Ein Betriebswirt ist jemand, der per definitionem keine Ahnung von gesamtwirtschaftlichen Zusammenhängen hat. Das gleiche gilt für Unternehmer. Dass das Selbstbild ein anderes ist, ist mir klar. Aber man lässt aus gutem Grund eine Krankenschwester, die sicher viel Ahnung von Gesundheit und Genesungsprozessen hat, aus gutem Grund nicht einen Patienten operieren. Ebenso wie Ärzte meist denkbar ungeeignet sind, Kranke zu pflegen.
Es ist ein Faktum, dass das einzige, was Massenarmut einigermaßen verhindert, die gesetzliche Arbeitslosenversicherung ist. Es ist ebenso ein Faktum, dass die Höhe des Arbeitslosengeldes keinen Einfluss darauf hat, wie lange jemand arbeitslos bleibt. In Dänemark bekommt man 90 Prozent des Letztbezugs ausbezahlt, dort finden die Menschen schneller neue Arbeit als hier. (Nettoersatzrate 55 Prozent). Das liegt auch und vor allem daran, dass die Unterstützung für Arbeitslose in Dänemark besser ist, etwa bei Aus- und Weiterbildung. Zudem liegen bei uns 30 Prozent (!) aller Arbeitslosen deutlich unter der Armutsgrenze, ohne PartnerInneneinkommen wären es 60 Prozent - was heißt, dass im Fall der Arbeitslosigkeit die Armutsgefährdung weit in mittlere Einkommensschichten hineingeht. Und nachgewiesener Maßen verursacht Armut massiven Stress bei den Betroffenen (was sich auch gesundheitlich niederschlägt) - auch etwas, das bei Bewerbungsgesprächen nicht gerade förderlich ist.
Man kann diese Dinge zur Kenntnis nehmen oder auch negieren. Das bleibt ganz dir überlassen. Jedenfalls ist bislang kein besseres System erfunden worden als eine öffentliche Arbeitslosenversicherung.
Das alles sind Fakten, keine linkslinke Meinung. Man kann das zur Kenntnis nehmen und den Schleier der eigenen Ideologie und der eigenen Interessen beiseite schieben - oder auch nicht.
Blog für alle, die sich nicht länger für dumm verkaufen lassen wollen
Über Politwatch
Mein Name ist Christoph Baumgarten und bin seit mehr als einem Jahrzehnt im Journalismus. Dieser Blog soll meine Sicht auf die politischen Entwicklungen in Österreich wiedergeben. Wobei im Moment der Ausdruck Zustand angebrachter wäre, wenn man an die heimische Politik denkt. Politwatch zeigt gerne vergessene Zusammenhänge auf und soll den Menschen eine Stimme geben, die auch angesichts der zunehmenden geistigen Verwahrlosung in diesem Land ihre fünf Sinne zusammen haben und nicht vergessen haben, was bei Politik im Mittelpunkt stehen sollte: Der Mensch mit seinen Bedürfnissen.
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Es ist ein Faktum, dass das einzige, was Massenarmut einigermaßen verhindert, die gesetzliche Arbeitslosenversicherung ist. Es ist ebenso ein Faktum, dass die Höhe des Arbeitslosengeldes keinen Einfluss darauf hat, wie lange jemand arbeitslos bleibt. In Dänemark bekommt man 90 Prozent des Letztbezugs ausbezahlt, dort finden die Menschen schneller neue Arbeit als hier. (Nettoersatzrate 55 Prozent). Das liegt auch und vor allem daran, dass die Unterstützung für Arbeitslose in Dänemark besser ist, etwa bei Aus- und Weiterbildung. Zudem liegen bei uns 30 Prozent (!) aller Arbeitslosen deutlich unter der Armutsgrenze, ohne PartnerInneneinkommen wären es 60 Prozent - was heißt, dass im Fall der Arbeitslosigkeit die Armutsgefährdung weit in mittlere Einkommensschichten hineingeht. Und nachgewiesener Maßen verursacht Armut massiven Stress bei den Betroffenen (was sich auch gesundheitlich niederschlägt) - auch etwas, das bei Bewerbungsgesprächen nicht gerade förderlich ist.
Man kann diese Dinge zur Kenntnis nehmen oder auch negieren. Das bleibt ganz dir überlassen. Jedenfalls ist bislang kein besseres System erfunden worden als eine öffentliche Arbeitslosenversicherung.
Das alles sind Fakten, keine linkslinke Meinung. Man kann das zur Kenntnis nehmen und den Schleier der eigenen Ideologie und der eigenen Interessen beiseite schieben - oder auch nicht.