss gewinnen]]></title>
    <link>http://www.politwatch.at/stories/fiona-muss-gewinnen/</link>
    <description><![CDATA[<a href="http://www.politwatch.at/static/politwatch/images/Maria-Stern.jpg"><img title="" height="75" alt="Maria-Stern" width="100" align="left" onclick="javascript:openPopup('http://www.politwatch.at/static/politwatch/images/Maria-Stern.jpg',152,114);return false;" class="left" src="http://www.politwatch.at/static/politwatch/images/Maria-Stern_small.jpg" /></a>Maria Stern hat's geschafft. Ihr "Swarovski Song" hat in einer kritischen Jugend-Szene f&uuml;r Furore gesorgt. Jetzt steht das Lied im Finale des Protest Song Contests. Zu Recht, wie Politwatch findet.<br />
<br />
Fiona Doch-Nicht-Swarovski will nicht mehr Steuern zahlen. Ihr gutes Recht, das nicht zu wollen. Dass sie Leute, die faire Steuern f&uuml;r Superreiche fordern, mit Klagen mundtot machen will, ist es nicht. Getroffen hat es nicht nur den Verein "<a href="www.fionamusszahlen.at">Fiona muss zahlen</a>". (Politwatch berichtete <a href="http://www.politwatch.at/stories/fiona-muss-klagen/">exklusiv</a>) Auch K&uuml;nstlerin Maria Stern wurde Opfer eines <a href="http://fm4.orf.at/stories/1636676/">Einsch&uuml;chterungsversuchs</a> aus dem Hause Pacifico-Griffini-Grasser, wie die Erbin des Tiroler Konzerns offiziell hei&szlig;t. Gen&uuml;tzt hat es nichts.<br />
<br />
Weder der Verein noch die K&uuml;nsterlin lie&szlig;en sich davon abhalten, von ihrem Recht auf freie Meinungs&auml;u&szlig;erung Gebrauch zu machen. Viel mehr kann man von einem Protestsong kaum erwarten. Satirisch ist er obendrein. Bleibt zu hoffen, dass das die Jury des <a href="http://www.protestsongcontest.at/index_2010_5.html">Protest Song Contests</a> am Freitag honoriert.<br />
<object width="480" height="385"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/KbtDRM89U3o&amp;hl=en_US&amp;fs=1&amp;"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/KbtDRM89U3o&amp;hl=en_US&amp;fs=1&amp;" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="480" height="385"></embed></object>]]></description>
    <pubDate>Sun, 07 Feb 2010 17:08:00 +0100</pubDate>
    <dc:creator>Christoph Baumgarten</dc:creator>
    <category>Politik</category><category>Verteilungsgerechtigkeit</category><category>Fiona Pacifico Griffini Grasser</category><category>Maria Stern</category><category>fionamusszahlen.at</category>
     
    <guid isPermaLink="false">http://www.politwatch.at/stories/fiona-muss-gewinnen/</guid>
  </item>  <item>
    <title><![CDATA[Lehrlingssklaven]]></title>
    <link>http://www.politwatch.at/stories/lehrlingssklaven/</link>
    <description><![CDATA[<a href="http://www.politwatch.at/static/politwatch/images/Walter-Fischer.jpg"><img title="Bild: www.rfw.at" height="100" alt="Bild: www.rfw.at" width="100" align="left" onclick="javascript:openPopup('http://www.politwatch.at/static/politwatch/images/Walter-Fischer.jpg',180,180);return false;" class="left" src="http://www.politwatch.at/static/politwatch/images/Walter-Fischer_small.jpg" /></a><b>Die FP&Ouml; geriert sich gerne als Partei, die die Sorgen, &Auml;ngste und N&ouml;te der Jugendlichen versteht. Was sie wirklich von der Jugend h&auml;lt, zeigt eine Aussendung des Obmanns des nieder&ouml;sterreichischen Rings Freiheitlicher Wirtschaftstreibender. Der fordert, dass Lehrlinge monatelang ausgebeutet werden d&uuml;rfen.</b><br />
