Christoph Baumgarten - 12. Aug, 07:34

Punkt 3 trifft hier schlicht und ergreifend nicht zu. Muslimische Organisationen verfügen weder über gesellschaftliche Machtpositionen noch über irgendeinen Massenrückhalt. Im Vergleich dazu sind Neonazis eine weitaus realere Gefahr - und ich halte eine Machtübernahme durch diese schon für eher unrealistisch, trotz massiven Rückhalts für ihre Positionen in einer bestimmten Parlamentspartei. Es gibt kein einziges historisches Beispiel, wie ein demokratisches System von derart zerstrittenen Gruppierungen wie im politischen Islam, die ohne Rückhalt und Machtmittel irgendeiner Art agieren, erfolgreich unterhöhlt worden wäre.
Im Vergleich dazu genießt die kath. Kirche nicht nur breite und offene politische Unterstützung - sie verfügt über ausgedehnte Machtmittel und eine auch heute nicht zu unterschätzende Mobilisierungskraft. Zumal, wenn sie jetzt übers Hintertürl, über einen Abwehrkampf gegen eine imaginierte islamische Gefahr, zurückkehrt. Dazu kommen Finanzmittel, dazu kommt reale ökonomische Macht, dazu kommt ein gewaltiger Einfluss im Erziehungswesen (anders beim Islam: Dort sind 50 Prozent der Kinder von Haus aus abgemeldet, in vielen anderen Fällen gibt es am Land mangels Kindern keinen konfessionellen Religionsunterricht)
D.h. nicht, dass ich die IGGIÖ sympathisch finde, ihre Anliegen unterstütze oder sonstwas. Nur - die ist keine ernsthafte Gefahr für die Demokratie, die anderen Organisationen sind es auch nicht. Die kath. Kirche kann hingegen zumindest ernsthaften Schaden anrichten. Und sie bemüht sich ja laufend darum.

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Mein Name ist Christoph Baumgarten und bin seit mehr als einem Jahrzehnt im Journalismus. Dieser Blog soll meine Sicht auf die politischen Entwicklungen in Österreich wiedergeben. Wobei im Moment der Ausdruck Zustand angebrachter wäre, wenn man an die heimische Politik denkt. Politwatch zeigt gerne vergessene Zusammenhänge auf und soll den Menschen eine Stimme geben, die auch angesichts der zunehmenden geistigen Verwahrlosung in diesem Land ihre fünf Sinne zusammen haben und nicht vergessen haben, was bei Politik im Mittelpunkt stehen sollte: Der Mensch mit seinen Bedürfnissen. Ein Hinweis für InhaberInnen eines Accounts auf twoday.net: Es gibt einen e-mail-Abodienst für neue Beiträge und Kommentare.

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