Fast 11.000 wollen, dass Graf geht

Graf4http://www.ruecktritt-martin-graf.at hat sich als breitenwirksamste politische Plattform in Österreich seit langem erwiesen. Fast 11.000 Menschen haben am Freitag gegen 14:00 mit ihrer Unterschrift gefordert, dass Martin Graf als Dritter Nationalratspräsident zurücktritt. Auch die Facebook-Gruppe "Wir fordern den Rücktritt von Martin Graf" hat ungebrochenen Zulauf.

Es ist ein gutes Zeichen, dass sich innerhalb sehr kurzer Zeit so viele Menschen haben mobilisieren lassen, die für ein Mindestmaß an demokratischer Kultur in Österreich eintreten. Die zwei Initiativen beweisen, dass sich das Internet in hervorragender Weise eignet, um Menschen zu politischem Engagement zu bewegen.

Sicher, es ist nicht gesagt, dass alle 11.000 Unterstützer der grünen Seite oder alle 4.000 Mitglieder der Facebook-Gruppe ihre Unterschrift etwa auch auf dem Gemeindeamt leisten würden. Es ist nicht gesagt, dass diese Menschen auch auf die Straße gehen würden um sich Gehör zu verschaffen. Dennoch: Der Großteil sind Menschen, die ihre Meinung ohne diese Möglichkeiten nicht kundgetan hätten. Menschen, die anhand der Möglichkeiten, die ihnen beide Initiativen geboten haben, nicht so intensiv über Martin Graf und ein Mindestmaß an demokratischer Kultur nachgedacht hätten. Nicht alle Unterstützerinnen und Unterstützer kommen aus den Bereichen, die die FPÖ so gerne gehässig den "Gutmenschen" zuordnet. Es sind Bürgerinnen und Bürger ohne Parteibindung. Menschen, die vielleicht noch nicht einmal vorhatten zu wählen. Martin Graf und das Web 2.0 haben sie mobilisiert.

Das ist ein gutes Zeichen. Tausende, die aufstehen und sagen: "Es reicht". Bleibt zu hoffen, dass sich das auch im Wahlergebnis am 7. Juni zeigen wird. Randale um jeden Preis, nur um die eigenen Anhänger mangels echter eigener EU-Themen mobilisieren zu können, darf sich nicht auszahlen.

P.S.: Prominente UnterstützerInnen von "http://www.ruecktritt-martin-graf.at" sind grüne und sozialdemokratische Abgeordnete. Von der ÖVP hat sich, zumindest laut Homepage, noch kein Abgeordneter zu einer Unterschrift durchringen können. Und Martin Graf scheint bislang nicht an Rücktritt zu denken.
Stauni (Gast) - 29. Mai, 15:45

Der Fehler das derartige Leute in solchen Positionen sitzen, wurde bereits vor etlichen Jahren gemacht. Ein Bruno Kreisky (den ich auch nach seinem Tod noch sehr respektiere) hat leider damals den Fehler gemacht den ehemaligen SS-Obersturmbannführer Friedrich Peter in eine solche Funktion zu heben, bzw. heben zu lassen.
Daher ist es augenscheinlich "saloonfähig" geworden, solche Positionen mit Personen zu besetzen, die dort eigentlich gar nichts verloren haben.
Warum sollte ein Herr Graf wegen seiner verbalen Entgleisungen zurücktreten, wenn der Posten sogar schon mit einem ehemaligen SS-Obersturmbannführer besetzt war? Darüber sollte man vielleicht einmal nachdenken.
MfG
Stauni

F (Gast) - 29. Mai, 16:57

Lächerlich die SPÖ im Fall Graf: Wählt ihn, zumindest zu einem beträchtlichen Teil, ist dann zwar nicht überrascht, aber entrüstet, und will dann per Anlassgesetzgebung die Verfassung ändern.

Christoph Baumgarten - 29. Mai, 17:49

Irrtum. Es haben vier von 57 SPÖ-Abgeordneten Martin Graf gewählt. Schlimm genug, aber von einem beträchtlichen Teil kann man hier nicht sprechen.

runningWild (Gast) - 29. Mai, 18:20

Wann bitte ist die SPÖ einmal nicht lächerlich?

Stauni (Gast) - 29. Mai, 18:45

Lächerlicher als die FPÖ mit ihrer neue Bildungspolitik via Comic(wobei dies noch ein übertriebener Ausdruck für diesen Schund ist) kann man nicht sein.
Den Ausdruck Bildungspolitik habe nicht ich erfunden, sondern der stammt von der FPÖ.
Ein HC-Man und eine zugekiffte Punkerin als Retter der Nation sagt eigentlich alles.
MfG
Stauni

Eric (Gast) - 29. Mai, 22:49

Der Fairness halber:

Auch Martin Graf hat eine Petition gestartet, in der man sich zu seinem Verbleib im Amt aussprechen kann.

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