<br />
Diese Jugend von heute. <cite>Ich habe &uuml;berhaupt keine Hoffnung mehr in die Zukunft unseres Landes, wenn einmal unsere Jugend die M&auml;nner von morgen stellt. Unsere Jugend ist unertr&auml;glich, unverantwortlich und entsetzlich anzusehen.</cite> Dieses Zitat k&ouml;nnte auch von Walter Fischer stammen, dem Obmann des Rings Freiheitlicher Wirtschaftstreibender. Allein, es ist noch viel dramatischer, schreibt er in einer <a href="http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20100204_OTS0096/ueberbetriebliche-lehrwerkstaetten-beschoenigen-arbeitslosenzahlen-und-kosten-steuergeld">Presseaussendung</a>. <cite>So sieht Fischer als eines der gr&ouml;&szlig;ten Probleme die schlechten Erfahrungen der Unternehmer mit Lehrlingen, die kaum lesen, schreiben oder rechnen k&ouml;nnen, und dann auf Grund der gesetzlichen Bestimmungen jahrelang mitgeschleppt werden m&uuml;ssen.</cite> Mit dieser weltbewegenden Einsicht reiht er sich ein in die Gruppe der gro&szlig;en Denker, beweist, dass er dem vorhin zitierten Aristoteles mindestens ebenb&uuml;rtig ist. Auch mit Sokrates kann er es aufnehmen. <cite>Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorit&auml;t, hat keinen Respekt vor den &auml;lteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte. Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn &Auml;ltere das Zimmer betreten. Sie widersprechen ihren Eltern, schwadronieren in der Gesellschaft, verschlingen bei Tisch die S&uuml;&szlig;speisen, legen die Beine &uuml;bereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.</cite><br />
<br />
Walter Fischer wei&szlig; sich mit seiner Einsch&auml;tzung nicht alleine. Er &uuml;bertrifft sogar die gro&szlig;en Denker der Antike. Nicht nur, dass er messerscharf erkennt, was sie vor tausenden von Jahren schrieben. Er wei&szlig; auch, dass das alles durch staatliche Einmischung noch schlimmer wird. <cite>Hier arbeiten WKN&Ouml; und AMS mit dem WIFI zusammen und f&ouml;rdern mit dieser Ausnahmeregelung jugendliche Tachinierer. Und wir Unternehmer m&uuml;ssen uns dann mit halbfertig Ausgebildeten herumschlagen.</cite><br />
<br />
Was wunder? Fischer geh&ouml;rt der FP&Ouml; an. Die versteht die Jugendlichen bekannterma&szlig;en besonders gut. Sagt sie. Fischers Aussagen bringen das Jugend-Bild der Partei auf den Punkt. Und mit seinen Gegenvorschl&auml;gen d&uuml;rfte er ebenfalls nicht weit von der Parteilinie entfernt liegen.<br />
<cite>&#8226; Nach Beendigung der Schule muss er je drei Monate in den von ihm gew&auml;hlten Berufen eine Art &#8222;verl&auml;ngerte Schnupperlehre&#8220; absolvieren - v&ouml;llig unb&uuml;rokratisch. <br />
<br />
&#8226; Die Kosten sind von der Wirtschaftskammer zu tragen. Versichert sind die Jugendlichen mit den Eltern. Dies soll auch eine Solidarit&auml;tsansage der Unternehmer an jene Betriebe sein, die Lehrlinge ausbilden! <br />
<br />
&#8226; Bleibt der Jugendliche nach den drei Monaten im Betrieb, so ist das auf die Lehrzeit anzurechnen  <br />
<br />
&#8226; Ist der Jugendliche nach 3 x 3 Monaten erweiterter Schnupperlehre noch immer ohne Lehrstelle, dann liegt es an ihm bzw. seinen Eltern, eine Stelle als Hilfskraft oder -arbeiter zu finden.</cite><br />
<br />
