"Grad, dass sie sich nicht küssen"

lebensmenschenDas Liebesleben der Wendehälse erregt auch in deren altem Nest Aufmerksamkeit. Die Gefühle, die angesichts der Mesalliance bei den Verlassenen hochkommen, sind stark. Das zeigt ein Interview von Dorothea Haider und Ursula Haubner mit der "Kronen-Zeitung".

Wenn ein geschiedenes und zerkrachtes Ehepaar sich mit einer Kraft neu verliebt und öffentlich herumturtelt wie es sonst nur Teenagerpärchen können, bringt das die verlassenen Lebensabschnittspartner an den Rand von Verzweiflung und Verbitterung. Und manchmal darüber hinaus.

Haider-Mutter Dorothea stößt die Liebe von Uwe Scheuch und Bumsti Strache sauer auf. Das geht doch nicht, einfach so mir nichts dir nichts sagen, wir sind jetzt zusammen, obwohl man vor Kurzem kein gutes Haar aneinander gelassen hat. Der Strache und der Scheuch schauen ja aus wie frisch verliebt, grad dass sie sich nicht küssen. Das sagt sie der Kronenzeitung im Interview.

Lässt man die aus Sicht einer Mutter verständliche Heroisierung ihres Sohns weg, macht es durchaus Sinn, was die Frau sagt. Vor seinem Tod ist doch alles wunderbar gelaufen, er hat sich endlich als Politiker gezeigt und nicht als jemand, der die Stimmung mit Reden schüren kann. Obwohl er damit natürlich großen Erfolg hatte, mehr als der H.-C. Strache, der ja nur gegen die Asylanten schreien kann. Und: Überhaupt wenn er davon spricht, Bürgermeister von Wien zu werden, das sind doch Illusionen! Irgendwie bekommt man das Gefühl: Viel hält sie nicht vom selbst ernannten Nachfolger ihres Sohnes. Und da ist mehr dahinter als der Schmerz der Mutter.

Interessant auch, was sie von Gerhard Dörfler hält, dem Kärntner Landeshauptmann. Der ist vielleicht ganz lieb, aber der Verantwortung oft nicht gewachsen. Er kann wahrscheinlich gar nicht abschätzen, wo ihn die Brüder Scheuch da hineingetrieben haben. Kann da ein außen stehender Kritiker deutlicher sein?

Und endlich stellen Menschen, die es vermutlich wissen, klar: Die Annäherung von BZÖ und FPÖ war nicht der Wunsch Jörg Haiders. Die Scheuch-Brüder, das neue Feindbild der Orangen, hätten den Rest der Partei überrumpelt. Wer einen guten Zugang zu den Menschen hat, der würde so etwas nie machen, weil er weiß, dass solche Handlungen von der Bevölkerung nicht mitgetragen werden. Die Menschen lassen sich nicht einfach so zu einem Spielball der Machtgelüste von zwei Brüdern machen.

Rosenkriege sind manchmal einfach nur schön. Vor allem, wenn sie aus dem Liebesleben der Wendehälse sind. Für die Zusehenden zumindest.

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Mein Name ist Christoph Baumgarten und bin seit mehr als einem Jahrzehnt im Journalismus. Dieser Blog soll meine Sicht auf die politischen Entwicklungen in Österreich wiedergeben. Wobei im Moment der Ausdruck Zustand angebrachter wäre, wenn man an die heimische Politik denkt. Politwatch zeigt gerne vergessene Zusammenhänge auf und soll den Menschen eine Stimme geben, die auch angesichts der zunehmenden geistigen Verwahrlosung in diesem Land ihre fünf Sinne zusammen haben und nicht vergessen haben, was bei Politik im Mittelpunkt stehen sollte: Der Mensch mit seinen Bedürfnissen. Ein Hinweis für InhaberInnen eines Accounts auf twoday.net: Es gibt einen e-mail-Abodienst für neue Beiträge und Kommentare.

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