Vermummte Rechte attackieren Veranstaltung

In Wien haben Rechte abermals eine demokratische Veranstaltung attackiert. Bei einem Info-Spaziergang bewarfen Vermummte Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Eiern.

Die Eier flogen, die Menge stob auseinander, Dutzende Zettelchen flogen in die Luft und die fünf Angreifer liefen davon. Der Angriff auf einen Info-Spaziergang der SJ vor dem Cafe Hummel auf der Josefstädter Straße dauerte wenige Sekunden. Die Polizei hatte keine Chance, einzugreifen.

Einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer sagen, sie hätten Sebastian Ploner als einen der Angreifer identifiziert. Er dürfte keine Maske getragen haben. Ploner ist einer der (ehemaligen) parlamentarischen Mitarbeiter des Dritten Nationalratspräsidenten Martin Graf, die mit dubiosen Bestellungen auf Nazi-Versand-Seiten für Diskussionen gesorgt hatten. Er ist wie Graf Mitglied der als rechtsextrem eingestuften Burschenschaft Olympia. Ploner ist nach Angaben der SJ angezeigt worden.
http://www.ots.at/presseaussendung.php?schluessel=OTS_20090613_OTS0045
http://wegmitrechtennachbarn.blogsport.de/

Ich kann diese Angaben weder bestätigen noch dementieren. Ich habe nur die Rücken der Angreifer gesehen und weiß offen gestanden nicht, wie Sebastian Ploner aussieht. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die ihn identifizierten, wirkten allerdings sehr überzeugt von ihrer Wahrnehmung.

Legaler und illegaler rechter Rand machen gemeinsam mobil
Auffällig bei diesem Überfall ist, dass die FPÖ Wien und das bekannte Nazi-Forum "Alpen-Donau-Info" im Vorfeld gegen die SJ-Veranstaltung mit dem Namen "Burschenschaften-Safari" gehetzt hatten.
http://www.ots.at/presseaussendung.php?schluessel=OTS_20090610_OTS0200&ch=politik
http://www.alpen-donau.info/WP/2009/06/die-sozialistische-jugend-probt-den-aufstand/

Über den Stürmer-Stil von "Alpen-Donau-Info" will ich mich nicht äußern. Interessant jedenfalls, dass sich in dem Online-Pamphlet ein Link zur Presseaussendung der FPÖ findet, deren Autoren sehr ähnliche Formulierungen verwenden wie ihre Sympathisanten der "Alpen-Donau-Info". Der legale und der illegale rechte Rand machen offenbar gemeinsam mobil, wenn es gilt, die Burschenschaften zu schützen. Welch ein Zufall, dass die Übergriffe ausgerechnet nach diesem gemeinsamen Vorgehen passierten.

Zu Gewalttätigkeiten kam es bezeichnenderweise ausschließlich von rechts. Nach der Attacke vor dem "Hummel" versuchte ein Burschenschafter vor dem Rot(h)en Hof, wo die Burschenschaft Teutonia Häuser besitzt, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Burschenschaften-Safari zu provozieren. Unter anderem rempelte er einen SJ'ler an. Dieser reagierte nicht auf die Provokation.

Burschenschafter der "Bruna Sudetia" versuchten aus ihrer Bude heraus zu provozieren. Eine Polizistin unterband unter dem Applaus der Safari-Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Beschimpfungen der Burschenschafter. Zu "linker Hetze", die die FPÖ im Vorfeld unterstellte, kam es nicht. Außer es ist aus Sicht der FPÖ hetzerisch, Fakten anzusprechen. Etwa, dass verurteilte Neonazis Mitglieder mancher Burschenschaften sind. Die Wahrheit ist den Schlagenden offenbar nicht zumutbar.

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Mein Name ist Christoph Baumgarten und bin seit mehr als einem Jahrzehnt im Journalismus. Dieser Blog soll meine Sicht auf die politischen Entwicklungen in Österreich wiedergeben. Wobei im Moment der Ausdruck Zustand angebrachter wäre, wenn man an die heimische Politik denkt. Politwatch zeigt gerne vergessene Zusammenhänge auf und soll den Menschen eine Stimme geben, die auch angesichts der zunehmenden geistigen Verwahrlosung in diesem Land ihre fünf Sinne zusammen haben und nicht vergessen haben, was bei Politik im Mittelpunkt stehen sollte: Der Mensch mit seinen Bedürfnissen. Ein Hinweis für InhaberInnen eines Accounts auf twoday.net: Es gibt einen e-mail-Abodienst für neue Beiträge und Kommentare.

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