Ungarisches-Schnittwurst-Vorgehen
Der rechte Rand außerhalb der FPÖ drängt wieder mal an die Öffentlichkeit. Schritt für Schritt versuchen seine Proponenten wie die Burschenschaften mit ständigem öffentlichen Auftritten die Menschen an ihre Existenz zu gewöhnen und solcherart Akzeptanz für ihre Anliegen zu schaffen. Mit tatkräftiger Unterstützung der Freiheitlichen.
Wenn ein Bumsti Strache vor 1.500 Vertretern frauenfeindlicher, rassistischer und autoritärer bis faschistischer Vorstellungen auftritt, passt das nicht nur gut zusammen. Es soll auch Akzeptanz für die Burschenschafter schaffen. Sie profitieren ungemein mehr von der Festrede des FPÖ-Führers als dieser das direkt tut. So zahlreich sind sie glücklicherweise nicht als dass ihm das einen nennenswerten Stimmenzuwachs bringen könnte. Nebenbei wählen die ihn ohnehin. Indirekt profitiert er natürlich schon. Er kann sich dort als Führer des rechten Randes positionieren.
Wobei der Mut bei solchen Veranstaltungen nicht sehr weit reicht. Medienvertreter sind nicht zugelassen. Man will nicht, dass irgendwer weiß, was bei einem solchen Treffen gesagt wird. Wenn Wortmeldungen dieses Treffens bekannt werden, wäre das dem Wunsch der Burschenschaften eher abträglich, öffentliche Sympathien zu bekommen. Und mit Sicherheit auch der FPÖ. (Was hat Bumsti Strache dort eigentlich gesagt? Hat er wieder drei Bier bestellt?)
Vielsagend ist auch, dass Strache dort überhaupt sprechen darf. Bei ihm hat es zum Burschenschafter nicht gereicht. Er ist nur Pennäler. Als solcher gilt er den Ewiggestrigen als nicht Manns genug, mit ihm ein Duell mit echtem Schläger (dem Fechtinstrument der Schlagenden) zu fechten. Der Schluss erscheint angebracht, dass sich die Burschenschafter in einem erheblichen Ausmaß mit der Politik der Strache-FPÖ identifzieren können. Allen Beteuerungen der FPÖ zum Trotz, dass man nicht so meine, was man ständig sagt.
Neue "Heimseite"
Burschenschafter-Kommerse in Wien sind nicht an sich ungewöhnlich. Die Selbstverständlichkeit, mit dem das heurige Treffen abgehalten wurde, ist es. Man drängt an die Öffentlichkeit. Auch die Olympia, die schon einmal wegen Neonazi-Umtrieben verboten war, tut es. Sie hat eine neue "Heimseite" online gestellt. Dort werden offen antidemokratische und rassistische Inhalte angeboten. Positiv fällt allerdings auf, dass kein einziger gravierender Rechtschreib- oder Grammatikfehler zu finden ist. Bei den durchschnittlichen Deutschkenntnissen der selbsternannten Kulturbewahrer ist das schon eine erwähnenswerte Leistung.
Auch den nicht akademisch gebildeten Teil des rechten Rands drängt an die Öffentlichkeit. Selten hat man so viele Hitler-Grüße gesehen wie in den vergangenen Monaten. Vorwiegend bei FPÖ-Veranstaltungen. Dafür, dass die FPÖ damit nichts zu tun haben will, erstaunlich häufig.
Und man traut sich wieder, Drohungen zuzustellen. Passiert ist das Oliver Ritter, dem Betreiber von thinkoutsideyourbox. Er hatte einen Artikel der berüchtigten Nazi-Seite Alpen-Donau-Info (ADI) kritisiert. Die ADI hatte gegen Homosexuelle gehetzt und deren Kastration gefordert. Kurz darauf bekam er über das Kontaktformular seines Blogs eine Nachricht, die unter anderem forderte: In die Lager ihr Abartigen.
Salami-Taktik
Alles nicht an sich erstaunlich neue Dinge. Leider. In der Konzentration, in der sie passieren, sind sie es. Scheibchen für Scheibchen versuchen die rechten Recken öffentlichen Raum zurückzuerobern. So lange, bis sie offen ihre Ideen propagieren können. Salami-Taktik nennt man das. Keine Ahnung, wie das am rechten Rand heißt. Dort hat man's nicht so mit Fremdworten. Ungarisches-Schnittwurst-Vorgehen vielleicht. Oder doch Ungarisches-Hartwurst-Vorgehen?
Mit erscheint es kein Zufall, dass sich das in den Monaten vor der Wien-Wahl häuft. Die FPÖ versucht sie als Mutter als Schlachten zu inszenieren. Unterstützung von noch weiter rechts kann da nicht schaden. Womit - aus rrein juristischen Gründen - nicht gesagt sein soll, die FPÖ steuere das Vorgehen und Auftreten anderer Gruppen in irgendeiner Weise.
Wobei man sich fragen darf, wozu das alles gut sein soll. Am Freitag hat Bumsti Strache sein Ziel, Wiener Bürgermeister zu werden in einer Presseaussendung offiziell aufgegeben. Er spricht nur mehr davon, die 20-Prozent-Marke überspringen zu wollen. Offenbar sind die Umfragen nicht so, wie er es gerne hätte. Ob da Hitler-grüßende Neonazis und verunstaltete Burschenschafter im Wahlkampf sonderlich hilfreich sein werden?