Im Extremfall neun Monate lang Gratisarbeit f&uuml;r Unternehmer zu leisten: Wenn da ein Jugendlicher nicht begreift, dass der Unternehmer nur das Beste der jungen Generation im Sinn hat, wei&szlig; man's nicht. Dass das dem Unternehmer Willk&uuml;rherrschaft sichert und das nebenbei noch gratis, ist mit Sicherheit ein unbeabsichtiger Nebeneffekt der Pl&auml;ne des freiheitlichen Unternehmers. Jugendliche lassen sich bekannterma&szlig;en am besten durch Zucht und Rute abrichten und werden so zu folgsamen Arbeitnehmern, die den Unternehmern ewig dankbar sind f&uuml;r die niedrigen L&ouml;hne, die sie f&uuml;r ihre harte Arbeit bekommen. Die Welt, wie sie sein sollte.<br />
<br />
Dass Fischer nicht auch noch das Recht auf Pr&uuml;gelstrafe f&uuml;r den Lehrherren fordert, liegt sicher an dem Verweichlichungsprozess, den die Menschen in dieser Republik seit Jahrzehnten durchmachen. Der ist auch an Fischer nicht spurlos vor&uuml;ber gegangen. Und vielleicht steckt auch die Angst vor der bekannterma&szlig;en kommunistisch angehauchten Kronenzeitung dahinter.<br />
<br />
Die schrieb am Samstag in der Nieder&ouml;sterreich-Ausgabe:<br />
<cite>Freiheitlicher will Firmenbosse st&auml;rken  - Kritik an der Jugend<br />
<br />
FP will drei Monate Gratis-Lehre<br />
Breite Front gegen diese Idee! <br />
<br />
Dass Lehrlinge manchmal als g&uuml;nstige Vollzeitkr&auml;fte missbraucht werden, ist bekannt. Die FP setzt jetzt noch eins drauf und will Jugendliche  mehrere Monate quasi gratis in Betrieben arbeiten lassen - weil viele Tachinierer seien. &#8222;Diese  Unterstellungen sind eine Frechheit&#8220;, ist die SP emp&ouml;rt. Auch VP und Gr&uuml;ne &uuml;ben Kritik. </cite><br />
<br />
Verweichlichung allerortens. Diese Leute haben die Erkenntnisse von Generationen weiser Denker offenbar vergessen.<br />
<br />
<cite>Unsere Jugend ist heruntergekommen und zuchtlos. Die jungen Leute h&ouml;ren nicht mehr auf ihre Eltern. Das Ende der Welt ist nahe.</cite> Dieser Text wurde vor etwa 4.000 Jahren in Keilschrift auf eine Tontafel bei Ur eingeritzt. Diese ewige Wahrheit hat bei kritischer Analyse nur die FP&Ouml; erkannt.<br />
<br />
Die Weicheier von den anderen Parteien, vor allem von SP&Ouml; und Gr&uuml;nen, haben offenbar nur Heinrich B&ouml;ll im Kopf: <cite>Das einzige, wovor Jugendliche gesch&uuml;tzt werden m&uuml;ssen, sind die Erwachsenen.</cite>]]></description>
    <pubDate>Sat, 06 Feb 2010 11:56:00 +0100</pubDate>
    <dc:creator>Christoph Baumgarten</dc:creator>
    <category>FPÖ</category><category>Jugendliche</category><category>Lehre</category><category>Politik</category><category>Niederösterreich</category><category>RFW</category><category>Satire</category>
     
    <guid isPermaLink="false">http://www.politwatch.at/stories/lehrlingssklaven/</guid>
  </item>  <item>
    <title><![CDATA[Warum die SPÖ die Wahl verlor]]></title>
    <link>http://www.politwatch.at/stories/warum-die-spoe-die-wahl-verlor/</link>
    <description><![CDATA[Die Wahl zum <a href="http://publikumsrat.orf.at/archiv/archiv25.html">Publikumsrat des ORF </a>war eine &uuml;berraschende Niederlage der SP&Ouml; und d&uuml;rfte in der Sozialdemokratie als sehr schmerzhaft empfunden werden. Nicht nur, dass die SP&Ouml; einen Achtungserfolg langsam dringend n&ouml;tig h&auml;tte - die Publikumswahl galt bislang als Beweis der eigenen Mobilisierungskraft. Die hat diesmal nur f&uuml;r einen von sechs Kandidaten gereicht. Die anderen hat die &Ouml;VP ins Gremium gebracht.<br />
