Ein Rap wird zur Staatsaffäre

3531827660_eec1476d42_bBumsti Strache und FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl fühlen sich verfolgt. Grundsätzlich. Und dieser Tage ganz besonders. Zuerst vom ORF und jetzt von einem Schüler. Dem wollen sie wegen eines Anti-Strache-Raps ans Geldbörsel.

"Sämtliche rechtliche Schritte" gegen den Urheber des Raps "Na C.-Strache" werde man ergreifen, plustert sich Kickl gegenüber der Austria Presse Agentur auf. (Siehe Artikel im Standard) Dass die SPÖ dahintersteckt, ist für Kickl so klar wie für Strache, dass bei seinen Kundgebungen nie Neonazis anwesend sind. Und abgesehen davon, dass er alles und jeden gerichtlich verfolgen lassen will, der irgendwie irgendetwas mit dem Video zu tun hat, soll sich auch gleich die ganze Welt entschuldigen. Bundespräsident Heinz Fischer inklusive, dem nicht einmal Kickl vorwirft, den Rap produziert zu haben.

Politwatch verzichtet aus rechtlichen Gründen, den Rap hier online zu stellen. Ich halte den Rap für gut gemacht, allerdings inhaltlich grenzwertig. Wobei er an Zynismus bei weitem nicht an das heranreicht, was diverse FPÖ-Unterstützer auf ihren Nazi-Seiten aufbieten, Stichwort Alpen-Donau-Info. Auffällig, wie sehr sich die FPÖ von diesen Seiten nicht distanziert.

Kickl verlangt von anderen ethische Standards, die seine Partei keinen Augenblick einhält. Das ist an sich nichts neues. Auffällig sind hier die schweren Geschütze, die er auffährt. Presseaussendung, Drohung mit dem Anwalt - und das alles gegen einen Jugendlichen, der vielleicht über die Stränge geschlagen aber niemandem ernsthaft geschadet hat. Anders als die Jugendlichen von Ebensee. Deren Angriffe auf KZ-Überlebende tat Strache als Bubendummheiten ab. Einen jungen Rapper, der nicht mit Softguns auf Menschen geschossen hat, will sein Generalsekretär gerichtlich verfolgen lassen und stilisiert ihn zum Schwerkriminellen.

Gewalttätige Nazis sind Lausbuben und werden in Schutz genommen, politisch Andersdenkende im gleichen Alter sind eine öffentliche Bedrohung, die man finanziell und juristisch vernichten muss. Die Welt des Herbert Kickl und des Bumsti Strache. Und dann wundern sie sich, wenn sie ins Nazi-Eck gestellt werden?

Natürlich steht Kickl das Recht zu, sich über den Rap zu empören. Auch Strache darf sich selbstverständlich aufregen. Er wurde ja persönlich angegriffen. Aber diese Vorgangsweise ist nichts anders als feig und erbärmlich. Was allerdings angesichts der handelnden Personen und der involvierten Partei nicht weiter überraschen sollte. Man kann nur hoffen, dass sich das bei den Jugendlichen herumspricht, die Strache so hartnäckig umgarnt.

Name

Url

Meine Eingaben merken?

Titel:

Text:


JCaptcha - du musst dieses Bild lesen können, um das Formular abschicken zu können
Neues Bild

 

logo

Politwatch

Blog für alle, die sich nicht länger für dumm verkaufen lassen wollen

Über Politwatch

Christoph Baumgarten

Mein Name ist Christoph Baumgarten und bin seit mehr als einem Jahrzehnt im Journalismus. Dieser Blog soll meine Sicht auf die politischen Entwicklungen in Österreich wiedergeben. Wobei im Moment der Ausdruck Zustand angebrachter wäre, wenn man an die heimische Politik denkt. Politwatch zeigt gerne vergessene Zusammenhänge auf und soll den Menschen eine Stimme geben, die auch angesichts der zunehmenden geistigen Verwahrlosung in diesem Land ihre fünf Sinne zusammen haben und nicht vergessen haben, was bei Politik im Mittelpunkt stehen sollte: Der Mensch mit seinen Bedürfnissen. Ein Hinweis für InhaberInnen eines Accounts auf twoday.net: Es gibt einen e-mail-Abodienst für neue Beiträge und Kommentare.

Free Text (2)

Christoph Baumgarten

Letzte Kommentare

Ist das dein Ernst?
Ist das jetzt Ironie ? Zumindest ist es nicht gut!
Hannes (Gast) - 17. Jan, 23:48
lange nacht
oder stell doch wenigstens deinen bericht über...
tscheh (Gast) - 9. Okt, 20:25
politwatch, quo vadis?
ich mag das nicht, wenn ein guter blog monatelang verwaist...
tscheh (Gast) - 13. Sep, 23:08
siehe Wirtschaftsfaschismus...
bzw. http://wirtschaftsfaschism us.wordpress.com/2011/02/1 5/hello-world/...
Peter (Gast) - 28. Jun, 12:23
Ja, ja
Von aussen kann man gut kommentieren aber so einfach...
bld (Gast) - 8. Jun, 17:16
Man darf nur keine Gelegenheit...
Man darf nur keine Gelegenheit versäumen, gegen...
Gerald (Gast) - 7. Jun, 18:28
Schlechte Idee..
Meiner Meinung nach der falsche Ansatz. Das führt...
anonym (Gast) - 7. Jun, 12:51
@ Max
Eine offene Diskussion sollte man wohl führen...
Umberto (Gast) - 6. Jun, 20:22
Andere Bezirke, andere...
Der 21.Bezirk war schon immer ein rauhes Pflaster....
Erich Reder (Gast) - 6. Jun, 20:05
Angreifer weiter unbekannt
Die Rechtsradikalen, die mich vor einer Woche verprügelten,...
Christoph Baumgarten - 6. Jun, 19:41

Suche

 

RSS Feed

vi knallgrau GmbH

powered by Antville powered by Helma


Creative Commons License

xml version of this page
xml version of this page (summary)
xml version of this page (with comments)

twoday.net AGB

Web Counter-Modul

Alle Links in Popups öffnen

alle Links auf der aktuellen Seite in einem neuen Fenster öffnen 

Profil
Abmelden
Weblog abonnieren