Wenn ein Bumsti Strache vor 1.500 Vertretern frauenfeindlicher, rassistischer und autoritärer bis faschistischer Vorstellungen auftritt, passt das nicht nur gut zusammen. Es soll auch Akzeptanz für die Burschenschafter schaffen. Sie profitieren ungemein mehr von der Festrede des FPÖ-Führers als dieser das direkt tut. So zahlreich sind sie glücklicherweise nicht als dass ihm das einen nennenswerten Stimmenzuwachs bringen könnte. Nebenbei wählen die ihn ohnehin. Indirekt profitiert er natürlich schon. Er kann sich dort als Führer des rechten Randes positionieren.
Wobei der Mut bei solchen Veranstaltungen nicht sehr weit reicht. Medienvertreter sind nicht zugelassen. Man will nicht, dass irgendwer weiß, was bei einem solchen Treffen gesagt wird. Wenn Wortmeldungen dieses Treffens bekannt werden, wäre das dem Wunsch der Burschenschaften eher abträglich, öffentliche Sympathien zu bekommen. Und mit Sicherheit auch der FPÖ. (Was hat Bumsti Strache dort eigentlich gesagt? Hat er wieder drei Bier bestellt?)
Vielsagend ist auch, dass Strache dort überhaupt sprechen darf. Bei ihm hat es zum Burschenschafter nicht gereicht. Er ist nur Pennäler. Als solcher gilt er den Ewiggestrigen als nicht Manns genug, mit ihm ein Duell mit echtem Schläger (dem Fechtinstrument der Schlagenden) zu fechten. Der Schluss erscheint angebracht, dass sich die Burschenschafter in einem erheblichen Ausmaß mit der Politik der Strache-FPÖ identifzieren können. Allen Beteuerungen der FPÖ zum Trotz, dass man nicht so meine, was man ständig sagt.
Neue "Heimseite"
Burschenschafter-Kommerse in Wien sind nicht an sich ungewöhnlich. Die Selbstverständlichkeit, mit dem das heurige Treffen abgehalten wurde, ist es. Man drängt an die Öffentlichkeit. Auch die Olympia, die schon einmal wegen Neonazi-Umtrieben verboten war, tut es. Sie hat eine neue "Heimseite" online gestellt. Dort werden offen antidemokratische und rassistische Inhalte angeboten. Positiv fällt allerdings auf, dass kein einziger gravierender Rechtschreib- oder Grammatikfehler zu finden ist. Bei den durchschnittlichen Deutschkenntnissen der selbsternannten Kulturbewahrer ist das schon eine erwähnenswerte Leistung.
Auch den nicht akademisch gebildeten Teil des rechten Rands drängt an die Öffentlichkeit. Selten hat man so viele Hitler-Grüße gesehen wie in den vergangenen Monaten. Vorwiegend bei FPÖ-Veranstaltungen. Dafür, dass die FPÖ damit nichts zu tun haben will, erstaunlich häufig.
Und man traut sich wieder, Drohungen zuzustellen. Passiert ist das Oliver Ritter, dem Betreiber von thinkoutsideyourbox. Er hatte einen Artikel der berüchtigten Nazi-Seite Alpen-Donau-Info (ADI) kritisiert. Die ADI hatte gegen Homosexuelle gehetzt und deren Kastration gefordert. Kurz darauf bekam er über das Kontaktformular seines Blogs eine Nachricht, die unter anderem forderte: In die Lager ihr Abartigen.
Salami-Taktik
Alles nicht an sich erstaunlich neue Dinge. Leider. In der Konzentration, in der sie passieren, sind sie es. Scheibchen für Scheibchen versuchen die rechten Recken öffentlichen Raum zurückzuerobern. So lange, bis sie offen ihre Ideen propagieren können. Salami-Taktik nennt man das. Keine Ahnung, wie das am rechten Rand heißt. Dort hat man's nicht so mit Fremdworten. Ungarisches-Schnittwurst-Vorgehen vielleicht. Oder doch Ungarisches-Hartwurst-Vorgehen?
Mit erscheint es kein Zufall, dass sich das in den Monaten vor der Wien-Wahl häuft. Die FPÖ versucht sie als Mutter als Schlachten zu inszenieren. Unterstützung von noch weiter rechts kann da nicht schaden. Womit - aus rrein juristischen Gründen - nicht gesagt sein soll, die FPÖ steuere das Vorgehen und Auftreten anderer Gruppen in irgendeiner Weise.
Wobei man sich fragen darf, wozu das alles gut sein soll. Am Freitag hat Bumsti Strache sein Ziel, Wiener Bürgermeister zu werden in einer Presseaussendung offiziell aufgegeben. Er spricht nur mehr davon, die 20-Prozent-Marke überspringen zu wollen. Offenbar sind die Umfragen nicht so, wie er es gerne hätte. Ob da Hitler-grüßende Neonazis und verunstaltete Burschenschafter im Wahlkampf sonderlich hilfreich sein werden?
Christoph Baumgarten - 28. Nov, 21:20


