Marek weiß, was Frauen wollen
Christine Marek, Staatssekretärin und ÖVP-Chefin von Wien, erweist sich als wahre Verfechterin der Gleichstellung von Frauen. In ihren Augen ist es falsch, zu kritisieren, dass Frauen nach wie vor den Großteil der Hausarbeit erledigen müssen.
Ob man Christine Marek kennen muss oder nicht, ist eine nicht einfach zu beantwortende Frage. Sie ist Chefin der ÖVP Wien. Eine Funktion, deren Inhaber oder Inhaberin nicht einmal politisch weit überdurchschnittlich interessierten Menschen bekannt sein muss. Und sie ist Staatssekretärin im Wirtschafts- und Familienministerium. Was es auch nicht unbedingt notwendig macht, sie zu kennen.
Auffällig sind bestenfalls ihre Thesen zum Thema Gleichstellung von Frauen.

In einer Presseaussendung kritisiert sie ernsthaft, dass eine Studie von Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) ergab, dass Frauen nach wie vor den Großteil der Hausarbeit erledigen (müssen). Männer, ergibt die Studie, kochen lieber groß auf und überlassen der Frau das Putzen. Kein sonderlich emanzipatorisches Verhalten, findet Heinisch-Hosek.
Die Replik von Marek: "Zu glauben, dass wir die Männer ins Boot holen können, indem wir sie ständig anschütten, ist ein Irrglaube. In der Familie
brauchen wir Männer als aktive und integrative Bestandteile - darüber
sind sich die Väter auch klar. Wenn Heinisch-Hosek nun bewusst ein
falsches Bild zeichnet, motiviert das sicher nicht zu mehr
Beteiligung, sondern wirkt höchstens abschreckend."
Nur nicht drüber reden, dass was im Argen liegt. Dann könnten ja einige Leute nachdenken. Machen wir's lieber wie vor 40 Jahren und machen wir's nicht mal zum Thema, dass Frauen neben der Arbeit den Haushalt erledigen und die Kinder versorgen müssen. Dann wird bestimmt alles besser. Probleme löst man besten, wenn man sie ignoriert.
Und nur ja, um Himmelswillen, nicht den Männern zeigen, dass sie mehr im Haushalt helfen sollten, als sie das tun. Zitat Marek: "Sie (Heinisch-Hosek, Anm.) vergisst dabei ganz offensichtlich, dass Frauenpolitik nicht gleichbedeutend mit Anti-Männerpolitik ist und auch niemals sein darf. Es drängt sich schön langsam der Verdacht auf, dass Heinisch-Hosek hier einen persönlichen Kampf zu Lasten der Idee der Gleichberechtigung führt."
Echte Gleichstellungspolitik für Frauen besteht für Marek offenbar darin, dass man Männern dauernd auf die Schultern klopft und aufs möglichste vermeidet, zu erheben, wie es Frauen wirklich geht. Marek weiß eben, was Frauen wollen.
Fotonachweis: (c) globevisions auf flickr.com
Ob man Christine Marek kennen muss oder nicht, ist eine nicht einfach zu beantwortende Frage. Sie ist Chefin der ÖVP Wien. Eine Funktion, deren Inhaber oder Inhaberin nicht einmal politisch weit überdurchschnittlich interessierten Menschen bekannt sein muss. Und sie ist Staatssekretärin im Wirtschafts- und Familienministerium. Was es auch nicht unbedingt notwendig macht, sie zu kennen.
Auffällig sind bestenfalls ihre Thesen zum Thema Gleichstellung von Frauen.

In einer Presseaussendung kritisiert sie ernsthaft, dass eine Studie von Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) ergab, dass Frauen nach wie vor den Großteil der Hausarbeit erledigen (müssen). Männer, ergibt die Studie, kochen lieber groß auf und überlassen der Frau das Putzen. Kein sonderlich emanzipatorisches Verhalten, findet Heinisch-Hosek.
Die Replik von Marek: "Zu glauben, dass wir die Männer ins Boot holen können, indem wir sie ständig anschütten, ist ein Irrglaube. In der Familie
brauchen wir Männer als aktive und integrative Bestandteile - darüber
sind sich die Väter auch klar. Wenn Heinisch-Hosek nun bewusst ein
falsches Bild zeichnet, motiviert das sicher nicht zu mehr
Beteiligung, sondern wirkt höchstens abschreckend."
Nur nicht drüber reden, dass was im Argen liegt. Dann könnten ja einige Leute nachdenken. Machen wir's lieber wie vor 40 Jahren und machen wir's nicht mal zum Thema, dass Frauen neben der Arbeit den Haushalt erledigen und die Kinder versorgen müssen. Dann wird bestimmt alles besser. Probleme löst man besten, wenn man sie ignoriert.
Und nur ja, um Himmelswillen, nicht den Männern zeigen, dass sie mehr im Haushalt helfen sollten, als sie das tun. Zitat Marek: "Sie (Heinisch-Hosek, Anm.) vergisst dabei ganz offensichtlich, dass Frauenpolitik nicht gleichbedeutend mit Anti-Männerpolitik ist und auch niemals sein darf. Es drängt sich schön langsam der Verdacht auf, dass Heinisch-Hosek hier einen persönlichen Kampf zu Lasten der Idee der Gleichberechtigung führt."
Echte Gleichstellungspolitik für Frauen besteht für Marek offenbar darin, dass man Männern dauernd auf die Schultern klopft und aufs möglichste vermeidet, zu erheben, wie es Frauen wirklich geht. Marek weiß eben, was Frauen wollen.
Fotonachweis: (c) globevisions auf flickr.com
Christoph Baumgarten - 20. Aug, 16:26



Im Übrigen hat sie, was Heinisch-Hosek betrifft, leider nicht Unrecht. Die Frau begreift einfach nicht (Stichwort Gemeinsame Obsorge), dass sich die Zeiten schon geändert haben. Frauenpolitik im Sinne gewerkschaftlicher Folklore ist inzwischen einigemaßen deplaziert. Die Frau Rosenkranz hat erkannt, woe ihr Gegner liegt: Nicht in der traditioneller Frauenpolitik, sondern in der Überwindung des biologischen Geschlechts als politische Kategorie. Leider glaubt Heinisch-Hosek noch ganz selbstverständlich an jene Dinge, die eine Rosenkranz unbedingt bewahren will. Aber manchmal erkennt eben der Gegner schneller, wie die Welt sich entwickelt als die angeblich Progressiven, die am Pregressivismus von anno dazumal (Dohnal) hängen und keine Spur weitergekommen sind.
Um ins Konkrete zu gehen: Wenn sich in punkto Hausarbeit nichts ändert, so haben offensichtlich die bisher angewandten Instrumente völlig versagt. Also völliger Kurswechsel. Und im Übrigen: Die Hausarbeit, die wird ja eh privatisiert. Dafür gibt's ja die qualifizierten Ausländer, die unsere Wirtschaft wirklich braucht.
Im Übrigen steht eine Ministerin ohne jegliche Kompetenz eben doch ein wenig unter Druck nicht vergessen zu werden, und dann wir eben jedes Jahr, vermutlich von denselben Leuten dieselbe Studie noch einmal durchgeführt.
Ein wenig langweilig, nicht?