Erst Deutsch, dann Politik
Die selbst ernannten Kulturbewahrer beweisen wieder einmal, wie groß die Bildungsmisere in Österreich ist. Und, dass es man es nicht so mir nix dir nix auf die "Ausländer" schieben kann.
Erst DEUTSCH dann Schule. Super Herr Wimmer, weiter so. Erst deutsch, dann Schule. Super. Fordern Sie nur, dass man in Österreich zuerst deutsche Staatsbürgerschaft haben muss, bevor man in die Schule darf. Bei Detlef Wimmer würde das nicht weiter überraschen. Seine Aktivitäten beim RFJ sprechen eine eindeutige Sprache. So sehen sie aus, die selbst ernannten Patrioten von heute. Die "Heimatpartei" fordert offen auf Inseraten die brutale Germanifizierung des Landes. Anschluss durch das Bildungswesen. Zugegeben, eine originelle Idee.
http://blogs.webzeilen.net/forsterleitner/2009/07/23/die-fpo-kandidaten-in-linz-rechts-rechter-linzer-fpo/
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20090723_OTS0152
http://www.kellernazisinderfpoe.at/weitere/sbisz.html
Einen Vorteil hätte die FPÖ-Forderung: Die kurzfristigen Einsparungen im Bildungswesen wären gigantisch.
Oder meint er "Erst Deutsch, dann Schule"? Man weiß es nicht, ist auf Vermutungen angewiesen. Den selbst ernannten Kulturbewahrern würde ein Sprachkurs besser tun als die Rettung des Abendlandes. Wofür auch die Formulierung "Schulische Vermittlung kulturellen Werte" spricht. Es überrascht immer wieder, wie groß die Bildungsmisere ist. Offenbar seit Jahrzehnten. Auf die "Ausländer" kann man das nicht schieben. In den Kreisen, in denen Herr Wimmer aufgewachsen ist, kennt man Migrantinnen und Migranten als Putzfrauen, nicht als Mitschülerinnen und Mitschüler. Auf die Deutschkenntnisse des Herrn Wimmer hatte das keine erkennbar positiven Auswirkungen. Wenn in Linzer Schulen Deutsch eine Fremdsprache ist, sind es jene Schulen, in denen die RFJ-Funktionäre und andere selbst ernannte Kulturbewahrer "gebildet" werden.
http://thinkoutsideyourbox.wordpress.com/2009/08/27/liebe-fpo-erst-deutsch-dann-plakat/
Wieder mal ein Eigentor für die "Heimatpartei". Sie hat die Spielregeln dieser Gesellschaft immer noch nicht verstanden. Eine lautet etwa: Dass man behauptet, sich für eine Sprache einzusetzen, entbindet einen noch lange nicht davon, sich an an ihre Regeln zu halten. Gemessen an den eigenen Integrationsregeln müsste den RFJ-Funktionären die Staatsbürgerschaft entzogen werden. Dem Herrn Wimmer, "Alter Herr" der schlagenden Burschenschaft "Arminia" gewährt ja vielleicht das geliebte Deutschland Asyl. Dann kann er seine Forderungen, die er im Linzer Wahlkampf erhoben hat, wesentlich einfacher einlösen als heute.
Ich würde eine einfachere Lösung für die selbst ernannten Kulturbewahrer vorschlagen: Erst Deutsch, dann Politik.
Christoph Baumgarten - 27. Aug, 10:24


