Vorstand ist Ulrichsberg zu "extrem"

UlrichsbergDer halben Vorstand der Ulrichsberggemeinschaft sieht den Kampf gegen Extremismus bei dem umstrittetenen Treffen als gescheitert. Präsident Rudolf Gallob und Obmann Peter Steinkellner traten am Dienstag zurück. Zuvor hatte Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) angekündigt, dass das Bundesheer nicht mehr an der Feier teilnehmen würde, die als Tummelplatz für alte und junge Nazis gilt.

DarabosEs ist ein einmaliges Signal, das Darabos heute gesetzt hat. Kein Bundesheer für den Kärntner Ulrichsberg. Der Minister bricht mit dieser Entscheidung eine lange Tradition, die ebenso lange unter Kritik gestanden war. Er werde das österreichische Heer, das für Demokratie und Freiheit steht, nicht für ein Treffen hergeben, das im Geruch der Nähe zu ewiggestrigen Ideologien stehe.

Zu diesem Entschluss hatte etwas geführt, das in der Geschichte des Ulrichsbergtreffens als vergleichsweise Lappalie angesehen werden kann. Der geschäftsführende Obmann des Vereins, Wolf Dieter Ressenig, soll Nazi-Orden im Internet angeboten habe. Er rechtfertigt sich damit, das für seinen Sohn gemacht zu haben. Für Darabos war das zu viel. Der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen braucht, sozusagen. Man darf vermuten, dass ihm das nicht ungelegen kommt. So deutlich wie er hat sich bisher kein Verteidigungsminister von dem Treffen distanziert.

Als Reaktion traten Vereins-Präsident Rudolf Gallob und Obmann Peter Steinkellner. Sie sehen die Abgrenzung gegen Extremismus am Treffen als gescheitert an. Gallob distanziert sich gleichzeitig von Darabos. Vergessend, dass es nicht Darabos ist, der verantwortlich ist, dass das Treffen seit Jahrzehnten im Geruch steht, Ewiggestrigen eine Auftrittsplattform zu bieten. Kurioserweise bleibt Ressenig im Amt. Jener Mann, der den Ausschlag gegeben hat, dass sich das Bundesheer nicht mehr als Staffage für den dubiosen Auftrieb am Ulrichsberg hergeben muss.

Immerhin: Der Schritt von Darabos ist eine klare Ansage für Demokratie, Freiheit und Menschenrechte. Selbst wenn das manche vor den Kopf stößt, die sich aus einem Traditionsgefühl nur ungenügend gegen die abgrenzen können, die diese Errungenschaften abschaffen wollen und einem verlorenen Krieg nachtrauern.

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Mein Name ist Christoph Baumgarten und bin seit mehr als einem Jahrzehnt im Journalismus. Dieser Blog soll meine Sicht auf die politischen Entwicklungen in Österreich wiedergeben. Wobei im Moment der Ausdruck Zustand angebrachter wäre, wenn man an die heimische Politik denkt. Politwatch zeigt gerne vergessene Zusammenhänge auf und soll den Menschen eine Stimme geben, die auch angesichts der zunehmenden geistigen Verwahrlosung in diesem Land ihre fünf Sinne zusammen haben und nicht vergessen haben, was bei Politik im Mittelpunkt stehen sollte: Der Mensch mit seinen Bedürfnissen. Ein Hinweis für InhaberInnen eines Accounts auf twoday.net: Es gibt einen e-mail-Abodienst für neue Beiträge und Kommentare.

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