Wenn Bumsti einen Abend verdirbt
Ein lauer Frühlingsabend im Cafe Melon, ein paar alte Freunde, mit denen man redet, ein, zwei, kleine Jelen. Ein netter Abend nach einem längeren Arbeitstag. Entspannend. Was will man mehr? Ein warmes Gefühl hat mich gestern abend nachhause begleitet. Bis ich den Postkasten öffnete.
Auf billigem Papier flog mir das Pamphlet "Wir Wiener" entgegen, das sich hochtrabend "Bürgermagazin" nennt. Darauf Bumsti Strache, wie auf den Plakaten in ganz Wien. In feixender Pose, die er wie alle seine Posten vermutlich vor dem Spiegel eingeübt hat, die blauen Augen mit hoher Wahrscheinlichkeit nachgefärbt. (Was die FPÖ immer bestreitet).
Wenn das Pamphlet nicht für jeden durchschnittlich intelligenten Menschen so lächerlich wäre, könnte man es als übles Machwerk bezeichnen. Bumsti Strache und seine Spießgesellen halten die Bürgerinnen und Bürger offenbar für so dumm wie sich selbst. Frei erfundenes wird mit abgestandenem vermischt, gepaar mit billiger Polemik, Lügen und paar bestenfalls halben Wahrheiten. Dazu Fotomontagen, für die sich gute Propagandisten in Grund und Boden schämen würden.
Die Gegenüberstellung der finanziellen Unterstützung von Arbeitslosen und von Asylwerbern etwa ist längst als schlichtweg falsch enttarnt. Dass Wienerinnen und Wiener Opfer des "SPÖ-Wuchers" im Gemeindebau würden, ist zumindest eine kühne Behauptung. In keiner vergleichbaren Stadt der welt gibt es derartig leistbare öffentliche Wohnungen wie in Wien. Aber, was kümmern Bumsti unwichtige Details wie die Wirklichkeit? Im schlimmsten Fall hat er wieder mal von nichts gewusst. Wie damals, als er mit der Wiking-Jugend Lebensmittel über den Eisernen Vorhang warf, wie damals als er zu Wehrsportübungen mit Gottfried Küssel fuhr und dann, wie er uns treuherzig versichert, sofort und entsetzt abreiste. Die politische Einstellung von Norbert Burger, dem Vater seiner damaligen Verlobten, einem verurteilten Terroristen und Chef der behördlichen verbotetenen NPD, ist ihm vermtlich auch nie aufgefallen.
Hauptsache, Wahlkampf machen, wo es noch nicht einmal einen Wahltermin gibt. Man fragt sich nur, woher Bumsti das viele Geld nimmt. Eine Plakatserie in ganz Wien (seit Wochen), eine Postwurfsendung an jeden Haushalt. Das geht in die Hunderttausende. Für eine Partei, die nicht gerade mitgliederstark ist und Unsummen für Runden in Discos ausgibt, kein Pappenstiel. Die "soziale Heimatpartei" wendet offenkundig mehr Geld auf, ihre dummdreisten Behauptungen unters Volk zu bringen als selbiges zu unterstützen.
Woher hat die FPÖ das Geld?
Woher hat die FPÖ das Geld? Bekommt sie immer noch Unterstützungen von Großindustriellen? Die Mitgliedsbeiträge und die Parteienförderung allein würden ein PR-Trommelfeuer dieser Art auf Dauer eher nicht ermöglichen. Auch die Parteispenden der Abgeordneten (überwiegend Angehörige dessen, was sich bessere Gesellschaft nennt) allein können es nicht sein. Angesichts der Gesetzeslage in Österreich, die alles andere als transparente Parteikassen erlaubt, bleibt das geheim. Wobei hier ausdrücklich nicht impliziert werden soll, die FPÖ tue irgendetwas illegales. Die Gesetze geben ihr nur einen weiten Spielraum, das Handerl aufzuhalten.
Interessant auch eine Petition, die die FPÖ gegen den EU-Beitritt der Türkei startet. Der steht die nächsten zehn Jahre nicht zur Debatte. So lange wird nicht einmal die FPÖ die Aufregung aufrecht erhalten können. Aber für diesen EU-Wahlkmapf taugt's. Andreas Mölzer kann als Türkenschreck auftreten und sich vermutlich nachher brüsten, den EU-Beitritt der Türkei verhindert zu haben. Bis zum Ende der Legislaturperiode 2014 wird ohnehin nicht darüber abgestimmt.
