Und, warum ging das dann in London, Madrid, Paris, Seattle? Hier ist der Schluss zulässig: Wien ist anders. Wien ist feige.
Um auf deine Frage zu antworten: Gott als Begriff ist universal und Deutsch bzw. Englisch die Sprachen, in denen wir die Message verbreiten. Insofern besteht schon kein Bedarf, Allah zu schreiben. Oder Kali oder Jehova oder was weiß ich. Unser Slogan bezieht sich ganz klar auf jede Vorstellung eines göttlichen Wesens.
Nebenbei sind ja auch die Religiösen nicht die Zielgruppe sondern 1 Million Konfessionsloser im Land. Denen wollen wir Mut machen, sich nicht mehr zu verstecken. Und wir wollen den restlichen 7,2 oder so Millionen zeigen: Es gibt uns! Warum man da eine Werbeschiene aufmachen sollte, die sich an 400.000 Menschen richtet, erschließt sich mir nicht ganz. Ergo wär die Spartengeschichte sinnlos. Zumal es in Wien rein zahlenmäßig mehr Sinn machen würde, Plakate auf serbokroatisch zu drucken. Könnt im übrigen auch für Wirbel sorgen. Zudem wär es höchst paradox, würden auf einmal Atheisten anfangen, Menschen in Glaubensbekenntnisse aufzuteilen.
Sicher spricht unsere Kampagne auch die gesellschaftlichen Machtverhältnisse an, womit wir bei der politischen Dimension wären. Wir haben eine überproportional einflussreiche Kirche, aus deren Auftreten man schließen könnte, sie vertrete 99,9 Prozent der bevölkerung - in Wahrheit sind es etwa 70. Die anderen Religionsgemeinschaften sind zwar im Vergleich zu allen anderen Weltanschauungsgemeinschaften (inkl. polit. Parteien) enorm priviliegiert, genießen aber nicht den gleichen gesellschaftlichen Einfluss wie die kath. Kirche. Auch insofern macht es wenig Sinn, eine eigene Kampagne zu machen, die sich an eine Gruppe richtet, die a)extrem inhomogen ist und b)nicht einmal annähernd den gesellschaftlichen Einfluss hat wie kleinere Gruppierungen (etwa die Protestanten).
Würden wir eine "Es gibt keinen Allah"-Schiene fahren, würden wir außerdem den Menschen recht geben, die Menschen rein nach Religionsbekenntnissen einteilen. Das wollen gerade wir Atheisten nicht. Ein Mensch besteht nun einmal nicht aus dem Religionsbekenntnis, er besteht aus wesentlich mehr. Zudem ist - siehe oben - unser Ziel ja auch nicht, Religionsbekenntnisse zu attackieren sondern auf gesellschaftliche Missstände aufmerksam zu machen. Das erreichen wir mit der universalen Kampagne besser.
Blog für alle, die sich nicht länger für dumm verkaufen lassen wollen
Über Politwatch
Mein Name ist Christoph Baumgarten und bin seit mehr als einem Jahrzehnt im Journalismus. Dieser Blog soll meine Sicht auf die politischen Entwicklungen in Österreich wiedergeben. Wobei im Moment der Ausdruck Zustand angebrachter wäre, wenn man an die heimische Politik denkt. Politwatch zeigt gerne vergessene Zusammenhänge auf und soll den Menschen eine Stimme geben, die auch angesichts der zunehmenden geistigen Verwahrlosung in diesem Land ihre fünf Sinne zusammen haben und nicht vergessen haben, was bei Politik im Mittelpunkt stehen sollte: Der Mensch mit seinen Bedürfnissen.
Ein Hinweis für InhaberInnen eines Accounts auf twoday.net: Es gibt einen e-mail-Abodienst für neue Beiträge und Kommentare.
Um auf deine Frage zu antworten: Gott als Begriff ist universal und Deutsch bzw. Englisch die Sprachen, in denen wir die Message verbreiten. Insofern besteht schon kein Bedarf, Allah zu schreiben. Oder Kali oder Jehova oder was weiß ich. Unser Slogan bezieht sich ganz klar auf jede Vorstellung eines göttlichen Wesens.
Nebenbei sind ja auch die Religiösen nicht die Zielgruppe sondern 1 Million Konfessionsloser im Land. Denen wollen wir Mut machen, sich nicht mehr zu verstecken. Und wir wollen den restlichen 7,2 oder so Millionen zeigen: Es gibt uns! Warum man da eine Werbeschiene aufmachen sollte, die sich an 400.000 Menschen richtet, erschließt sich mir nicht ganz. Ergo wär die Spartengeschichte sinnlos. Zumal es in Wien rein zahlenmäßig mehr Sinn machen würde, Plakate auf serbokroatisch zu drucken. Könnt im übrigen auch für Wirbel sorgen. Zudem wär es höchst paradox, würden auf einmal Atheisten anfangen, Menschen in Glaubensbekenntnisse aufzuteilen.
Sicher spricht unsere Kampagne auch die gesellschaftlichen Machtverhältnisse an, womit wir bei der politischen Dimension wären. Wir haben eine überproportional einflussreiche Kirche, aus deren Auftreten man schließen könnte, sie vertrete 99,9 Prozent der bevölkerung - in Wahrheit sind es etwa 70. Die anderen Religionsgemeinschaften sind zwar im Vergleich zu allen anderen Weltanschauungsgemeinschaften (inkl. polit. Parteien) enorm priviliegiert, genießen aber nicht den gleichen gesellschaftlichen Einfluss wie die kath. Kirche. Auch insofern macht es wenig Sinn, eine eigene Kampagne zu machen, die sich an eine Gruppe richtet, die a)extrem inhomogen ist und b)nicht einmal annähernd den gesellschaftlichen Einfluss hat wie kleinere Gruppierungen (etwa die Protestanten).
Würden wir eine "Es gibt keinen Allah"-Schiene fahren, würden wir außerdem den Menschen recht geben, die Menschen rein nach Religionsbekenntnissen einteilen. Das wollen gerade wir Atheisten nicht. Ein Mensch besteht nun einmal nicht aus dem Religionsbekenntnis, er besteht aus wesentlich mehr. Zudem ist - siehe oben - unser Ziel ja auch nicht, Religionsbekenntnisse zu attackieren sondern auf gesellschaftliche Missstände aufmerksam zu machen. Das erreichen wir mit der universalen Kampagne besser.