<br />
Dass die Roten die vermeintlich sichere Wahl haushoch verloren, liegt nicht zuletzt daran, dass diesmal deutlich mehr Menschen an der Wahl teilgenommen haben als die beiden Male zuvor. Das d&uuml;rfte zum Teil darauf zur&uuml;ckzuf&uuml;hren sein, dass die &Ouml;VP aus ihren Fehlern gelernt und es geschafft hat, ihre eigenen Leute an die Faxe der eigenen Parteib&uuml;ros zu bekommen. Und m&ouml;glicherweise hat sich auch ein Frust der SP&Ouml;-Anh&auml;ngerschaft gezeigt. Nach etlichen Wahlniederlagen und der in den eigenen Reihen nicht gerade &uuml;berm&auml;&szlig;ig popul&auml;ren Politik von Bundeskanzler Werner Faymann ist die Bereitschaft, bei einer als unwichtig empfundenen Wahl w&auml;hlen zu gehen vermutlich nicht &uuml;berm&auml;&szlig;ig gro&szlig;.<br />
<br />
Und bei der Auswahl der Kandidaten hat die SP&Ouml; zu sehr auf Signale an eingefleischte Sympathisanten gesetzt. Diesmal hatte die &Ouml;VP die vordergr&uuml;ndig unpolitischeren Charaktere - das hat enorm bei den W&auml;hlerinnen und W&auml;hlern geholfen, die sich als unpolitisch begreifen. Beppo Mauhart kommt eben nicht an die Popularit&auml;t on Fritz Muliar heran. F&uuml;r den war es zugegebenerma&szlig;en schwierig, einen Ersatz zu finden. Mit Gerhard T&ouml;tschinger hat das die &Ouml;VP geschafft. Der ist vielen alten Menschen ein Begriff. Mauhart, der in der &ouml;ffentlichen Wahrnehmung in der Versenkung verschwunden ist, ist es nicht.<br />
<br />
Peter Pacult gegen Ivica Vastic - sowas nennt man Risiko. Vastic spricht Sturm-Fans ebenso an wie Austrianer oder LASK-Anh&auml;nger. Ob ein Violetter Pacult h&auml;tte w&auml;hlen k&ouml;nnen - eine schwierige Frage. Im Scherz hat einmal ein SP&Ouml;-Funktion&auml;r gemeint, die einzige Frage, die die Partei wirklich trenne sei die: Rapid oder Austria. Diese Bruchlinie ist deutlicher auszumachen als die vielen anderen, die zum Teil ideologischer Natur sind. Dazu kommt, dass auch die Austria von der Anh&auml;ngerschaft gesehen genauso wie Rapid ein roter Klub ist. Womit sich die Frage stellt, ob wirklich alle wussten, dass Vastic auf einem &Ouml;VP-Ticket sitzt. Eine weitere VP-Kandidatin best&auml;tigt die Vermutung: Kathrin Zettel. Die ist popul&auml;re Sportlerin. Gegen sie jemanden aufzustellen, der echte Chancen hat, ist fast unm&ouml;glich.<br />
<br />
Die SP&Ouml; hat einen hohen Eigenanteil an dieser Niederlage gehabt. Dazu kommt, dass die "Volks"partei diesmal besser mobilisierte. Was den Wahlausgang sicher nicht beeinflusst hat, war der Aufstand des wehrhaften (Klein-)B&uuml;rgertums, von dem <a href="http://www.andreas-unterberger.at/2010/02/orf-die-burger-hatten-es-satt/">Andreas Unterberger</a> faselt. In der typischen Wehleidigkeit des stramm konservativen B&uuml;rgertums sieht Unterberger den ORF unter rot-gr&uuml;ner Dominanz. &Uuml;berspitzt formuliert k&ouml;nnte man sagen, Unterberger sieht den ORF als Propagandaorgan, das die bolschewistische Revolution vorbereitete. Kein Wunder. Nichts macht einem B&uuml;rgerlichen mehr Angst als die Tatsache, dass die eigenen (und immer uneigenn&uuml;tzigen) politischen Ziele nicht als unhinterfragbare Wahrheiten, als Dogmen des Seins schlechthin verkauft werden.<br />