Auf billigem Papier flog mir das Pamphlet "Wir Wiener" entgegen, das sich hochtrabend "Bürgermagazin" nennt. Darauf Bumsti Strache, wie auf den Plakaten in ganz Wien. In feixender Pose, die er wie alle seine Posten vermutlich vor dem Spiegel eingeübt hat, die blauen Augen mit hoher Wahrscheinlichkeit nachgefärbt. (Was die FPÖ immer bestreitet).Wenn das Pamphlet nicht für jeden durchschnittlich intelligenten Menschen so lächerlich wäre, könnte man es als übles Machwerk bezeichnen. Bumsti Strache und seine Spießgesellen halten die Bürgerinnen und Bürger offenbar für so dumm wie sich selbst. Frei erfundenes wird mit abgestandenem vermischt, gepaar mit billiger Polemik, Lügen und paar bestenfalls halben Wahrheiten. Dazu Fotomontagen, für die sich gute Propagandisten in Grund und Boden schämen würden.
Die Gegenüberstellung der finanziellen Unterstützung von Arbeitslosen und von Asylwerbern etwa ist längst als schlichtweg falsch enttarnt. Dass Wienerinnen und Wiener Opfer des "SPÖ-Wuchers" im Gemeindebau würden, ist zumindest eine kühne Behauptung. In keiner vergleichbaren Stadt der welt gibt es derartig leistbare öffentliche Wohnungen wie in Wien. Aber, was kümmern Bumsti unwichtige Details wie die Wirklichkeit? Im schlimmsten Fall hat er wieder mal von nichts gewusst. Wie damals, als er mit der Wiking-Jugend Lebensmittel über den Eisernen Vorhang warf, wie damals als er zu Wehrsportübungen mit Gottfried Küssel fuhr und dann, wie er uns treuherzig versichert, sofort und entsetzt abreiste. Die politische Einstellung von Norbert Burger, dem Vater seiner damaligen Verlobten, einem verurteilten Terroristen und Chef der behördlichen verbotetenen NPD, ist ihm vermtlich auch nie aufgefallen.
Hauptsache, Wahlkampf machen, wo es noch nicht einmal einen Wahltermin gibt. Man fragt sich nur, woher Bumsti das viele Geld nimmt. Eine Plakatserie in ganz Wien (seit Wochen), eine Postwurfsendung an jeden Haushalt. Das geht in die Hunderttausende. Für eine Partei, die nicht gerade mitgliederstark ist und Unsummen für Runden in Discos ausgibt, kein Pappenstiel. Die "soziale Heimatpartei" wendet offenkundig mehr Geld auf, ihre dummdreisten Behauptungen unters Volk zu bringen als selbiges zu unterstützen.
Woher hat die FPÖ das Geld?
Woher hat die FPÖ das Geld? Bekommt sie immer noch Unterstützungen von Großindustriellen? Die Mitgliedsbeiträge und die Parteienförderung allein würden ein PR-Trommelfeuer dieser Art auf Dauer eher nicht ermöglichen. Auch die Parteispenden der Abgeordneten (überwiegend Angehörige dessen, was sich bessere Gesellschaft nennt) allein können es nicht sein. Angesichts der Gesetzeslage in Österreich, die alles andere als transparente Parteikassen erlaubt, bleibt das geheim. Wobei hier ausdrücklich nicht impliziert werden soll, die FPÖ tue irgendetwas illegales. Die Gesetze geben ihr nur einen weiten Spielraum, das Handerl aufzuhalten.
Interessant auch eine Petition, die die FPÖ gegen den EU-Beitritt der Türkei startet. Der steht die nächsten zehn Jahre nicht zur Debatte. So lange wird nicht einmal die FPÖ die Aufregung aufrecht erhalten können. Aber für diesen EU-Wahlkmapf taugt's. Andreas Mölzer kann als Türkenschreck auftreten und sich vermutlich nachher brüsten, den EU-Beitritt der Türkei verhindert zu haben. Bis zum Ende der Legislaturperiode 2014 wird ohnehin nicht darüber abgestimmt.
Christoph Baumgarten - 17. Apr, 16:05



MfG
Stauni