Ulrichsberg-Treffen abgesagt
Das heurige Ulrichsbergtreffen ist abgesagt worden. Das ist vor kurzem bekannt geworden. Der jahrzehntelange demokratische Widerstand scheint sich ausgezahlt zu haben.Es hätte ein Jubiläumstreffen sein sollen. Seit fünfzig Jahren gibt es die Feier. Seit fünfzig Jahren gilt sie als Tummelplatz rechtsradikaler bis offen (neo-)nationalsozialistischer Gruppierungen. Damit ist heuer Schluss. Der Kärntner Berg wird heuer nicht mehr Pilgerstätte für jene sein können, die bis heute der Meinung sind, die falsche Seite habe den Zweiten Weltkrieg verloren.
http://kaernten.orf.at/stories/385640/
Ausschlaggebend dürfte gewesen sein, dass Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) erstmals das Bundesheer zurückgezogen hatte. Solange hochrangige Organisatoren im Geruch stünden, NS-Devotionalien übers Internet zu verkaufen, würde das demokratische Heer nicht mehr das Feigenblatt abgeben, so der Standpunkt von Darabos.
Auch beim Trägerverein hatte es gebrodelt. Die NS-Orden-Affäre hatte zwei Vorstandsmitglieder dazu gebracht, zurückzutreten. Kurioserweise eher die, die sich bemüht gezeigt hatten, sich vom Extremismus abzugrenzen.
Offiziell hatte der Ulrichsberg als Gedenkfeier für die Opfer des Weltkriegs gegolten. Nationalistische Reden, der regelmäßige Auftritt rechter bis rechtsradikaler Politiker und nicht zuletzt die Anwesenheit von Neonazis und SS-Kameradschaftsverbänden hatten aber immer wieder Zweifel am Charakter der Veranstaltung laut werden lassen.
Ob es ein Ulrichsbergtreffen auch im Jahr 2010 geben wird, ist nicht bekannt. Nach der überraschenden und kurzfristigen Absage der heurigen Feier lassen das nicht übermäßig wahrscheinlich erscheinen.
http://www.u-berg.at
Christoph Baumgarten - 27. Aug, 12:08