<br />
F&uuml;r ideologische &Uuml;berzeugungsschreiber wie Unterberger ist jede Form unabh&auml;ngiger Berichterstattung ein Akt gef&auml;hrlicher und unbedingt zu bek&auml;mpfender Subversion. Als Beispiel nennt der den j&uuml;ngsten Club 2, in dem zu zehn Jahren Schwarz-Blau diskutiert wurde. Die Diskussion war schlecht, Werner Schneyder als Moderator war schlecht, die Auswahl der G&auml;ste war schlecht. Fakt ist, dass Herbert Scheibner und Karl-Heinz Grasser ihre mitunter mittelschwer von der Realit&auml;t abweichende Selbstbeweihr&auml;ucherung nicht v&ouml;llig unwidersprochen abspulen konnten. Das ist f&uuml;r Unterberger offenbar bereits linke Propaganda.<br />
<br />
Womit sich Unterberger nicht von einem gro&szlig;en Teil dessen unterscheidet, was sich f&uuml;r die Elite der Gesellschaft h&auml;lt beziehungsweise in glatter Verkennung jeglicher Realit&auml;t den Ausdruck Leistungstr&auml;ger in den Mund nimmt. Dort gilt: Absolute Dominanz und sonst nichts. <cite>Mit der Publikumsratwahl ist aber die rot-gr&uuml;n-orange-blaue Mehrheit im ORF noch nicht gest&uuml;rzt</cite>, schreibt Unterberger. Noch Fragen?]]></description>
    <pubDate>Sat, 06 Feb 2010 10:19:00 +0100</pubDate>
    <dc:creator>Christoph Baumgarten</dc:creator>
    <category>Politik</category><category>ORF</category><category>Publikumsrat</category><category>Wahl</category><category>ÖVP</category><category>SPÖ</category>
     
    <guid isPermaLink="false">http://www.politwatch.at/stories/warum-die-spoe-die-wahl-verlor/</guid>
  </item>  <item>
    <title><![CDATA[Die "Volks"partei und die Demokratie]]></title>
    <link>http://www.politwatch.at/stories/die-volkspartei-und-die-demokratie/</link>
    <description><![CDATA[Wie h&auml;lt's die &Ouml;VP mit der Demokratie? Der Landesgesch&auml;ftsf&uuml;hrer der &Ouml;VP Wien (die gibt's wirklich), Norbert Walter, demonstriert das - vor laufender Kamera.<br />
<object width="480" height="385"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/02ks1NuEw-I&amp;hl=en_US&amp;fs=1&amp;"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/02ks1NuEw-I&amp;hl=en_US&amp;fs=1&amp;" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="480" height="385"></embed></object><br />
Man kann zur <a href="http://www.wienwillswissen.at/">Wiener Volksbefragung</a> unterschiedlicher Meinung sein. Es steht Herrn Walter frei, nicht an demokratischen Willensbekundungen teilzunehmen, wenn er sie ganz offensichtlich ablehnt. Einen Stimmzettel zu zerrei&szlig;en, geht nicht. Das ist Missachtung der Demokratie. Andererseits: Was erwartet man von einer Partei, die nach wie vor ein Portrait des Faschisten Engelbert Dollfu&szlig; in ihren Klubr&auml;umen im Parlament h&auml;ngen hat?<br />
<br />
Vielleicht &uuml;berlegt er sich's anders. Die Gemeinde stellt ihm auf Antrag sicher ein Duplikat aus.]]></description>
    <pubDate>Fri, 05 Feb 2010 19:03:00 +0100</pubDate>
    <dc:creator>Christoph Baumgarten</dc:creator>
    <category>Wien</category><category>Politik</category><category>ÖVP</category><category>"Volks"partei</category><category>Norbert Walter</category><category>Volksbefragung</category>
     
    <guid isPermaLink="false">http://www.politwatch.at/stories/die-volkspartei-und-die-demokratie/</guid>
  </item>

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